Intel-Prozessoren : Intel hat auf der CES neue Prozessoren für den Mobilbereich angekündigt und dabei besonders auf den geringen Verbrauch von nur 7 Watt hingewiesen. Die auf der Ivy-Bridge-Architektur basierenden Prozessoren erreichen diesen Wert aber nur, wenn die von Intel selbst entworfene Scenario Design Power (SDP) verwendet wird, deren Berechnung zumindest momentan nicht nachvollziehbar ist.

Die üblicherweise angegebene Thermal Design Power (TDP) liegt bei diesen Prozessoren je nach Modell zwischen 13 und 17 Watt. Dieser hohe Energieverbrauch wird im Normalbetrieb kaum erreicht, ist aber dennoch die Standardangabe, um beispielsweise die Kühlung eines Prozessors ausreichend zu dimensionieren. Intel verschweigt die Nutzung von SDP zwar nicht, ging aber bei der Präsentation auch nicht weiter darauf ein. Für SemiAccurate ist das »unehrlich«.

Aber neu ist der Versuch, die Energieeffizienz der eigenen Prozessoren auf andere und vielleicht auch praxisorientiertere Weise darzustellen, nicht. AMD hatte schon 2007 mit seiner Average CPU Power eine reale Angabe des tatsächlichen Energieverbrauchs seiner Server-CPUs eingeführt, die nach vier Stunden Last durch Standards-Benchmarks ermittelt wurde. Auch hier wurde AMD vorgeworfen, die Watt-Angaben aus Marketing-Gründen auf diese Weise senken zu wollen, da Intel hier überlegen war. Heute treffen Intel ähnliche Vorwürfe aufgrund der sehr energieffizienten Konkurrenz von ARM.

Update 17.01.2013: Ein Intel-Mitarbeiter hat Anandtech die Scenario Design Power (SDP) der neuen Prozessoren genauer erklärt. Wie bereits erwähnt, dient die bekannte Thermal Design Power (TDP) vor allem als Information für die notwendige Kühlleistung, wenn ein Prozessor belastet wird. Bei neuen Prozessoren mit Turbo-Funktion, kann diese Angabe auch kurzzeitig ohne Probleme überschritten werden. Bei längerer Last wird die Taktrate der CPU verringert, um die TDP einzuhalten.

Intel versieht seine Mobilprozessoren eigentlich mit drei verschiedenen TDPs, beispielsweise 17 Watt, 20 Watt und 13 Watt. Während 17 Watt die herkömmliche TDP ist, können Systeme mit überdimensionierter Kühlung auch 20 Watt problemlos ohne Taktreduzierung verkraften, während bei schwächerer Kühlung schon bei 14 Watt gedrosselt wird. Normalerweise fällt dieser Unterschied bei normaler Nutzung nicht auf, bei Spielen oder Videobearbeitung mit hoher Last bietet die gleiche CPU je nach Kühlung und erlaubter TDP mehr oder weniger Leistung.

Bei den neuen Mobilprozessoren der Y-Serie gibt Intel nun mit der SDP den niedrigsten der drei Werte an, die hier bei 13, 10 und 7 Watt liegen. Eine CPU mit einer SDP von 7 Watt kann jedoch je nach Hersteller auch eine TDP von 10 oder 13 Watt haben. Bei geringer oder kurzfristiger Last fällt dies in Sachen Leistung erneut nicht auf. Je nachdem welche maximale TDP die Hersteller wählen, kann aber der Leistungsunterschied bei langer Belastung sehr deutlich sein. Laut Anandtech ist die SDP also »unglücklicherweise ein zusätzlicher Wert, den technisch Versierte kennen müssen, wenn sie ihre Systeme kaufen«. Auch Tests von PCs mit solchen Prozessoren müssten darauf Rücksicht nehmen.

Intel 4004 (1971)
Der erste wirklich universelle Mikroprozessor war der Intel 4004, den die Ingenieure für das japanische Unternehmen Busicom entwickelten und sich die Rechte an dem Chip für nur 60.000 US-Dollar selbst sicherten. Busicom selbst ging in Konkurs, ohne je ein Produkt mit dem Intel 4004 auf den Markt gebracht zu haben.