Schaden durch Filesharing unbelegt - US-Rechnungshof sieht positive Effekte

Die vermeintlichen Schäden durch illegales Filesharing sind laut dem Rechnungshof der USA nicht nachzuvollziehen.

von Georg Wieselsberger,
15.04.2010 13:20 Uhr

Das Government Accountability Office der USA (GAO) ist eine Regierungsbehörde, die in etwa die Funktion des deutschen Bundesrechnungshofes erfüllt. Der US-Kongress hatte die Behörde im Oktober 2008 beauftragt, die Auswirkungen von gefälschten und kopierten Gütern zu beziffern. Die Ergebnisse, die nun vorliegen, dürften den Medienkonzernen kaum gefallen.

Zwar gäbe es viele Hinweise auf negative Effekte, doch es sei unmöglich, die Auswirkungen durch illegale Kopien in Zahlen zu fassen. Die immer wieder genannten Daten stammten ausschließlich von den Rechteinhabern und dienten deren politischen Zwecken, seien aber weder transparent noch überprüfbar. Nicht jede Kopie sei mit einem verlorenen Verkauf gleichzusetzen. Dennoch nutzen selbst das FBI und der Handel diese Statistiken, ohne eigene Erhebungen anzustellen.

Viele Experten sehen laut GAO in illegalen Film-Kopien beispielsweise einen Grund für erhöhte Verkäufe im Bereich Merchandising. Auch andere Bereiche der Wirtschaft sollen indirekt profitieren. Eine Studie zweier US-Forscher über illegale Musik-Downloads bei Studenten stellt die Behauptungen der Rechteinhaber sogar vollends auf den Kopf. Die Daten ergaben Schäden von 25 US-Dollar pro Person, während die positiven Effekte laut Studie 70 Dollar erbringen. Allerdings, so die Forscher, dürfte man auch diese Ergebnisse nicht verallgemeinern.

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