AMD goes ARM : AMDs CEO Rory Read reißt das Steuer bei AMD herum: Anfang des Jahres erklärte Read den Wettstreit mit Intel um die schnellsten Desktop-Prozessoren für beendet und nun wenden sich die Server-CPUs der Opteron-Serie zumindest ein wenig von der x86-Architektur ab. Zwar wird es weiterhin leistungsstarke Zambezi- und Vishera-Opterons geben, mit den nun angekündigten ARM-Prozessoren soll das Angebot von AMD aber nach unten hin abgerundet werden. Im Desktop-Bereich wird AMD weiterhin x86 treu bleiben.

Wie bereits seit einiger Zeit erwartet kooperiert AMD im Bereich der Serverprozessoren mit dem britischen Unternehmen ARM. Deren ebenfalls neu vorgestellter Cortex A57 dürfte die Basis für kommende AMD-Prozessoren für Microserver und andere energiesparende Systeme werden. Zu diesem Zwecke wird AMD die ARM-Prozessorarchitektur mit der Interconnect-Technik "Freedom Fabric" kombinieren. Diese erwarb AMD mit der Übernahme des Serverhersteller SeaMicro Anfang des Jahres.

Als Partner stehen AMD mit HP und Dell bereits zwei starke Unternehmen zur Seite - die ARM-Server von AMD sollen in Zukunft vor allem als Webserver dienen. Auch ein Softwarepartner ist mit Red Hat bereits gefunden.

ARMs Cortex A53 und Cortex A57 werden erstmals 64-Bit-Befehle ausführen können. Die CPUs basieren auf der neu vorgestellten ARMv8-Mikroarchitektur und werden als SoC zusammen mit Netzwerkinfrastruktur, Speichercontroller und Grafikeinheit gefertigt. Neben AMD gab ARM auch Samsung, STMicroelectronics und Broadcom als Partner für die 64-Bit-CPUs bekannt. Die wahlweise in 20 nm oder 28 nm gefertigten SoCs sollen allerdings frühestens im Jahr 2014 auf den Markt kommen. Für Smartphones und Tablets sind diese Recheneinheiten indes vorerst nicht vorgesehen, hier wird in der kommenden Zeit noch der Cortex A15 ausreichen müssen.