Richard Stallman - »Windows, OS X, iOS und Android sind Schadsoftware«

Software-Aktivist Richard Stallman hat in einem Beitrag für den britischen Guardian die meisten Betriebssysteme als Schadsoftware bezeichnet.

von Georg Wieselsberger,
28.05.2015 09:55 Uhr

Richard Stallman warnt vor proprietärer Software und vor Abkommen wie TTIP.Richard Stallman warnt vor proprietärer Software und vor Abkommen wie TTIP.

Laut Richard Stallman sind die meisten Software-Entwickler in den letzten 30 Jahren tief gesunken und würden die Nutzer »schamlos misshandeln«. Würden sie dabei erwischt, so würden sie auf das Kleingedruckte in der EULA (End User Licence Agreement) verweisen. Das mache ihr Verhalten aber nicht ethisch, sondern im besten Fall nicht ungesetzlich, was ein Unterschied sei. Inzwischen müsse man jede nicht quell-offene Software als verdächtig und gefährlich einstufen, da überall immer mehr Schadsoftware gefunden werde.

Laut Stallman schnüffelt Schadsoftware den Nutzer aus, behindert seine Möglichkeiten wie DRM, hat Hintertürchen und würde teilweise sogar Zensur ausüben oder Sabotage betreiben. Das bringt ihn zu dem Schluss, dass vor allem Betriebssysteme Schadsoftware sind. »Windows schnüffelt Nutzer aus, behindert Nutzer und zensiert auf mobilen Geräten Apps. Es besitzt außerdem ein universelles Hintertürchen, mit dem Microsoft aus der Ferne Änderungen an der Software durchsetzen kann. Microsoft sabotiert Windows-Nutzer, indem Sicherheitslücken vor dem Schließen der NSA gezeigt werden«, so Stallman.

Aber auch Apple-Betriebssysteme seien Schadsoftware. »Mac OS schnüffelt und behindert, iOS schnüffelt, behindert, zensiert Apps und hat eine Backdoor. Selbst Android enthält Schadsoftware in einer nicht-freien Komponente: ein Hintertürchen für die erzwungene Installation oder Deinstallation jeder App aus der Ferne.« Nicht quell-offene Apps enthielten Schadsoftware und Streaming-Dienste wie von Apple seien besonders schlimm. „Sie wurden entworfen, um die Nutzer daran zu hindern, eine Kopie der erhaltenen Daten zu speichern und zwingen Nutzer dazu, sich zu identifizieren, damit ihre Gewohnheiten beim Ansehen und Zuhören verfolgt werden können.«

Inzwischen würden Menschen sogar schon durch ihren Smart-TV oder eine Barbie im Kinderzimmer ausspioniert, Auto-Besitzer würden doch proprietäre Software daran gehindert, das Fahrzeug selbst zu reparieren und Versicherungen würden höhere Beiträge verlangen, wenn kein Fahrzeugtracking aktiv ist. GPS-Navigation speichere, wo man sich aufgehalten habe, und gebe die Daten weiter, wenn man neue Karten herunterlade, ein Kindle melde, welche Bücher man lese und welche Notizen man gemacht habe und Amazon könne ebenfalls Bücher aus der Ferne entfernen.

Es sei aber möglich, Widerstand zu leisten, auf proprietäre Software oder Dienste zu verzichten, offene Ersatzmöglichkeiten dafür zu schaffen und dafür zu sorgen, dass bestimmte Praktiken per Gesetz illegal werden. »Das setzt Demokratie voraus und Demokratie erfordert, dass Verträge wie TPP und TTIP besiegt werden, die Unternehmen die Macht zur Unterdrückung der Demokratie geben«.

Quelle: The Guardian


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