PC-Gaming - »Spiele-Hardware muss endlich erwachsen werden«

Spiele-PCs, Komponenten und die dazu gehörigen Peripheriegeräte verkaufen sich immer besser, doch für manche Gamer setzen die Hersteller inzwischen auf zu viel Gimmicks wie etwa RGB-Beleuchtung überall.

von Georg Wieselsberger,
30.01.2017 13:34 Uhr

RGB-Beleuchtung überall und seltsame Formen für Kühlkörper und Gehäuse - für manche Gamer ist das zu viel des Guten.RGB-Beleuchtung überall und seltsame Formen für Kühlkörper und Gehäuse - für manche Gamer ist das zu viel des Guten.

Für Tuan Nguyen, den Chefredakteur von Maximum PC, ist der PC die beste Plattform, da sie offen ist und für jeden Nutzer etwas bietet. Seit den 1990er Jahren habe sich auch das Design von PCs und Laptops von den damals üblichen bürobeigen Gehäusen verbessert. Es gab neue Materialien, neue Formen wie Small Form Factor und Tower-Gehäuse in diversen Farben.

Doch seit dem Aufstieg der Smartphones und dem »Ende des PCs«, das Nguyen als Running Gag bezeichnet, seien die Hersteller von PC-Hardware in Panik verfallen. Spiele-PCs seien aber nicht betroffen, da die Spieler immer mehr Hardware und mehr Leistung fordern und so seien viele Hersteller in den Bereich PC-Gaming eingestiegen. Und dann hätten sich die Dinge zum Schlechteren gewendet.

Gaming-Hardware mit »ungeheuerlichem Design«

Heute werde alles, was kein ungeheuerliches Design habe, nicht als Gaming-Produkt bezeichnet und alles, was ein Gaming-Produkt sein soll, sehe lächerlich aus. Grafikkarten, Mainboards, Gehäuse, Tastaturen - überall setzen die Hersteller heute auf ein vermeintlich cooles und futuristisches Design und vor allem auf viel bunte LEDs.

Die vielen seltsamen »Kühlkörper« auf Mainboards seien nicht nur teurer herzustellen als einfache Versionen, sie bieten auch eine wesentlich schlechtere Leistung. Besonders die RGB-Beleuchtung stört Nguyen. Alles sei beleuchtet, sogar RAM-Module oder Lautsprecher. »Zum Teufel, sogar Gaming-Stühle fangen mit RGB-Beleuchtung an.« Natürlich gebe es auch dezente, geschmackvolle Beleuchtung.

Blinkende Lichter statt Verbesserungen

»Aber wieso werden verrückte Designs und RGB mit Gaming gleichgesetzt? Warum kann ein Gaming-Produkt nicht einfach und effektiv sein und gut funktionieren? Muss das PC-Gehäuse Flügel, Flossen und Auswölbungen haben, um zu zeigen, dass mein "e-Penis" ausreichend groß ist? Sorgt die RGB-Beleuchtung für eine bessere Chance für eine hohe Übertaktung?«

Sogar auf den letzten Messen hätte sich bei den meisten Unternehmen alles um blinkende Lichter gedreht, die inzwischen wichtiger seien als tatsächliche Hardware-Verbesserungen.

»Ist es das, was die PC-Spieler wirklich wollen?«

Passend zu diesem Kommentar von Nguyen über seltsame Kühlkörper ist auch ein Bericht von Gaming Nexus. Hier dreht es sich um ein MSI-Mainboard, das mit einem »M.2 Shield« für M.2-SSDs ausgeliefert wird, das die SSD kühlen und Throttling wegen zu hoher Temperaturen verhindern soll.

Im Test zeigt sich, dass das vom MSI-Marketing stark beworbene Heat Shield genau das Gegenteil erreicht und für höhere Temperaturen sorgt - bis hin zur Throttling-Grenze. Sinnvoll oder gar notwendig ist das SSD Shield laut Gaming Nexus daher nicht - aber anscheinend gut für das Marketing.

Quelle: PC Gamer, Gaming Nexus


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