LTE-Frequenzauktion beendet - 5 Milliarden für die Regierung

Die jüngste Versteigerung von Funkfrequenzen für mobile Internetangebote ist beendet. Drei Telekommunikationsanbieter sichern sich neue Frequenzen für kommende LTE-Angebote und zahlen insgesamt 5,1 Milliarden Euro an die Bundesregierung.

von Dennis Ziesecke,
20.06.2015 16:11 Uhr

Die Bundesregierung versteigerte in den vergangenen Wochen insgesamt 270 Megahertz Funkspektrum in den Bereichen 700 Megahertz, 900 Megahertz, 1.500 Megahertz und 1.800 Megahertz. Vor allem die Bereiche um 700 Megahertz sollen dabei für höhere LTE-Reichweiten auf dem Lande genutzt werden. An der Versteigerung beteiligt waren die drei Telekommunikationsanbieter Vodafone, Telekom und Telefónica Deutschland.

Dabei sicherte sich Vodafone mit insgesamt 110 Megahertz den größten, mit knapp 2,1 Milliarden Euro aber auch teuersten Teil der versteigerten Frequenzen. Alleine 1,2 Milliarden davon investierte Vodafone in die Erweiterung des 1.800-MHz-Frequenzbandes. Die Telekom sicherte sich, wie auch Vodafone, zusätzlich Frequenzen im 700-MHz-Band, das für hohe Reichweiten bei begrenzter Maximalgeschwindigkeit bekannt ist.

Die 700-MHz-Frequenzen werden als sogenannte digitale Dividende frei wenn im kommenden Jahr das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T) abgeschaltet wird. Wer dann terrestrisch fernsehen will, muss auf DVB-T2 umstellen und einen kompatiblen Receiver erwerben. Wenig glücklich sind mit der Versteigerung der Frequenzen die Nutzer von Bühnenmikrofonen, die zumeist ebenfalls in den nun versteigerten Frequenzbändern um 700 und 900 Megahertz arbeiteten und nun ausgetauscht werden müssen.

Zurückhaltend zeigte sich Telefónica Deutschland, die allerdings bereits durch die O2/E-Plus-Fusion gut ausgestattet sind - einzig fehlt es dem Unternehmen am LTE-Netzausbau, der bestenfalls in größeren Städten nennenswert voranschreiten konnte. Auch ist zwar das Mobilfunknetz sowie die UMTS-Datenverbindung von E-Plus und O2 zusammengeschaltet, die LTE-Netze sind jedoch noch immer getrennt, so dass Kunden dort noch nicht von der Fusion profitieren.

Ein Teil der Erlöse durch die Frequenzauktion soll in den Breitbandausbau in Deutschland fließen. Die Erlöse durch die 700-MHz- und 1.500-MHz-Bänder, etwa 1,3 Milliarden Euro, sollen komplett dem Ausbau breitbandiger Internetverbindungen zugute kommen. Allerdings besagt die Agenda der Bundesrepublik beim Breitbandausbau ländlicher Gegenden auch weiterhin einen Mix aus Kupferkabel, Glasfaser und LTE-Mobilfunk. Letzterer ist durch strenge Volumengrenzen in der Kritik der Nutzer.

Quelle: Bundesnetzagentur


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