Xbox One S : Die bald drei Jahre alte Xbox One ist fast genau so schnell wie die Xbox One S, sie hat im Test aber insgesamt das Nachsehen gegenüber der neuen Konsole. Vermutlich Ende 2017 folgt die Xbox Scorpio, die deutlich schneller als One und One S sein soll. Die bald drei Jahre alte Xbox One ist fast genau so schnell wie die Xbox One S, sie hat im Test aber insgesamt das Nachsehen gegenüber der neuen Konsole. Vermutlich Ende 2017 folgt die Xbox Scorpio, die deutlich schneller als One und One S sein soll.

Die Xbox One S im Test ist seit dem 02. August mit einer 2,0 TByte-Festplatte für 399 Euro in Deutschland erhältlich, später sollen noch günstigere Versionen mit weniger Speicherplatz (349 Euro für 1,0 TByte / 299 Euro für 500 GByte) folgen.

Zum Thema » Xbox One Project Scorpio Hardware der 4K-Konsole analysiert » PlayStation Neo Neue Details zur Hardware » Nintendo NX Hardware-Analyse Microsoft hat die One S im Vergleich zur ursprünglichen Xbox One nicht nur deutlich verkleinert und den Xbox One Controller überarbeitet, sondern auch neue Funktionen wie die Unterstützung von 4K-Blu-rays und HDR-Inhalten ergänzt. Gegenüber den Kollegen von Digital Foundry wurde mittlerweile außerdem offiziell bestätigt, dass die One S über leicht erhöhte GPU-Taktraten sowie etwas mehr Speicherbandbreite verfügt.

Im Test der One S klären wir, ob das in der Spielepraxis einen nennenswerten Performance-Unterschied ausmacht und wie gut sich die Konsole in anderen Disziplinen wie dem Stromverbrauch oder der Lautstärke im Vergleich mit ihrem Vorgänger schlägt.

Das neue Gehäuse

Die Xbox One S ist schmaler, niedriger und kürzer als die Xbox One, außerdem verzichtet sie fast komplett auf glänzende Elemente und ist größtenteils in Weiß gehalten. Für die Lüftung setzt sie nicht mehr auf große, schräge Lamellen, sondern auf viele kleine, runde Öffnungen. Das Aufstellen ist dank mitgeliefertem Standfuß im Gegensatz zur Xbox One nun auch hochkant möglich.

Während die nach wie vor durch gerade Linien dominierte Optik genau wie die Farbwahl Geschmacksache ist, dürfte sich jeder Spieler über die im Vergleich zur Xbox One kompakteren Abmessungen, die weniger Fingerabdruck- und kratzeranfällige Oberfläche sowie die vertikale Aufstellmöglichkeit freuen. Ebenfalls ein klarer Pluspunkt: Das Netzteil hat Microsoft direkt im Gehäuse integriert, statt wie bei der Xbox One auf ein externes Netzteil mit eigenem Lüfter zu setzen.

Xbox One S : Im Vergleich mit der klobigen Xbox One wirkt die One S deutlich schlanker, die PlayStation 4 sortiert sich in Sachen Größe zwischen den beiden Konsolen von Microsoft ein. Im Vergleich mit der klobigen Xbox One wirkt die One S deutlich schlanker, die PlayStation 4 sortiert sich in Sachen Größe zwischen den beiden Konsolen von Microsoft ein.

Beim Blick auf die Anschlüsse fällt zunächst der fehlende Kinect-Port auf. Wer eine alte Xbox One samt Kinect besitzt, der kann über die Angabe der Seriennummern kostenlos einen passenden Adapter von Microsoft bekommen. Alle anderen müssen zahlen.

Die Anzahl der Anschlüsse hat sich abseits davon nicht verändert, wohl aber ihre Anordnung. So befindet sich einer der drei USB-Ports nicht mehr an der Seite, sondern an der Front unterhalb des neuen Ultra HD Blu-ray-Laufwerks (dazu später mehr). Auch die Taste zum Synchronisieren eines Controllers ist von der Seite an die Front gewandert. Beides durchaus sinnvoll, aber nicht bahnbrechend.

Auf der Rückseite finden sich außer der fehlenden Kinect-Verbindung die gleichen Anschlüsse wie bisher, also eine LAN-Buchse (im Vergleich zur Xbox One um 180 Grad gedreht), zwei USB 3.0-Ports, ein digitaler Audio-Port, der Infrarot-Ausgang zur Weiterleitung entsprechender Signale einer Fernbedienung, ein Kensington Lock sowie jeweils ein HDMI Aus- und Eingang.

