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Intel - Droht eine schwere Strafe der FTC?

Intel scheint Schlimmes seitens der FTC zu befürchten, denn erst nachdem man sich mit AMD bereits geeinigt hatte, wurde mit Douglas Melamed ein absoluter Experte in Sachen Kartellrecht als Leiter der Rechtsabteilung eingestellt.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 08.12.2009; 13:19 Uhr


Intel : hm3_Intel_Logo hm3_Intel_Logo Diese Spezialität des neuen Chef-Anwalts geht aus der Presseerklärung hervor. Fast sieht es also danach aus, als habe Intel mit AMD eher die Kleinigkeiten vorab erledigt, um etwas besser auszusehen. Es gibt laut Bright Side of News (BSN) beispielsweise Hinweise darauf, dass Intel bei Lenovo dafür gesorgt habe, dass dort das bereits vorgestellte IdeaPad S12, ein Netbook, nach ein paar Tagen nicht mehr bei den Produkten aufgeführt wurde. Intel sei »mit der Hand in der Keksdose» erwischt worden.

Die EU hat ohnehin Beweise veröffentlicht, nach denen Intel in Europa an Hewlett-Packard erst dann Rabatte gab, wenn 95% aller Prozessoren von Intel stammten. Die restlichen fünf Prozent von AMD durften außerdem nur an kleine und mittlere Unternehmen ausgeliefert werden. Die Vermutung, Intel hätte so auch in den USA gehandelt, liegt also nahe. Die FTC untersucht die EU-Beweise bereits.

Ein Konzern, der mit 85 Prozent Marktanteil bei Prozessoren seine Marktstellung nach Ansicht der FTC nachweisbar ausnutzt, muss in den USA sogar mit Zerschlagung rechnen. Zu diesem Mittel wird aber kaum gegriffen. Prominentestes Opfer war allerdings 1984 nach 10 Jahren vor Gericht der Branchenriese AT&T, der in sieben regionale Firmen aufgeteilt wurde. Unter AT&T gibt es seitdem nur noch Handy- und Ferngespräche.

Zum Verhängnis war AT&T geworden, dass man Gewinne der Tochterfirma Western Electric dazu verwendete, günstige Telefonate zu finanzieren. Damit hatte AT&R das Quasi-Monopol von Western Electric im Bereich Telefon-Geräte dazu genutzt, sich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz im Kommunikationsgeschäft zu verschaffen.

Ob die FTC den Prozessoren- und Chipsatzbereich von Intel so sieht, ist natürlich nicht bekannt, aber eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen. Douglas Melamed hat 30 Jahre Erfahrung in Kartell-Angelegenheiten und ist dabei sogar vor dem höchsten Gericht der USA und anderen Berufungsgerichten tätig gewesen. Auch dies könnte darauf hindeuten, dass Intel selbst eine sehr harte Strafe erwartet, gegen die man notfalls bis vor das Supreme Court ziehen wird.

Intel verhandelt mit der FTC bereits seit 1,5 Jahren, wie InformationWeek meldet. Diese vertraulichen Gespräche finden noch immer statt, wie Intel-Sprecher Chuck Molloy erklärte. In diesen Gesprächen musste Intel auch zur Einigung mit AMD Stellung nehmen. Zu den Problemen mit Intel wurde Nvidia befragt, auch hier sind die Aussagen vertraulich.

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Avatar Seven_121
Seven_121
#1 | 08. Dez 2009, 13:28
Ziemlich mieses Mittel, aber äusserst effektiv.
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Avatar CooLZockeR
CooLZockeR
#2 | 08. Dez 2009, 13:35
Marktwirtschaft ^^
Jeder macht was er will, solange er nicht erwischt wird.
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Avatar squieky
squieky
#3 | 08. Dez 2009, 13:37
Sagte ich ja wo anders. Unschuldig sind nur die, die nicht erwischt werden ;)
Es gibt kein Reichtum mit sauberen Mitteln. Einzige Ausnahme ist Glück im Lotto ;)
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Avatar Weedie
Weedie
#4 | 08. Dez 2009, 13:55
Beim vierten AT&T steht AT&R...sorry, hab heute wohl einen peniblen Tag...
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Avatar tulrich6uoa
tulrich6uoa
#5 | 08. Dez 2009, 14:42
Zitat von Seven_121:
Ziemlich mieses Mittel, aber äusserst effektiv.


Hat AMD zum teil auch, solange aber nix untersucht wird, wird es auch nicht public.
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Avatar Aragornman
Aragornman
#6 | 08. Dez 2009, 14:49
Zitat von tulrich6uoa:
Zitat von Seven_121:
Ziemlich mieses Mittel, aber äusserst effektiv.


Hat AMD zum teil auch, solange aber nix untersucht wird, wird es auch nicht public.


Na ja, bei nem aktuellen Marktanteil von ca. 20% war das ja nicht gerade efektiev^^.
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Avatar Mr.Uhu
Mr.Uhu
#7 | 08. Dez 2009, 14:54
"Zerschlagung! Zerschlagung!" :D
Das wäre ja schon heftig für Intel.
Na mal sehen was draus wird.
Wahrscheinlich nur was auf die Finger...bis sie bluten.
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Avatar Seven_121
Seven_121
#8 | 08. Dez 2009, 15:00
Zitat von Mr.Uhu:
"Zerschlagung! Zerschlagung!" :D
Das wäre ja schon heftig für Intel.
Na mal sehen was draus wird.
Wahrscheinlich nur was auf die Finger...bis sie bluten.


Wenn überhaupt,wo so viel Geld im Spiel ist, wird auch gerne mal wer bestochen...
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Avatar Rollora
Rollora
#9 | 08. Dez 2009, 15:04
Zitat von Aragornman:
Zitat von tulrich6uoa:
Zitat von Seven_121:
Ziemlich mieses Mittel, aber äusserst effektiv.


Hat AMD zum teil auch, solange aber nix untersucht wird, wird es auch nicht public.


Na ja, bei nem aktuellen Marktanteil von ca. 20% war das ja nicht gerade efektiev^^.

Ja, davon könnte ich ein Liedchen singen. Die haben einfach weniger Geld in ihre Kampagnen gesteckt.
Bei uns in der Firma war das recht einfach. Es gab 2 Verträge zur Auswahl bei denen Intel einfach mehr rabatt gab. Wir gingen zu AMD und meinten "kriegen wir bei euch auch so viel?" die "nö" (jetzt verkürzt natürlich ;) ) und somit gingen tausende Computer mit Intel statt AMD Prozessoren außer haus. Wegen dem Geiz von AMD. Warum sollen wir auch unseren Gewinn minimieren? Beide Firmen haben das gemacht, verurteilt wird nur eine. Fair is was anderes. Das ist übrigens bei Microsoft genau dasselbe: Weil sie bei Windows den Hausintern entwickelten Internet Explorer mitliefern und nicht den von 3. Herstellern gelieferten Firefox (oder ähnliches) mussten sie ne Milliarde zahlen. Interessant ist, dass sämtliche Microsoftkonkurrenten nur den eigenen Browser anbieten müssen...
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Avatar Aragornman
Aragornman
#10 | 08. Dez 2009, 15:17
@Rollora

Abgesehen das das jetzt am Tema vorbei geht, nenn mir wenigstens einen ernsthaften Mitbewerber von Microsoft. Ich für meinen Teil, kenne leider keinen.
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