Mozilla - Google-Kritik nimmt zu (Update)

Der Community Manager von Mozilla, Asa Dotzler, hat in einem Beitrag auf seinem Blog den Google-Chef Eric Schmidt zitiert, weil man so dessen wahre Einstellung zum Datenschutz erkennen könne.

von Georg Wieselsberger,
12.12.2009 12:36 Uhr

Auf die Frage »Viele behandeln Google wie den Freund, dem sie am meisten vertrauen. Sollten sie das tun?« hatte Schmidt geantwortet: »Wenn es etwas gibt, das niemand wissen soll, dann wäre es vielleicht besser, so etwas gar nicht erst zu tun. Aber wenn Sie wirklich eine derartige Privatsphäre benötigen – die Realität sieht so aus, dass Suchmaschinen, wie Google auch, solche Informationen für einige Zeit speichern. Und das ist wichtig. Beispielsweise unterliegen wir in den USA alle dem Patriot Act. Es ist möglich dass diese Informationen and die Behörden übergeben werden«.

Natürlich gibt es diese Aussage nicht nur im Blog von Dotzler, sondern auch als Video. Eigentlich hätte die Antwort des Google-Chefs eher lauten müssen: »Wir haben gar keine Datenbestände, aus denen man einzelne Personen herausfiltern könnte«. Doch er rät dazu, lieber nichts Falsches zu tun, weil man ja vielleicht die Daten an die Behörden herausgeben müsste. Wie kann das aber eine Rolle spielen, wenn Google seine Datenbestände nicht verknüpft?

Eric Schmidt hat hier anscheinend bestätigt, dass es durch die gesammelten Google-Daten möglich ist, jemanden definitiv zu identifizieren. Asa Dotzler empfiehlt nun Bing und auch das Add-on, das Bing zur Standardsuchmaschine in Firefox macht. Mozilla verdankt Google übrigens fast seine kompletten Einnahmen.

Update 12. Dezember 2009

Die Kritik an den Aussagen von Eric Schmidt nimmt zu, wie unsere Kollegen der amerikanischen PC World melden. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) sagte, das Privatsphäre mehr sei also nur der Versuch, Fehlverhalten zu verstecken und vom Schutz vor kleinen Peinlichkeiten bis hin zum Schutz der Freiheit und der Menschenrechte.

Mehrere Kritiker sagten, die Aussage von Schmidt entspräche der Ansicht, dass jemand, der nichts zu verstecken hat, auch nichts befürchten müsse. Aber auch vollkommen legale Dinge, die an die Öffentlichkeit geraten, können sehr unangenehme Folgen haben, so die EFF. Letztlich aber, so PC World, habe Schmidt einfach nur die Wahrheit darüber gesagt, wie im Internet mit den Daten der Nutzer umgegangen werde. Der Finger zeige aber meist nur in Richtung Google.

Es gibt aber auch andere Beispiele. So verlangten die Behörden in den USA acht Millionen Mal im Jahr Standort-Bestimmungen alleine bei Sprint, einem Mobilfunk-Anbieter. Sprint kann außerdem den Webverlauf des Telefons bis zu 24 Monate auf einigen Geräten abfragen und gibt dies an das eigene Marketing weiter.

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