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Großbritannien führt Zwangs-Pornofilter ein - »Dunkle Ecken des Internets ausmerzen« (Update)

Der britische Premierminister David Cameron hat angekündigt, dass alle Provider noch bis Ende des Jahres einen Porno-Filter einführen müssen.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 23.07.2013 ; 07:13 Uhr


Großbritannien führt Zwangs-Pornofilter ein : Großbritannien führt Zwangssperren und Pornofilter ein. Großbritannien führt Zwangssperren und Pornofilter ein.

Neue Internetnutzer in Großbritannien müssen laut BBC dann ihren Provider beim Abschluss des Vertrages darüber informieren, wenn sie pornografische Inhalte ansehen möchten und dazu einen Altersnachweis vorlegen. Auch existierende Kunden würden vor diese »unvermeidliche Wahl« gestellt. Öffentliche WLANs müssen grundsätzlich gefiltert werden, wenn die Möglichkeit besteht, »dass Kinder anwesend sind«. Außerdem will die britische Regierung grundsätzliche pornografische Inhalte mit Gewaltdarstellungen verbieten, auch wenn diese nur simuliert ist. Schon der Besitz soll strafbar sein. Internet-Videostreams sollen ebenso behandelt werden wie Videos, die in Läden gekauft werden können. Cameron kündigte zudem weitere Schritte an. So sollen Suchmaschinen Begriffe, die im Zusammenhang mit Kinderpornografie stehen und auf einer Liste der Kinderschutzorganisation Child Exploitation and Online Protection Agency (CEOP) stehen, blockieren.

Der Premierminister gab den Suchmaschinen Zeit bis Oktober, diese »moralische Pflicht« zu erfüllen. Wenn nach illegalen Inhalten gesucht werde, sollten außerdem Hinweise auf Beratungsstellen erscheinen. Die CEOP soll außerdem die Berechtigung erhalten, Filesharing-Netzwerke zu untersuchen. Die Regierung will außerdem eine »sichere Datenbank« mit Kinderpornografie-Bildern anlegen, die bei der Suche nach illegalen Inhalten und denjenigen, die sie betrachten, helfen soll. »In den dunkelsten Ecken des Internets gehen Dinge vor, die eine direkte Gefahr für unsere Kinder sind und das muss ausgemerzt werden«, so Cameron.

Update: Die Kritik in Großbritannien an den Plänen von Premierminister David Cameron wächst laut einem Bericht von The Independent. So könnten beispielsweise auch ganz normale Webseiten über Gesundheit oder Sexualität von der Sperre erfasst werden. Kurios wirkt in diesem Zusammenhang die Aussage von Cameron, dass beispielsweise die Oben-Ohne-Models auf der Webseite des Boulevard-Blattes »The Sun« nach wie vor aufgerufen werden könnten. Anscheinend sollen nun auch »weiche« Pornografie und Pornografie in Textform nicht von den Sperren betroffen sein. Das hänge aber laut Cameron davon ab, wie die Filter arbeiten.

Der ehemalige Chef der Kinderschutzorganisation CEOP, Jim Gamble, erklärte, Pädophile würden über die Idee, entsprechende Bilder von Google-Suchergebnissen entfernen zu lassen, nur lachen. Es gäbe 50.000 Pädophile in Großbritannien, die Bilder über P2P-Netzwerke austauschen, nicht über Google. Man müsse direkt gegen diese Leute vorgehen und nicht mit einem Pop-Up-Fenster, über dass sie sich amüsieren. Auch für die Forderung, simulierte Gewalt in Sexvideos zu verbieten, wird Cameron von einer ehemaligen Abgeordneten seiner eigenen Partei kritisiert. Laut Louise Mensch hätten auch Frauen derartige Fantasien und es sei nicht die Aufgabe der Regierung, solche simulierten Fantasien von Erwachsenen zu überwachen.

Kritiker weisen auch darauf hin, dass die »wirklich bösen Jungs« Filter leicht umgehen können, und das Material trotzdem weiter existiere und produziert werde, während man sich einrede, das Problem gelöst zu haben. Gleichzeitig entstehe die Infrastruktur für Zensur, eine leicht angreifbare Datenbank von »nicht vertrauenswürdigen Leuten« und man sorge für Befremden bei vielen der wichtigsten Unternehmen im Internet.

