Hacker-Angriff auf Sony Pictures : Sony Pictures war das Opfer eines Hackerangriffs.(Bildquelle: The Next Web) Sony Pictures war das Opfer eines Hackerangriffs.(Bildquelle: The Next Web)

Update: Die staatlichen Medien von Nordkorea gehen in ihrer Berichterstattung nun ebenfalls auf den Hackerangriff auf Sony Pictures ein. Der Verdacht, das Land selbst könnte die Angriffe veranlasst haben, werden als »wilde Spekulation« zurückgewiesen, hinter laut den Mitteilungen Südkorea stecken soll.. Trotzdem könne es sich um »eine gerechte Tat von Unterstützern und Sympathisanten« handeln, die aufgrund der Beschwerden von Nordkorea über die Komödie »The Interview« gehandelt hätten. Immerhin gäbe es weltweit eine große Anzahl solcher Personen.

Laut einem Experten, den Reuters zitiert, hat Nordkorea in der Vergangenheit stets wahrheitsgetreue Aussagen gemacht, was eine eigene Beteiligung an Angriffen betraf. Ob dies allerdings auch unter der Führung des erst seit rund drei Jahren regierenden Diktators Kim Jong Un so ist, ist nicht bekannt. Das FBI geht weiterhin auch der Spur nach Nordkorea nach. Sony Pictures selbst wird »The Interview« wohl trotzdem wie geplant am 25. Dezember 2014 in den USA in die Kinos bringen. Bei beiden Schauspieler James Franco und Seth Rogen waren am Wochenende bei Saturday Night Live zu sehen und scherzten über die Angriffe. Anschließend wurde ein Trailer zum Film gezeigt, der den Kinostart ankündigte.

Update: Laut einer Meldung von Recode könnte der Angriff auf Sony Pictures mit dem Film »The Interview« zusammenhängen. Es handelt sich um eine Komödie mit Seth Rogen und James Franco, die als vom CIA angeworbene Journalisten den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Un ermorden sollen. Die staatlichen Medien des Landes hatten »gnadenlose Vergeltung« angedroht, sollte der Film veröffentlicht werden.

Nun gibt es den Verdacht, dass die eigentlichen Hacker von Nordkorea angeworben wurden, um den Angriff auf Sony Pictures durchzuführen, da dieser zeitlich mit der Veröffentlichung des Films zusammenfällt. Die Hacker könnten dabei laut dem Bericht von China aus tätig geworden sein. Eine Bestätigung für diese Vermutungen, aus denen man fast schon wieder ein Drehbuch schreiben könnte, wenn Beschuldigungen gegenüber Nord-Korea und China nicht so klischeehaft wären, gibt es allerdings nicht.

Update: Wie The Verge meldet, behaupten die Hacker, dass sie das Ziel der »Gleichberechtigung« verfolgen, die Sony angeblich ablehne. Was aber die Hacker genau von Sony Pictures wollen, bleibt weiter unklar. Der Hacker oder die Hackerin namens »lena«, mit der The Verge Kontakt aufnehmen konnte, deutete auch an, dass es eine Art Zusammenarbeit zwischen Sony-Angestellten und den Hackern gegeben haben könnte. Man habe mit »Anderen, die ähnliche Interessen verfolgen« zusammengearbeitet, um bei Sony einzudringen, da man dort »die Türen physisch« nicht verschließe, so die kyptische Aussage.

Sony selbst hat bislang nur bekanntgegeben, dass es bei Sony Pictures eine »System-Störung« gegeben habe, an deren Beseitigung man mit Hochdruck arbeite. Inoffiziell heißt es, die Mitarbeiter seien darüber informiert worden, dass es bis zu drei Tagen dauern könne, bis die Probleme gelöst seien. Außer den Listen, die nur zeigen, auf welche Daten und Server die Hacker anscheinend Zugriff hatten, wurde bislang aber nichts mehr veröffentlicht.

Originalmeldung: Vor einigen Stunden soll es einer Hackergruppe namens #GOP (Guardians of Peace) gelungen sein, sich Zugriff aus die Systeme von Sony Pictures zu verschaffen. Auf allen Rechnern der Angestellten sei ein Bild erschienen, das die Überschrift »Hacked By #GOP«. ein Skelett und einen Text enthielt. Im Text wurde auf Forderungen verwiesen, die Sony erfüllen müsse, da ansonsten alle internen Daten inklusive Geschäftsgeheimnissen verraten würden. Der Text führte danach weltweit verteilte Links mit einer ZIP-Datei auf, in der auf die Daten verwiesen wird, die die Hacker besitzen. Als Frist zur Erfüllung der Forderung wurde der 24. November um 23 Uhr (GMT) genannt, was Mitternacht deutscher Zeit entspricht.

Laut The Next Web enthält die ZIP-Datei eine Liste an Dateinamen, beispielsweise mit Finanzdaten von Sony, aber auch von Zugangsschlüsseln für Sony-Server. Ein Sony-Angestellter soll gegenüber der Webseite den Angriff bestätigt haben, der zunächst nur einen einzelnen Server betroffen und sich dann ausgeweitet habe. Bei Sony Pictures seien inzwischen alle Rechner offline und die Angestellten müssten nun von zuhause arbeiten. Sony habe die Angestellten in den Büros zuvor auch davor gewarnt, sich mit dem Firmennetzwerk zu verbinden oder E-Mails von den Firmenservern abzurufen. Alle Rechner seien auszuschalten und WLAN auf mobilen Geräten dürfe ebenfalls nicht verwendet werden. Bislang gibt von Sony Pictures nur die Reaktion von Pressesprecher Jean Guerin: »Wir untersuchen eine IT-Angelegenheit«.

Wie umfangreich der Hack tatsächlich ist, lässt sich also noch nicht sagen, allerdings wurden inzwischen auch einige Twitter-Konten von Sony Pictures übernommen und dort ebenfalls ein Bild mit »Hacked by #GOP« veröffentlicht. Bei Reddit analysiert man anscheinend bereits die in der verlinkten ZIP-Datei enthaltenen Listen, in der neben E-Mail-Datenbanken, Budget-Kalkulationen und weltweiten Passwortlisten sogar Hinweise auf Ausweis-Scans von Prominenten wie Cameron Diaz oder Angelina Jolie aufgeführt sind. Sollten all diese Daten tatsächlich in die Hände von Hackern gelangt sein, dürfte es sich um einen Sicherheits-SuperGAU für Sony handeln.