Smartphone hört mit - Spiele-Apps spionieren Nutzer aus

Spiele-Apps der Firma Alphonso spionieren Verbraucher offenbar über das integrierte Mikrophon aus und analysieren das TV-Nutzungsverhalten ihrer Kunden.

von Sara Petzold,
02.01.2018 14:28 Uhr

Unter Suchbegriffen wie "Alphonso automated" finden sich jede Menge Apps, die mit einer fragwürdigen Abhör-Software versehen sind.Unter Suchbegriffen wie "Alphonso automated" finden sich jede Menge Apps, die mit einer fragwürdigen Abhör-Software versehen sind.

Smartphones spionieren ihre Nutzer aus - und das häufig ohne deren Wissen. Aktuell macht eine Firma namens Alphonso in diesem Kontext von sich reden: Denn das Startup hat eine Software entwickelt, die in mehr als 250 Spiele-Apps und insgesamt rund 1.000 Smartphone-Anwendungen integriert ist und die Nutzer über das eingebaute Mikrophon ihres Geräts belauscht.

Spionage-Apps richten sich auch an Kinder

Wie Heise mit Bezugnahme auf Recherchen der New York Times berichtet, soll die Software mithilfe des Mikrophones die Umgebung des Nutzers analysieren und mit Standortdaten abgleichen. Dadurch erkennt das Programm, welche TV-Sendungen und Werbespots der Verbraucher sich ansieht, und nutzt die entsprechenden Erkenntnisse dann für personalisierte Werbung.

Die Apps, in denen Alphonsos Software zum Einsatz kommt, sind sowohl im Google-Play-Store als auch im Apple App-Store vorhanden. Bei einigen handelt es sich um Spiele, die explizit für Kinder entwickelt wurden. Unter den Suchbegriffen »Alphonso automated« und »Alphonso software" tauchen zahlreiche Apps in der Store-Suche auf, die mit der Software ausgestattet sind.

Überwachung ist zulässig, behauptet Alphonso

Gegenüber der New York Times bestätigte Alphonos CEO Ashish Chordia den Einsatz der Software. Seiner Meinung nach ist die Überwachung aber rechtlich zulässig: Die Nutzer wüssten über die Funktion Bescheid und könnten diese jederzeit abstellen - eine Anleitung dazu finde sich neben den ausführlichen Datenschutzbestimmungen auf der Firmenwebseite.

Außerdem zeichne man keine Gespräche auf und verstoße daher nicht gegen geltendes Datenschutzrecht. Allerdings bleibt fraglich, inwiefern die Firma insbesondere bei an Kinder gerichteten Apps mit dem wissentlichen Einverständnis der Nutzer zur Datensammelung rechnen kann.


Kommentare(33)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.