Stromnetz - 2,5 Millionen übernommene Geräte könnten Versorgung lahmlegen

Mithilfe von Botnetzen lassen sich kontinentaleuropäische Stromnetze anscheinend deutlich leichter sabotieren als gedacht: Lediglich 2,5 Millionen Bots sollen nötig sein, um einen flächendeckenden Stromausfall herbeizuführen.

von Sara Petzold,
27.12.2017 18:11 Uhr

Indem sie PCs und IoTGeräte übernehmen und deren Stromverbrauch regulieren, könnten Böswillige regionale Stromnetze gezielt überlasten und zum Zusammenbruch bringen.Indem sie PCs und IoTGeräte übernehmen und deren Stromverbrauch regulieren, könnten Böswillige regionale Stromnetze gezielt überlasten und zum Zusammenbruch bringen.

Auch ohne smarte Steuerung oder eklatante Sicherheitslücken lassen sich Stromnetze großflächig mit Hilfe von Botnetzen angreifen - der Zugriff auf bestimmte Verbrauchsgeräte reicht bereits aus. Für einen großangelegten und geplanten Stromausfall wären laut einer Studie des österreichischen Forschungsinstituts SBA Research lediglich 2,5 Millionen Bots ausreichend, berichtet Heise.

Schwankungen im Stromverbrauch sorgen für Stromausfall

Hacker, die für einen Zusammenbruch des Stromnetzes sorgen wollten, müssten nicht einmal Zugriff auf die Steuerung der Stromnetze selbst erhalten. Stattdessen übernehmen sie IoT-Gadgets wie smarte Haushaltsgeräte oder Fernseher und auch PCs, um deren Stromverbrauch zu regulieren und auf diese Weise für simultane, starke Nachfragespitzen im Stromnetz zu sorgen.

Insgesamt stellten die Forscher von SBA Research verschiedene Angriffszenarien vor, die es ermöglichen, einen teilweisen oder sogar vollständigen Kollaps eines Stromnetzes herbeizuführen. Allen Szenarien gemein ist die Problematik, dass das Stromnetz nicht schnell genug auf die als Schwankungen getarnten Angriffe reagieren kann, um einen Stromausfall zu vermeiden.

Abhängig von der Struktur eines Stromnetzes reichen laut Aussage der Forscher Botmengen zwischen 2,5 und 9,8 Millionen Bots aus, um den Erfolg einer entsprechenden Attacke zu garantieren. Eine Abwehr derartiger Angriffe lässt sich zwar mithilfe smarter Stromnetze oder auf Turbinentechnik und größeren Akkus basierenden Kraftwerken entgegenwirken - beides ist aber gegenwärtig noch teuer und unausgereift.


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