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Megaupload - Hollywood-Umsätze seit Schließung gesunken, GVU widerspricht (Update 2)

Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die umstrittene Schließung des größten Filehosters Megaupload im Januar 2012 keine höheren Filmeinnahmen zur Folge hatte – im Gegenteil.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 26.11.2012 ; 08:13 Uhr


Megaupload : Die Studie wurde von der Copenhagen Business School und der Ludwig-Maximilians-Universität in München erstellt und dabei 1.344 Filme in 49 Ländern beobachtet. Dabei zeigte sich, dass die durch Filme erzielten Einnahmen bei Produktionen, die nicht über ein großes Marketingbudget verfügen, seit dem Ende von Megaupload merklich gesunken sind. Große Blockbuster hingegen zeigten dagegen keinerlei Effekt.

Für die Forscher ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass illegales Filesharing nicht schadet, sondern über einen Umweg der Filmindustrie sogar Vorteile bringt. Filmfans, die nur eine niedrige oder keine Zahlungsbereitschaft haben und sich daher des illegalen Filesharings bedienen, dienen demnach vor allem bei kleinen Filmproduktionen als Informationsquelle für Konsumenten mit hoher Zahlungsbereitschaft.

Mehrere Studien hatten bereits ähnliche Schlüsse aus ihren Ergebnissen gezogen, beispielsweise dass Internet-Nutzer, die sich Musik illegal über P2P-Tauschbörden besorgen, gleichzeitig auch deutlich mehr Musik kaufen als der Durchschnitt. Außerdem werden viele Musikfans laut einigen Forschern auf diese Weise auf Künstler aufmerksam, die sie sonst vielleicht nie entdeckt hätten. Dies ähnelt den Ergebnissen der aktuellen Studie für den Bereich der kleineren Filmproduktionen.

Update:

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) widerspricht den Ergebnissen der Studie, kennt allerdings laut eigenen Angaben die Daten der Studie selbst nicht. Allerdings würden die Zahlen für Deutschland laut GVU belegen, dass Filme mit 200 oder weniger Kopien in den Kinos im ersten Halbjahr 2012 mehr Besucher anlockten als in den beiden Jahren zuvor.

Man sei daher gespannt, wie die Autoren der Studie einen kausalen Zusammenhang zwischen der Schließung von Megaupload und den Einnahmen der Kinos begründen. Schließlich seien nicht die Umsätze an sich, sondern die Besucherzahlen entscheidend.

Update 28.11.2012

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung haben die beiden Forscher zur Kritik an ihrer Studie Stellung bezogen. Laut ihren Ergebnissen haben Filmfans, die zwar kaum ins Kino gehen, sondern Filme illegal herunterladen, durch Empfehlungen großen Einfluss auf Freunde. Durch die Schließung von Megaupload fiele diese Mundpropaganda weg, auf die aber gerade kleinere Filme angewiesen seien. Außerdem sei auch der Effekt bekannt, dass es Filesharer gibt, die sich einen Film auf diese Weise ansehen, bevor sie Geld ausgeben.

Die veröffentlichte Studie solle »neutrale Wissenschaft« und »eine sachliche Grundlage« liefern, bei der die beiden Forscher ihrer Ansicht nach auch keinen Fehler gemacht haben. Die Abschaltung von Megaupload und die Folgereaktionen vieler anderer Filehoster seien unerwartet gewesen und habe der Studie genutzt, die insgesamt Zahlen aus den Jahren 2007 bis 2012 berücksichtigt. Effekte wie eine Wirtschaftskrise oder große Blockbuster wie Avatar seien recht einfach herauszurechnen, außerdem seien die Effekte auch einzeln für isolierte Länder wie die USA und Deutschland nachweisbar. Nach dem Kinomarkt wollen sich die Forscher nun die Auswirkungen auf den Heimkino-Bereich ansehen.

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Avatar Flynix
Flynix
#1 | 26. Nov 2012, 08:20
Lasst die Spiele beginnen ... oO
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Avatar C3LLoX
C3LLoX
#2 | 26. Nov 2012, 08:22
Und trotzdem wird man in vielen Ländern für's Filesharing höher bestraft als für die Vergewaltigung eines kleinen Kindes. Mit der Welt stimmt doch echt was nicht.
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Avatar Ace Ventura
Ace Ventura
#3 | 26. Nov 2012, 08:27
Also können sich die ganzen überbezahlten/bewerteten Schauspieler doch noch ein/e Haus/Insel dazu kaufen und die Welt bleibt in Ordnung.
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Avatar Ryneya
Ryneya
#4 | 26. Nov 2012, 08:27
Das ist doch bestimmt eines durch Filesharer finazierte Untersuchung des Marktes, was somit komplett entgegen dem Spricht was wirklichkeit ist.

