MegaUpload - Server offline, Domains beschlagnahmt, Kim Schmitz verhaftet

Die US-Behörden haben MegaUpload, einen der größten Filehoster im Internet, wegen Urheberrechtsverletzungen geschlossen.

von Georg Wieselsberger,
20.01.2012 12:01 Uhr

Der deutsche Gründer des Dienstes, Kim Schmitz – der sich inzwischen Kim Dotcom oder auch Kim Tim Jim Vestor nennt – und drei weitere Personen wurden laut TorrentFreak in Neuseeland auf Bitten der US-Behörden festgenommen. Insgesamt 18 Domains sowie die ebenfalls zu MegaUpload gehörende Streamingseite MegaVideo wurden beschlagnahmt und Datenzentren in drei Ländern durchsucht.

Insgesamt wurden laut dem Bericht 20 Durchsuchungsbefehle für die USA und acht weitere für andere Länder ausgestellt. Sämtliche Mitarbeiter des Providers Cogent Communication wurden laut Torrentfreak angeblich auch in diesem Zusammenhang vorläufig festgenommen.

Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem auch mehrere Dutzend Autos von Kim Schmitz beschlagnahmt, darunter mehrere Mercedes-Benz mit Nummernschildern wie »STONED«, »GUILTY«, »MAFIA«, »WOW« und »POLICE«.

Laut den US-Behörden hat MegaUpload durch Verbreitung von illegalen Kopien der US-Unterhaltungsindustrie einen Schaden von 500 Millionen US-Dollar beigefügt und dabei selbst 175 Millionen Dollar illegaler Einnahmen gemacht. Dabei wäre MegaUpload gezielt an Dritte herangetreten, um diese zum Upload illegaler Kopien zu veranlassen, damit über Links auf diese Inhalte dann Kunden gewonnen werden könnten.

Für das Internet ist diese Großmaßnahme der US-Behörden einen Präzedenzfall für Cloud-Dienste, da MegaUpload selbst keine Suchmöglichkeit bot. Die Inhalte der Nutzer mussten per Link von anderen weitergegeben werden. Dies trifft allerdings auch auf viele andere Anbieter, beispielsweise Dropbox, zu.

Auch der Termin der Aktion am Tag des Internet-Protestes gegen verschärfte Urheberrechtsgesetze in den USA ist pikant. Als Reaktion auf die Schließung von MegaUpload soll Anonymous laut DailyTech kurzzeitig die Webseiten des US-Justizministeriums und diverser Rechteinhaber-Organisationen per DDOS angegriffen haben.


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