NSA-Überwachungsskandal - Leitungen zu Google & Yahoo angezapft & angeblich Vatikan abgehört

Nahezu täglich kommen nun aus verschiedenen Ländern neue Details zu den umfassenden Abhörtätigkeiten der National Security Agency und des britischen Geheimdienstes GCHQ ans Licht.

von Georg Wieselsberger,
31.10.2013 09:25 Uhr

Die Tätigkeiten der NSA und des GCHQ sind anscheinend noch viel umfangreicher als gedacht.Die Tätigkeiten der NSA und des GCHQ sind anscheinend noch viel umfangreicher als gedacht.

Laut einem Bericht der Washington Post könnten die Beteuerungen von Google und Yahoo, den Geheimdiensten keinen direkten Zugriff auf Server gewährt zu haben, tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Aus Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden geht hervor, das die NSA und der GCHQ ein »außergewöhnlich aggressives« Programm namens »Muscular« betreiben und dabei direkt auf die Datenleistungen zwischen den weltweit verteilten Rechenzentren von Google und Yahoo zugreift.

In den 30 Tagen vor dem 9. Januar 2013 sollen so über 181 Millionen Aufzeichnungen gemacht worden seien, darunter Daten über Absender und Empfänger von Kommunikation, aber auch deren Inhalt. Google hat auf den Bericht reagiert und sich »bekümmert« über die dem Unternehmen bislang unbekannten Überwachungsmaßnahmen gezeigt, will aber auch die Verschlüsselung zwischen seinen Rechenzentren verstärken. Man sei aufgebracht über das Vorgehen der Regierung, das die Notwendigkeit einer Reform der Geheimdienste zeige.

Neben Rechenzentren waren laut der italienischen Zeitung Panorama angeblich auch der Vatikan und verschiedene Kardinäle zwischen dem 10. Dezember 2013 und dem 8. Januar 2013 Abhörziele der NSA, darunter auch Kardinal Jorge Bergoglio vor seiner Wahl zum Papst Franziskus. Eine NSA-Sprecherin hat diesen Bericht allerdings als »falsch« dementiert.


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