Pewdiepie - YouTube kündigt nach Disney ebenfalls Vertrag, Show abgesetzt

Nach Disney zieht Googles Videoplattform YouTube nach: Die Reality-Show »Scare Pewdiepie« erhält keine zweite Staffel und der YouTuber wurde aus dem Partnerprogramm Google Preferred entfernt.

von Stefan Köhler,
14.02.2017 18:10 Uhr

Pewdiepie hat antisemitische Äußerungen in seinen Videos veröffentlicht. Ein Scherz, beteuert der YouTuber. Googles Werbepartner wollen ihre Marken aber nicht mit solchen Inhalten in Verbindung gebracht sehen.Pewdiepie hat antisemitische Äußerungen in seinen Videos veröffentlicht. Ein Scherz, beteuert der YouTuber. Googles Werbepartner wollen ihre Marken aber nicht mit solchen Inhalten in Verbindung gebracht sehen.

Nach Disney distanziert sich nun auch YouTube von Felix »Pewdiepie« Kjellberg: Googles Videoplattform hat bestehende Verträge mit dem Superstar gekündigt, es geht ebenfalls um den Vorwurf des Antisemitismus. Das meldet Variety.

Für Pewdiepie bedeutet das ein Ende der Reality-Show »Scare Pewdiepie«, die eigentlich eine zweite Staffel erhalten sollte. Die erste Staffel der Sendung wurde via YouTube Red vertrieben und zeigt Pewdiepie beim Erkunden von insgesamt zehn Horrorumgebungen. Die Sets basieren auf Orte und Szenarien aus Horrorspielen, die der YouTuber im Rahmen eines Hauptkanals spielt.

Für Google nicht mehr werberelevant

Außerdem wurde Pewdiepie aus dem Programm Google Preferred genommen. Dabei handelt es sich um hocherfolgreiche YouTube-Kanäle, die als Komplettpakete an Werbetreibende vermarktet werden. So können bestimmte YouTube-Zielgruppen von Marketingabteilungen gezielt angesprochen werden. Beispielsweise indem sie Werbung bei den erfolgreichsten Gaming-, Sport- oder Lifestyle-YouTubern schalten.

Der YouTube-Star wird also in Zukunft auf diese Partnerschaften (und damit Umsätze) verzichten müssen. Für Pewdiepies Kanal gibt es jedoch keine Einschränkungen: Videos kann der YouTuber weiterhin hochladen und wie jeder andere Nutzer auch monetarisieren. Einige der Videos, die antisemitische Botschaften enthalten, wurden jedoch entfernt.

Vorwurf: Antisemitismus

Pewdiepie, mit 53 Millionen Abonnenten einer der erfolgreichsten YouTuber überhaupt, hatte in insgesamt neun Videos antisemitische Botschaften veröffentlicht, es geht um Aussagen wie »Tod allen Juden« und »Hitler hat absolut nichts verkehrt gemacht«.

Für die Clips hatte er für fünf Dollar Freelancer über die Webseite Fiverr angeheuert. Laut eigner Aussage handelte es sich um Scherze: Er wollte der Welt zeigen, welchen absurden Dinge Menschen gegen wenig Geld vor laufender Kamera sagen. Disney teilte den Humor nicht und beendete die Zusammenarbeit. Die rechte Szene schlachtet die Situation bereits für ihre eigene Agenda aus, obwohl sich Pewdiepie von entsprechenden Gruppen distanziert hat. Mehr dazu in unserer ersten Meldung, die wir unterhalb verlinkt haben.

Mehr: Disney kündigt Pewdiepie nach Vorwürfen des Antisemitismus

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