Kinect : Der Kinect-Controller, der inzwischen sowohl für die Xbox 360 als auch in einer Entwickler-Version für Windows erhältlich ist, soll den Werbekunden laut Microsoft den »heiligen Gral – das Wohnzimmer« zugänglich machen. Microsoft fordert die Entwickler für die »NUAds« (Natural User-Interface Ads) genannte Werbung auf, von Anfang an die Privatsphäre zu achten, nichts zu verschweigen und sich darüber klar zu sein, was man mit den erhaltenen Daten vorhat.

Doch der Microsoft-Manager Lyn Watts nennt auch Beispiele, die die Bedenken in Sachen Privatsphäre nicht geringer machen. »Wie viele Menschen sind im Wohnzimmer? Reagieren sie irgendwie auf die Werbung, die sie gerade gesehen haben? Können wir diese Reaktion sehen und falls ja, ist es uns möglich, davon abhängig eine andere oder die gleiche Anzeige zu zeigen?“«, so Watts. Schon die theoretische Möglichkeit, dass Werbeunternehmen Zugriff auf Audio- und Videoaufnahmen aus den Wohnzimmern von Kinect-Nutzern erhalten könnten, dürfte recht schnell Datenschützer auf den Plan rufen.

Doch noch betont Microsoft gegenüber cnet, dass weder die Xbox noch Xbox Live Kinect-Daten für Werbezwecke verwenden und das auch für die NUAds gilt. Man lege sehr großen Wert auf die Privatsphäre der Kunden. Wie Microsoft diesen Spagat zwischen Nichtnutzung von Daten für Werbezwecke und deren Auswertung für Werbekunden schaffen will, ist nicht bekannt. Immerhin hatte Microsoft die NUAds explizit als Möglichkeit angepriesen, herauszufinden, »wer sich diesen teuren 30-Sekunden-Werbespot ansieht«.