The Pirate Bay : Der Verband der britischen Musikindustrie BPI hatte vor einiger Zeit erreicht, dass die Provider des Landes die Filesharing-Webseite The Pirate Bay blockieren müssen. Schon vor diesem Zeitpunkt hatte die Pirate Party UK einen Proxy angeboten, da Websperren jeglicher Art den Zielen der Piratenpartei in allen Ländern widersprechen.

Nachdem die Musikindustrie in Großbritannien die Pirate Party UK vor kurzem aufgefordert hatte, den Proxy abzuschalten, hatte diese sich noch geweigert, aber Gespräche angeboten und angefangen, Spenden für einen Rechtsstreit zu sammeln. Im Gegensatz zur auch nicht mit Reichtümern gesegneten Piratenpartei Deutschland ist die Organisation im 3-Parteien-Land Großbritannien nicht mehr als eine kleine Splitterpartei, die auch in der Öffentlichkeit nur selten präsent ist und kaum finanzielle Mittel besitzt. Trotzdem wollte man es notfalls auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen.

Doch nachdem die BPI daraufhin nicht der Partei selbst, sondern dem Parteichef Loz Kay, den vier anderen Mitglieder des Vorstandes und dem IT-Chef als Privatpersonen rechtliche Schritte angedroht hat, ging der Proxy laut Torrentfreak nun offline. Die betroffenen Parteimitglieder würden bei einem Prozess gegen sie persönlich unter Umständen den privaten Bankrott riskieren, ein Risiko, das sie nicht eingehen können.

Die BPI behauptet allerdings, man hätte gegen die Pirate Party UK selbst gar nicht vorgehen können, da es sich dabei nicht um eine juristische Person wie beispielsweise ein Unternehmen handeln würde. Also müsse man die Personen dahinter rechtlich verfolgen, man habe aber niemanden mit Bankrott bedroht. Da es im Web buchstäblich Hunderte von Pirate-Bay-Proxies gibt, ist das Vorgehen der BPI praktisch gesehen ohnehin nutzlos, wie alle Websperren, die trotzdem immer wieder gefordert werden.