Virtual Reality - »Elektroschocks« sollen Widerstände im Spiel simulieren

Deutsche Forscher arbeiten seit einiger Zeit daran, Widerstände innerhalb einer VR-Umgebung in der Realität fühlbar zu machen. Ihre Lösung: leichte »Elektroschocks« zur Muskelstimulation.

von Tobias Ritter,
18.04.2017 11:32 Uhr

Sehen und hören - auf diese beiden Sinne beschränken sich heutige Virtual-Reality-Lösungen in der Regel. Neuerdings gibt es jedoch vereinzelt Versuche, das zu ändern. Erst kürzlich stellte die Firma VRGluv etwa einen Handschuh vor, der virtuelle Berührungen simulieren soll.

Eine etwas extremere Lösung der virtuellen Sinneserweiterung hat das Hasso Plattner Institut aus Postdam im Sinn: Sie stimuliert die Muskeln des Virtual-Reality-Headset-Trägers durch den Aufbau leichter elektrischer Spannung.

Auf diesem Weg sollen sich Widerstände auf den Körper übertragen lassen. Das Hochheben einer Kiste in der virtuellen Welt würde also durch eine entsprechende Muskelbelastung in der realen Welt simuliert. Auch Wände könnten so auf das Körpergefühl übertragen werden.

EMS-Anzüge aus anderen Bereichen bekannt

Ähnliche Lösungen kommen durch sogenannte EMS-Anzüge (Elektromyostimulation) bereits im Fitness-Bereich zum Einsatz. Auch hier fließt Strom durch den Körper und sorgt dafür, dass sich die Muskulatur zusammenzieht. Trainierende sollen dagegen halten und gleichzeitig Übungen absolvieren, so dass Muskeln aufgebaut werden.

Das Konzept des Hasso Plattner Instituts sieht vor, dass mit Bizeps, Trizeps, Brust (Pectoralis), Handgelenk und Schulter verschiedene Muskelgruppen durch das ergänzende VR-Gerät stimuliert werden. Das Drücken eines Knopfes auf einer vertikalen Oberfläche würde demnach Bizeps und Handgelenk unter Strom setzen.

Ganzkörper-Anzug als Ziel

Auch wenn der Gedanke an leichte Stromstöße erst einmal abschreckend erscheint - vor allem für all diejenigen, die in ihrer Kindheit schon einmal an den eingrenzenden Elektrozaun einer Weide gefasst haben: Die Forscher versprechen eine vollständige Schmerzfreiheit für ihr System.

Nächstes Ziel der Forscher: Die aktuell noch etwas sperrige und umständlich anzubringende Lösung auf einen leichter anzuziehenden Komplettazug zu übertragen. Und die simulierten Kräfte noch zu vergrößern.

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