Das Steelseries Siberia V2 ist bereits etwas länger auf dem Markt, allerdings nur als klassisches Stereo-Headset für den PC. Wir haben dagegen die brandneue Variante namens »Steelseries Siberia V2 for PS3« im Test. Trotz der etwas irreführenden Bezeichnung eignet sich das Headset nicht nur für die Playstation 3, sondern auch für den PC und die Xbox 360. Wer also zwei oder gar alle drei Plattformen besitzt, für den ist der Kauf des Siberia V2 for PS3 eventuell interessant. Wer nur am PC spielen will, sollte dagegen besser zur günstigeren klassischen Variante des Siberia V2 für etwa 60 Euro greifen. Das getestete Siberia V2 for PS3 kostet nämlich knapp 100 Euro.

Anschlussfreudig

Steelseries Siberia V2 (for PS3) : Am Audio-Mixer finden Sie alle nötigen Anschlüsse, außerdem beherbergt er eine USB-Soundkarte für den PC. Am Audio-Mixer finden Sie alle nötigen Anschlüsse, außerdem beherbergt er eine USB-Soundkarte für den PC. Der Aufpreis erklärt sich durch den erhöhten Aufwand, der nötig ist, damit das Siberia V2 an allen drei Spiele-Plattformen funktioniert: Das Headset an sich besitzt die klassischen zwei 3,5-mm-Klinkenanschlüsse (Klang und Mikro) und sitzt an einer nur 1,0 Meter kurzen Strippe. Diese verbinden Sie mit einem kleinen Kästchen – dem Audiomixer – das sowohl eine USB-Soundkarte für den Einsatz am PC, als auch die entsprechenden Audio-Anschlüsse für die Konsolen beherbergt. Dank den 2,0 Meter langen Kabeln am Audiomixer sind Sie relativ frei, was Ihren Aufenthaltsort angeht. Neben einer Mikrofonstummschaltung regeln Sie an dem Kästchen auch die von Steelseries »Livemix« genannte Funktion. Da die Konsolen den eigentlichen Spieleklang und eine eventuelle Sprachkommunikation von Haus aus getrennt ausgeben, kann der Livemixer auf Wunsch den Spieleklang automatisch (in vier wählbaren Stufen) leiser stellen, wenn einer Ihrer Mitspieler spricht.

Auch beim PC funktioniert das, allerdings müssen Sie dafür zunächst Ihrer (Onboard-)Soundkarte den Spieleklang zuweisen. Den entsprechenden Punkt finden Sie mit einem Klick auf das Lautsprechersymbol in der Task-Leiste unter dem Punkt »Mixer«. Dort können Sie einzelne Anwendungen oder Spiele nur über einen bestimmten Sound-Ausgang abspielen. Danach legen Sie die Sprachkommunikation (etwa Mumble. Teamspeak oder Ventrilo) auf den USB-Soundchip des Siberia V2. Nun regelt das Siberia V2 auch auf dem PC automatisch den Spieleklang leiser, wenn einer Ihrer Mitspieler spricht. Aber Achtung: Bei einer im Spiel integrierten Sprachübertragungsfunktion funktioniert das nicht. Außerdem können Sie auf dem PC auch einfach die Lautstärke des Kommunikations-Tools separat anpassen, so dass die Mixer-Funktion des Siberia V2 for PS3 etwas von ihrer Nützlichkeit verliert.

Klang-Test

Klanglich braucht sich das Siberia V2 nicht zu verstecken. In Spielen löst es auch komplexe Sound-Kulissen fein und differenziert auf. So hören Sie selbst in lärmenden Gefechten noch leise Geräusche heraus, die schlechtere Headsets einfach verschlucken oder mit dröhnenden Bässen überlagern. Das Siberia V2 überzeugt dagegen mit trockenen und druckvollen Bässen, die auch auf höheren Lautstärken keine störenden Verzerrungen verursachen. Zwar klingt das Steelseries-Headset gerade im Tieftonbereich nicht ganz so wuchtig wie etwa das ähnlich teure Corsair HS-1, ordentlich Wumms haben die Gefechte in Battlefield: Bad Company 2 trotzdem.

Auch Sprachmitteilungen der Mitspieler gelangen stets klar aufgelöst und gut verständlich an unsere Ohren, da das Siberia V2 die Höhen, wie viele andere PC-Headsets auch, für eine bessere Sprachverständlichkeit stärker betont. Das hilft bei der Sprachverständlichkeit, verursacht beim Musikhören dann allerdings etwas zu stark zischelnde Becken und teils zu spitzen Gesang. Außerdem wirkt das gesamte Klangbild beim Musikhören zwar detailliert und dynamisch aber auch etwas gepresst. Mit diesen Problemen haben aber die meisten Headsets beim Musikhören zu kämpfen, merklich besseren Musikklang bekommen Sie meist erst bei teureren Modellen wie dem Beyerdynamic MMX 300 oder dem Sennheiser PC 360.

Ergonomie und Verarbeitung

Steelseries Siberia V2 (for PS3) : Das Siberia V2 ist relativ leicht und trägt sich dank der angenehmen Polsterung an Ohrhörern und Kopfbügel auch nach Stunden noch bequem. Das Siberia V2 ist relativ leicht und trägt sich dank der angenehmen Polsterung an Ohrhörern und Kopfbügel auch nach Stunden noch bequem. Dank des geringen Gewichts von nur 250 Gramm und der weichen Polsterung bietet das Siberia V2 einen hohen Tragekomfort. Der Bügel passt sich dabei automatisch an Ihre Kopfgröße an. Bei großem Kopfumfang liegt die Polsterung der Hörer allerdings nicht ganz gleichmäßig um die Ohren herum auf, sondern drückt oberhalb der Ohren etwas stärker als darunter, was wir im Test des Siberia V2 nach einiger Zeit aber nicht mehr wahrnahmen. Mit zunehmender Tragezeit erwärmen sich aufgrund der wenig atmungsaktiven Kunstlederpolsterung unsere Ohren spürbar, trotz der im Grunde offen Bauform des Siberia V2. Diese sorgt auch dafür, dass die Umgebungsgeräusche kaum gedämpft werden, so dass sich das Siberia V2 eher für zu Hause als für die LAN-Party eignet.

Die Bedienelemente sind alle am Audio-Mixer untergebracht und daher weniger intuitiv erreichbar als im Ohrhörer integrierte Regler. Die Verarbeitung ist trotz des geringen Gewichts durchweg solide und der flexible und in der linken Ohrmuschel versenkbare Mikrofonarm sollte den einen oder anderen Absturz des Headsets problemlos überstehen. Genauso wie die metallenen Streben des Kopfbügels und das stabile aber leichte Plastik der Hörer. Die Kabel sind ausreichend stark und solide ummantelt, so dass wir daran ebenfalls nichts auszusetzen haben.