Opfer gegen Internetsperren - Verein kritisiert "Wegschau"-Politik

Ein Verein von Missbrauchsopfern spricht sich eindeutig gegen die Internetsperren aus, die nur das Wegschauen fördern, den tatsächlichen Missbrauch aber nicht bekämpfen.

von Georg Wieselsberger,
17.04.2009 12:11 Uhr

Christian Bahls, der als Kind missbraucht wurde, hat den Verein Missbrauchsopfer gegen Internetsperren gegründet, da ihm "am 27. März, als die Kinderhilfe so publikumswirksam im Familienministerium aufgetreten ist, ... das Essen hochgekommen" sei. Das habe ihn an die Verwendung von Kindern für die DDR-Propaganda erinnert. Sein Verein richtet sich gegen Internetsperren, weil diese Kinderpornografie nach seiner Ansicht nicht wirklich bekämpfen.

"Da ist irgendwo im Internet ein Missbrauch dokumentiert und die Bundesregierung schaut weg. Und sagt uns Bürgern, wir sollen auch wegschauen", erklärt Bahls in einem Interview mit Zeit Online. Die Staaten würden untereinander sogar nur die Listen austauschen, aber nicht gegen die darauf stehenden Server im eigenen Land vorgehen. Wenn die Server zu den bekannten 1.500 Adressen in den USA, den Niederlanden, Kanada und Deutschland außer Betrieb genommen würden, wären 90 Prozent der Kinderpornografie im Web nicht mehr erreichbar. Dies erreiche man nicht, indem man den Bürgern Scheuklappen aufsetze.

Die Deutsche Telekom, Vodafone/Arcor, Hansenet/Alice, O2 und Kabel Deutschland haben sich heute in einem Vertrag mit der Bundesregierung dazu verpflichtet, anhand einer vom Bundeskriminalamt (BKA) erstellten Liste den Zugriff auf Webseiten mit Kinderpornografie zu sperren.

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