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Avatar NoYzE
NoYzE
#1 | 23. Jul 2013, 07:19
Die Ansätze mit den Kindern finde ich absolut in Ordnung.
Der Rest...
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Avatar Theedee
Theedee
#2 | 23. Jul 2013, 07:24
Wie war das noch gleich mit der Freiheit? Genau, es gibt sie nicht. Man darf nur was der Staat einem erlaubt, und das wird in Zukunft immer weniger.
Klar sollen Kinder geschützt werden, aber das sollte die Aufgabe der Eltern sein. Blöd nur das viele Eltern heutzutage faule Nichtsnutze sind die ihre Kinder in etwa so vernachlässigen wie früher die Kaninchen wenn sie plötzlich groß, fett, und nicht mehr zutraulich geworden sind.
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Avatar Viper
Viper
#3 | 23. Jul 2013, 07:27
Wieder ein Haufen Politiker die weder die technische Seite des Internets verstehen noch die menschlichen Aspekte berücksichtigen.

Man kann sowas nicht einfach filtern und sagen man hätte was dagegen unternommen. Das wäre als würde man alle Arbeitslosen als Bäume anmalen,sie in den Wald stellen und dann behaupten man hätte das Problem mit der Arbeitslosigkeit gelöst.

Nur weil man etwas nicht mehr sieht oder sehen mag ist es trotzdem da.
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Avatar UnbekanntesDing
UnbekanntesDing
#4 | 23. Jul 2013, 07:29
Is mir Wurscht weil England als überwachungsstaat genauso uninteressant ist wie Deutschland und USA
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Avatar Frigus
Frigus
#5 | 23. Jul 2013, 07:29
Remember, remember...

Zensierung ist die einfachste Methode den Pöbel zu kontrollieren. Die Politik der Briten ist mir sowieso nicht geheuer.
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Avatar ovid35
ovid35
#6 | 23. Jul 2013, 07:36
Die Kinder werden dem Papa dann zeigen wie man den DNS Filter im Handumdrehen umgeht.
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Avatar Silverhawk170485
Silverhawk170485
#7 | 23. Jul 2013, 07:39
Kindererziehung ist ja auch eine Sache des Staates ... *hust*
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Avatar BlithE
BlithE
#8 | 23. Jul 2013, 07:39
Zitat von :
Die Regierung will außerdem eine »sichere Datenbank« mit Kinderpornografie-Bildern anlegen, die bei der Suche nach illegalen Inhalten und denjenigen, die sie betrachten, helfen soll.


Die britische Regierung will solche Bilder also zentral lagern und aufbewahren? Na wenn das mal nicht nach hinten los geht.
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Avatar Sysko
Sysko
#9 | 23. Jul 2013, 07:41
Wie diese Politikerklientel ihre Zensur und Kontrolle immer rechtfertigen wollen.

"Zum Schutz der Kinder"
"zum Schutz vor Terrorismus"

Als ob es für Kinder nicht viel wichtigere Dinge gäbe vor denen sie beschützt werden müssten als Pornos... und wir reden hier ja nicht nur von Kinderpronografie, es geht um alle Pornos die zensiert werden "um die Kinder zu schützen".

Wie wäre es z.B. Kinder (und uns alle) vor dem Nachmittagsprogramm im TV zu schützen, das in Great Britain mit Sicherheit genauso Gehirnschädigend und Verblödend ist wie bei uns.

Benjamin Franklin hat es mal gesagt:
"Wer Freiheit aufgibt um Sicherheit zu erlangen wird am Ende beides verlieren."

Und so wird es auch kommen, denn Zensur und Kontrolle über die freien Medien wie Internet verleihen Macht, und genau darum geht es dem gesammten Politikerpack mittlerweile.
Mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun.

Ich hoffe nur dass das britische Volk dagegen vorgeht, denn wenn einer sich mit sowas durchsetzt, folgen bald andere.
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Avatar flassadar
flassadar
#10 | 23. Jul 2013, 07:41
Immer wenn davon geredet wird, die dunklen Seiten des Internets auszumerzen denke ich: "Merzt doch erstmal die dunklen Seiten der Realität aus." Ich denke da vor allem an: Krieg, Überwachung, Korruption, Rassismus und so weiter...

Wie wäre es, wenn man bei den WIRKLICH wichtigen Dingen anfängt?
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