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Überwachungsskandal - Bundesdatenschützer Schaar erzählt von »Big Brothestan«

Der Bundesdatenschützer Peter Schaar hat den aktuellen Überwachungsskandal mit dem kostenlosen Versand von Briefen über ein Land namens »Big Brothestan« verglichen.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 30.07.2013 ; 10:26 Uhr


Überwachungsskandal : Bundesdatenschützer Peter Schaar macht den NSA-Skandal anhand einer kleinen Geschichte deutlich. Bundesdatenschützer Peter Schaar macht den NSA-Skandal anhand einer kleinen Geschichte deutlich.

Peter Schaar schreibt im Datenschutzforum, man solle sich vorstellen, ein Staat namens »Big Brothestan« würde einen praktisch kostenlosen Dienst für den Versand von Luftpost von und nach Europa anbieten. Zwar würden die Sendungen über das Big Brothestan geleitet, wären aber fast genauso schnell und günstiger als Alternativen. Der Bundesdatenschützer stellt dann die Frage, ob man so einem Dienstleister seine private und geschäftliche Post anvertrauen würde.

»Was würden Sie sagen, wenn herauskommt, dass die brothestanischen Sicherheitsbehörden alle Absender und Adressaten speichern? Wenn sie die Sendungen öffnen und den Inhalt kopieren, aber nur auf eigenem Territorium, und nur, wenn Absender oder Empfänger nicht in Big Brothestan wohnen? Und würde Sie die Aussage der brothestanischen Regierung beruhigen, all das geschehe „streng nach dem Gesetz“ und werde kontrolliert durch ein Geheimgericht?«

Danach scheint Schaar auf Bundesinnenminister Friedrich einzugehen: »Und was würden Sie von der Einschätzung eines hiesigen Politikers halten, man könne da nichts machen, denn so sei nun mal die Welt? Jedem stehe es im übrigen frei, keine Päckchen mehr zu versenden. Und man könnte seine Briefe ja auch mit Geheimtinte schreiben, die von Kopierern nicht erfasst werde. Zudem müsse man Verständnis für die Praxis der brothestanischen Behörden aufbringen, denn auch bei uns ginge die Sicherheit allen anderen Grundrechten vor. Zum Glück ist das eine rein fiktive Geschichte. Big Brothestan gibt es nicht, es gibt keine kostenlosen Luftfrachtverbindungen in dieses Land und auch nicht Politiker, die zur Geheimtinte raten. Wir können also beruhigt sein. Wirklich?«

Mit dieser Darstellung könnte Schaar die aktuelle Lage vielleicht auch den Menschen verständlich machen, die bislang die Aufregung über die NSA-Überwachung des Internets nicht verstehen, weil sie sich nicht davon betroffen fühlen.

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Avatar itistoolate
itistoolate
#1 | 30. Jul 2013, 10:30
Das versteht doch leider trotzdem keiner.
"Ich hab doch nichts zu verbergen!"
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Avatar GameInk
GameInk
#2 | 30. Jul 2013, 10:31
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar LyNX-EyED
LyNX-EyED
#3 | 30. Jul 2013, 10:40
Zitat von itistoolate:
Das versteht doch leider trotzdem keiner.
"Ich hab doch nichts zu verbergen!"


Die meisten dumm Birnen sind sich nicht bewusst was dieser Skandal bedeutet, und welche weitreichenden Folgen das hat. Aber hier in Deutschland ist das üblich wegzuschauen und zu sagen das geht mich nix an, ... ich hab doch nix zu verbergen.

Man muss sich nur überlegen zu was die Gestapo im Stande gewesen wäre, wenn sie diese Möglichkeiten gehabt hätte!!!?

Jeder von euch sollte überlegen was er im Internet macht, und auf welchen Seiten.

Unsere Regierung steck mitten drin, egal was die sagen, ich hoffe das die Dokumente von Snowden dies beweisen werden können!
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Avatar Rettungsschirm
Rettungsschirm
#4 | 30. Jul 2013, 10:43
"Mit dieser Darstellung könnte Schaar die aktuelle Lage vielleicht auch den Menschen verständlich machen, die bislang die Aufregung über die NSA-Überwachung des Internets nicht verstehen, weil sie sich nicht davon betroffen fühlen."

Nee Wieselsberger, weil selbst in Borniertheitshausen verstehts keiner, wie der werte Herr Datenschutzbeauftragter hier fantasiert... Geheimdienste arbeiten im Geheimen, das blöde daran ist, dass dies natürlich Damen und Herren (die auf Staatskosten arbeiten) wie Herrn Peter Schaar ziemlich brüskiert...klar, das frisst einen dann an, wenn man feststellt, dass die eigene Arbeit nutzlos ist.

Das Problem ist, dass keiner überhaupt so richtig versteht, was hier gerade passiert (und schon lange davor und auch zukünftig), man weiß nur, dass andere Geheimdienste wohl wesentlich effizienter arbeiten und man sogar auf diese angewiesen ist.

Also, weniger aufregen, weniger beleidigt sein und mehr in den eigenen Schutz und die eigene Spionage investieren....man blamiert sich langsam auf der Weltbühne.
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Avatar BigYundol
BigYundol
#5 | 30. Jul 2013, 10:43
Zitat von itistoolate:
Das versteht doch leider trotzdem keiner.
"Ich hab doch nichts zu verbergen!"


...

"Ich hab doch nichts zu verbergen!"

...

Sagen dies heute nicht auch manche über die Stasi der DDR?
Also solange man nichts zu verbergen gehabt habe, seie man auch von denen nicht belangt worden?

Wers glaubt wird wohl seelig.
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Avatar Agent.Smith
Agent.Smith
#6 | 30. Jul 2013, 10:44
Damit macht er es schön plastisch. Ich find den Vergleich von Juli Zeh aber noch besser.

Zitat von :
Wenn ich an die NSA-Affäre denke, sehe ich ein Haus, das gerade von einer Einbrecherbande ausgeräumt wird. Die Bewohner stehen daneben und gucken zu. Die Hausverwaltung steht auch daneben und guckt zu. Sie ruft den Einbrechern vielleicht noch hinterher: ‘Wir verlangen schonungslose Aufklärung. Wir wollen wissen, was hier gespielt wird.’ Und die Einbrecher rufen zurück: ‘Geht in Ordnung.’, steigen ins Auto und fahren davon. [...]


http://bit.ly/1c6JWCG
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Avatar ovid35
ovid35
#7 | 30. Jul 2013, 10:45
Recht korrekt beschrieben. Nur das man statt Briefen und Päckchen, meißt eher Postkarten verschickt die man noch nichtmal öffnen muss.
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Avatar Der Holzfäller
Der Holzfäller
#8 | 30. Jul 2013, 10:48
Die USA ist für mich als ernstzunehmende Partner gestorben, sind jetzt in einer Reihe mit den "Schurkenstaaten".

Es ist nur so erbärmlich, dass keine deutlichen politischen Reaktionen aus der Welt darauf folgen a la Ächtung, Schließung der Botschaften oder Freihandelsabkommen ade.
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Avatar DerToteAmOzean
DerToteAmOzean
#9 | 30. Jul 2013, 10:49
Frag mich ja was passiert, wenn alle Gespeicherten Daten, im Netz veröffentlicht werden, weil es irgendwo ne Sicherheitslücke gab.
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Avatar david23
david23
#10 | 30. Jul 2013, 10:51
..ich dachte erst das wäre dieser schulden-heini zwegert.. von rtl..^^
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