4K und HDR im Fokus

Apropos HDMI: Um für Inhalte in der 4K-Auflösung von 3860x2160 Pixel (beziehungsweise 2160p) ausreichend gerüstet zu sein, kommt im Falle der Xbox One S die HDMI Version 2.0 statt wie bisher die Version 1.4 zum Einsatz, außerdem wird der Kopierschutz HDCP 2.2 unterstützt. Dadurch können 4K-Inhalte mit 60 Hertz übertragen und die neuen UHD Blu-rays abgespielt werden – beides ist mit der Xbox One nicht möglich.

Auch das optische Laufwerk wurde überarbeitet, um kompatibel zu UHD Blu-rays zu sein. Ein bloßes Firmware-Update hätte dazu laut Albert Panello von Microsoft nicht ausgereicht. Die Xbox One S ist damit eines der wenigen momentan in Deutschland erhältlichen Geräte, die Blu-rays mit 4K-Auflösung abspielen können. Da andere UHD Blu-ray-Player zudem ähnlich teuer sind, könnte das UHD Blu-ray-Laufwerk der Xbox One S für so manchen Besitzer eines 4K-Fernsehers ein echtes Kaufargument sein.

Xbox One S : Um die 4K-Auflösung nutzen zu können, muss der angeschlossene Fernseher oder Monitor über einen HDMI 2.0-Anschluss verfügen, der diese Auflösung mit 60 Hertz darstellen kann.

4K: 60 Hertz-Pflicht
Um die 4K-Auflösung nutzen zu können, muss der angeschlossene Fernseher oder Monitor über einen HDMI 2.0-Anschluss verfügen, der diese Auflösung mit 60 Hertz darstellen kann.

Grundsätzlich hat Microsoft die 4K-Unterstützung gut gelöst. Ein neuer 4K HEVC-Decoder wurde in den Prozessor integriert, um komprimierte Videostreams über die Hardware rendern zu können, ein passendes HDMI 2.0-Kabel gehört zum Lieferumfang, in den erweiterten Einstellungen vom Menü der Videoausgabe wird angezeigt, welche 4K-Funktionen der jeweilige Fernseher oder Monitor genau unterstützt und niedriger aufgelöste Inhalte werden ordentlich hochskaliert.

Auch die Blu-ray-App kann mit UHD-Inhalten entsprechender Datenträger umgehen, gleiches gilt für die Netflix-App. Das ändert allerdings nichts daran, dass es momentan immer noch vergleichsweise wenig 4K-Inhalte gibt, die man mit der Xbox One S konsumieren könnte. Bei Amazon sind derzeit 65 Filme als UHD-Blu-ray gelistet, denen über 90.000 (!) Filme im normalen Blu-ray-Format gegenüberstehen, und nur die wenigstens Serien und Filme bei Netflix gibt es (bislang) in 4K zu sehen.

Microsoft erlaubt es zwar theoretisch, Spiele auf der One S in 4K zu rendern (was mit der Xbox One nicht möglich ist), allerdings reicht die Leistung der One S dazu nur bei sehr anspruchslosen Titeln aus. Gleichzeitig kann das Hochskalieren der Xbox One S von niedriger aufgelösten Inhalten naturgemäß weder im Falle von Spielen noch bei Videos die Qualität von echtem 4K-Material erreichen.

Probleme mit mangelnden Inhalten gibt es auch im HDR-Bereich. Auf HDR-fähigen Fernsehern und Monitoren sollen Spiele und Filme durch einen sehr hohen Kontrastumfang besonders realistisch und detailreich aussehen (mehr dazu lesen Sie in unserem Special über High Dynamic Range). Die Xbox One S unterstützt dabei den HDR10-Standard, der auch teil der offiziellen Spezifikationen von Ultra HD Blu-rays ist. Zu der HDR-Alternative Dolby Vision ist die One S dagegen nicht kompatibel.

Während passende HDR-Fernseher schon seit einiger Zeit erhältlich sind, findet sich nur bei etwa der Hälfte der aktuellen UHD-Blu-rays ein passendes HDR-Logo. In Spielen kostet HDR zwar voraussichtlich keine zusätzliche Leistung, es muss aber explizit unterstützt werden – und das ist bislang noch bei keinem Xbox-Titel der Fall. Zu den angekündigten HDR-Spielen für die Xbox gehören unter anderem Forza Horizon 3 (Release am 27. September 2016) und Gears of War 4 (Release am 11. Oktober 2016).

Xbox One S : Die Anschlüsse auf der Rückseite unterscheiden sich abgesehen vom fehlenden Kinect-Port nur in der Anordnung und dem unterstützen HDMI-Standard von der Xbox One.

One vs One S: Anschlüsse
Die Anschlüsse auf der Rückseite unterscheiden sich abgesehen vom fehlenden Kinect-Port nur in der Anordnung und dem unterstützen HDMI-Standard von der Xbox One.