Überwachung - BKA kauft Staatstrojaner, der sich als Firefox tarnt

Das Bundeskriminalamt hat anscheinend die Spyware FinFisher gekauft, gegen die Mozilla seit kurzem rechtliche Schritt eingeleitet hat.

von Georg Wieselsberger,
02.05.2013 15:49 Uhr

Das Unternehmen Gamma stellt eine Spyware namens FinFisher her, die sich laut einem Beitrag von Mozilla als Firefox tarnt, um nicht entdeckt zu werden. So nennt sich die Spyware schlicht Firefox.exe. Außerdem wird eine passende Versionsnummer angezeigt und erklärt, dass Copyright und die Markenrechte bei »Firefox und Mozilla-Entwicklern« liegen würden.

Programmtechnisch besteht aber keinerlei Verbindung zum echten Firefox-Browser, der nicht einmal installiert sein muss. Mozilla will nun gegen diesen Missbrauch seiner Rechte zur Wehr setzen. Derartig getarnte Versionen wurden beispielsweise in Bahrain oder den Vereinigten Arabischen Emiraten gefunden und waren speziell auf Regimekritiker ausgerichtet.

Passend dazu meldet Netzpolitik.org, dass genau dieser Staatstrojaner nun für rund 150.000 Euro durch das Bundesinnenministerium für ein Jahr erworben wurde. Er soll für die »Quellen-Telekommunikationsüberwachung« durch das Bundeskriminalamt zum Einsatz kommen. Die Spyware wurde erworben, obwohl noch gar nicht klar ist, ob ihr Einsatz den strengen Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts entspricht, an der schon der Bundestrojaner des Unternehmens DigiTask gescheitert war.


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