PCs in Quarantäne - Virus = kein Internet (Update)

Scott Charney von Microsoft ist der Ansicht, dass man infizierte Rechner genauso behandeln sollte wie Menschen mit extrem ansteckenden Krankheiten.

von Georg Wieselsberger,
23.06.2010 16:32 Uhr

Zwar unterstützt der Vice-President des Bereiches Trustworthy Computing bei Microsoft laut cnet auch weiterhin die Aufklärung der PC-Nutzer über Sicherheit und Gefahren, doch nach 20 Jahren sei klar, dass dies im Großen nicht funktioniere.

Man könne noch so oft sagen, dass Betriebssystem und Antiviren-Software auf dem neuesten Stand gehalten werden und Backups wichtiger Daten angefertigt werden sollen, sehr viele Anwender würden dies einfach nicht tun. Doch wie beim Rauchen auch wirke sich dieses Verhalten nicht nur auf die Einzelperson oder einen Rechner aus, sondern über Botnetze und Spam auch auf viele Unbeteiligte.

Daher schlägt Charney vor, dass Provider nur noch Rechnern den Zugang ins Internet erlauben, die nicht infiziert sind. Im anderen Fall soll der Provider dabei helfen, die Schadsoftware wieder zu entfernen und den Rechner abzusichern. Natürlich müsse sichergestellt sein, dass der Provider nur auf Daten zugreifen könne, die für diesen einen Zweck notwendig sind.

Update 23.06.2010

Die Forderung von Scott Charney diente in Australien anscheinend als Grundlage für einen Vorschlag des Kommunikations-Ausschusses für neue, gesetzliche Regelungen. Wer einen Internet-Anschluss bestellt, soll diesen nur noch erhalten, wenn auf dem entsprechenden Rechner Firewall- und Anti-Viren-Software installiert sind. Außerdem soll sich der Kunde verpflichten, diese Programme auf dem neuesten Stand zu halten.

Wird der Computer infiziert, kann der Provider den Anschluss kappen, bis das Problem behoben ist. Ohne Internet-Anschluss und dem schnellen Zugriff auf die neuesten Viren-Definitionen oder Informationen über den vielleicht ganz neuen Schädling dürften die meisten Anwender hier erst recht Probleme bekommen.

Außerdem können nicht alle Betriebssysteme die Forderungen nach Schutz-Software erfüllen. Neben mobilen Geräten wie dem iPhone ist es schließlich ist es auch möglich, einen C64, Amiga oder einen PC mit selten genutzem Betriebssystem an das Internet anzuschließen.

Der 260 Seiten lange Report über »Cyber-Verbrechen« gibt insgesamt 34 Empfehlungen, deren Wirksamkeit oder Praxisnähe teilweise recht zweifelhaft scheint. Die Hintermänner, die von der Verbreitung von Schadsoftware wie Trojanern profitieren, dürfte beispielsweise ein Gesetz, das die unerlaubte Installation von Software verbietet, kaum sonderlich beeindrucken.


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