Internet - Erzbischof verteufelt Web 2.0

Ein Erzbischof der katholischen Kirche hält soziale Netzwerke und die dort geschlossenen Freundschaften für unbeständig und warnt, dass Verlustgefühle von Jugendlichen durch das Web 2.0 zu Selbstmorden führen könnten.

von Georg Wieselsberger,
05.08.2009 09:39 Uhr

Der Erzbischof der katholischen Kirche in Wales und England, Vincent Nichols, ist der Meinung, dass Mobiltelefone und das Internet entmenschlichen. Er sei gegenüber Facebook und MySpace misstrauisch. Freundschaften, die im Internet geschlossen würden, seien unbeständig und könnten bei Jugendlichen, die sich verlassen fühlen, im Extremfall zum Selbstmord führen. Das »Trauma unbeständiger Beziehungen« sei ein wesentlicher Faktor für Selbstmorde.

In England hatte ein 15 Jahre altes Mädchen Selbstmord mit einer Überdosis Schmerzmitteln begangen, nachdem im Internet gemeine Kommentare über ihr Aussehen und ihre Kleidung gepostet worden waren. Laut Natalia Wächter von Österreichischen Institut für Jugendforschung zeige dies, dass virtuelle und reale Welt sich stark überschneiden. Die Kommentare des Erzbischofs kann sie jedoch nicht nachvollziehen, da soziale Netzwerke meist dazu genutzt würden, sich mit Freuden aus dem realen Leben zu vernetzen. Wer viele wirkliche Freunde habe, habe diese auch im Internet.

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