Auf solche Sachen warte ich jetzt von der Film und Musikindustrie, denn sie machen doch, laut ihren eigenen Aussagen her Milliardenverluste durch die Bösen Bösen Filesharer.
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Avatar MarlR56
MarlR56
#5 | 26. Nov 2012, 08:32
Ach nein? Ist Hollywood nun aufgefallen das sie seit Jahren nurnoch denselben Tee aufwärmen? Nein leider nicht... Schade hab mich schon fast darauf gefreut :) Vielleicht kommt die Einsicht irgendwann noch... Die Hoffnung stibrt zuletzt ;)

Zitat von C3LLoX:
Und trotzdem wird man in vielen Ländern fürs Filesharing höher bestraft als für die Vergewaltigung eines kleinen Kindes. Mit der Welt stimmt doch echt was nicht.


Weil ja in jedem Gamer ein potenzieller Amokschütze stecken soll.... [Laut "Berichten" einiger sehr grenzdebilen Medien].
Und so ein Kinderschäder ja "nur" eine total schwere Kindheit hatte.... Ja ne is klar.
Sowas kann eher Selbstjustiz fördern als unterbinden wenn ein Volk kein Vertrauen mehr in das Rechtssystem hat und für derartige "Belanglosigkeiten" wie Filehosting wo der einzigste Schaden am Geldbeutel entsteht schlimmer bestraft wird als der seelische wie körperliche Schaden eines Kindes....

Sick World!
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Avatar flo123
flo123
#6 | 26. Nov 2012, 08:34
hört, hört.
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Avatar Makalvian
Makalvian
#7 | 26. Nov 2012, 08:35
Dem kann ich nur zustimmen und ich konnte es auch an mir selbst beobachten.

Ich kaufte mir eher einen Film auf Dvd wenn ich ihn vorher gesehen habe. Bei fast allen Filmen gibt es zwar vorher Trailer, aber die sind entweder nicht aussagekräftig oder zeigen die besten Szenen und der Rest ist nur aufgewährmte Brühe.

Gerade im Low-Budget-Bereich sind für meinen persönlichen Geschmack nur 30 % der Filme brauchbar und ich sehe nicht ein mir meine Sammlung von 200 Original DVD´s mit sämtlichen Schund zu verunstalten.
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Avatar seriousjocker
seriousjocker
#8 | 26. Nov 2012, 08:41
So ist es und nicht anderst! Ich habe auch, vorallem bei Spiele, als ich eben kein/wenig Geld hatte, mich häufig der "Raubkopie" bedient.
Und nur durch diesen ach so pösen Kopien habe ich etliche Spiele ect., als ich Geld hatte, gekauft. Warum? Weil sich Qualität durchsetzt! Die Industrie will es aber einfach nicht begreifen, die stellen lieber irgentwelche Milchmädchenrechnungen auf das sie soviel Verlust haben -.-
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Avatar Foxedge
Foxedge
#9 | 26. Nov 2012, 08:49
Dass es noch andere gefühlte 29052582057 Filehoster und Filme-Livestream Seiten gibt scheint den Studienmachern wohl entgangen zu sein? Solange die da sind kann es auch nicht besser werden, egal ob man davon eine große schließt. Totale nichts- Aussagende Studie um dem Megaupload-ist-so-unschuldig Hype gerecht zu werden.

Ansonsten auch total verdrehte Fakten in dieser News.

Zitat von :
Außerdem werden viele Musikfans laut einigen Forschern auf diese Weise auf Künstler aufmerksam, die sie sonst vielleicht nie entdeckt hätten.


Ist ja nicht so, dass man sich erstmal auf Youtube oder auf der offiziellen Seite der Künstler über deren Musik informiert und sich dann entscheidet, ob man eine CD kaufen möchte oder nicht. Das tut man natürlich nur über Filehoster, die so schön dazu beitragen, dass wir neue Gruppen entdecken die wir sonst nie entdeckt hätten.
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Avatar Ephialtes
Ephialtes
#10 | 26. Nov 2012, 08:51
Ist ja nicht so, dass es nicht auch noch tausend andere Hoster gäbe.

Off-Topic: War ich doch bisher immer lautstark in meinen kritischen Äußerungen in Bezug auf Ihre Artikel, Herr Wieselsberger, so muss ich in den letzten Wochen anerkennend feststellen, dass deren Qualität sich drastisch angehoben hat. Ich finde es toll zu sehen, wie sie sich viel der, teils recht harschen Kritik angenommen haben und sich in der Hinsicht starkt entwickelt haben. Die Artikel werden zunehmend interessanter, besser recherchiert und sorgfältiger und die scherzhaften Artikel sind mit einer angenehm geschmackvollen Portion Humor geschrieben.
Ein virtuelles Schulterklopfen dafür.
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