Whatsapp - Auch die CSU fordert, dass Behörden mitlesen dürfen

Nach dem Anschlag in London hatte die britische Regierung gefordert, das Dienste wie Whatsapp Zugriff den Geheimdiensten Zugriff auf die verschlüsselten Nachrichten der Nutzer geben müssen. Das fordert nun auch der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU)

von Georg Wieselsberger,
03.04.2017 13:26 Uhr

Die CSU fordert, dass Behördenl bei Whatsapp mitlesen dürfen und können.Die CSU fordert, dass Behördenl bei Whatsapp mitlesen dürfen und können.

Update: Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat gegenüber der Welt am Sonntag die Tatsache, dass die Behörden bei Whatsapp nicht mitlesen können, als »erschreckende Sicherheitslücke« bezeichnet, die »endlich geschlossen werden müsse.« Es sei paradox, dass es möglich sei, die normalen SMS eines IS-Anhängers mitzulesen, aber die Kommunikation über Whatsapp nicht.

"Schickt ein Verdächtiger seine Botschaft auf dem selben Handy aber per WhatsApp, ist die Lektüre den Sicherheitsbehörden untersagt. Und das wissen die IS-Terroristen auch."

Schon rein rechtlich sei es den Behörden aktuell nicht erlaubt, bei Whatsapp mitzulesen, da es für die Dienste-Anbieter aktuell keine klare Verpflichtung zu einer Unterstützung gäbe. Das Telemedien-Gesetz müsste dafür geändert werden. Der IS-Attentäter von Ansbach habe noch kurz vor dem Anschlag Whatsapp verwendet und mit Menschen im Nahen Osten kommuniziert.

Quelle: Welt

Kein geheimer Platz für Terroristen

Schon im Jahr 2015 nach dem Terroranschlag auf das französische Magazin Charlie Hebdo hatte der damalige britische Premierminister David Cameron eine Backdoor für Geheimdienste und Polizei gefordert, mit der verschlüsselte Nachrichten bei Diensten wie Whatsapp mitgelesen werden können. Nach dem Anschlag in London letzte Woche hat die aktuelle britische Innenministerin Amber Rudd nun diese Forderung in einer BBC-Sendung erneuert. Die Tatsache, dass Regierungen Nachrichten in Ende-zu-Ende-verschlüsselten Messaging-Apps nicht mitlesen können, sei »komplett inakzeptabel«.

"Wir müssen sicherstellen, dass Organisationen wie Whatsapp keinen geheimen Platz bieten, an dem Terroristen miteinander kommunizieren können. Früher war es üblich, Briefumschläge mit Dampf zu öffnen oder einfach bei Telefongesprächen mithören, aber in dieser Lage müssen wir sicherstellen, dass unsere Geheimdienste die Fähigkeit haben, das bei Sachen wie dem verschlüsselten Whatsapp zu tun."

Die Aussagen von Rudd stoßen in Großbritannien auf harsche Kritik. Laut Jim Killock, dem Leiter der Open Right Group, würde eine Hintertür für Regierungen nur dazu führen, dass Millionen normaler Nutzer online weniger sicher wären. Verschlüsselung sei notwendig, um Kommunikation, Online-Shopping und Online-Banking zu schützen.

Kritiker werfen Rudd Opportunismus vor

Der ehemalige Cyber-Security-Chief des britischen Verteidigungsministeriums, Major General Johnathan Shaw, warf Rudd sogar vor, den Anschlag aus opportunistischen Gründen ausnutzen zu wollen, um Technik-Firmen zu Zusagen zu bewegen. Doch eine Backdoor sei keine Lösung, da das Problem »mutieren« und an anderer Stelle wieder auftauchen würde. Die Lage sei dynamisch und wer »stumpfe Waffen« und »absolutistische Lösungen« verwenden wolle, verursache nur weitere Probleme.

Quelle: The Guardian


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