Apple vs. FBI : Apple wehrt sich gegen Forderungen des FBI und die Anordnung eines Gerichts. In einem offenen Brief führt Tim Cook grundsätzliche Bedenken zu einer Backdoor für iPhones an. Apple wehrt sich gegen Forderungen des FBI und die Anordnung eines Gerichts. In einem offenen Brief führt Tim Cook grundsätzliche Bedenken zu einer Backdoor für iPhones an.

Update: Ein Gericht in New York hat nun in einen ähnlichen Fall entschieden, dass Apple nicht aufgrund des aus dem Jahr 1789 stammenden All Writs Act dazu gezwungen werden kann, ein iPhone zu entsperren. In diesem Fall ist das betroffene iPhone ein Beweismittel in einem Fall, der sich um Drogenhandel dreht.

Richter James Orenstein ist das Ansicht, dass die Forderung der Regierung in diesem Fall nicht mit den etablierten Regeln und den Prinzipien des Gesetzes übereinstimmt und der All Writs Act den Behörden nicht alles erlaubt, was nicht direkt durch Gesetze verboten wäre. Orenstein weist aber auch darauf hin, dass er damit keine Meinung darüber ausdrückt, ob die Regierung das Recht haben sollte, »jede noch so starke Tür« öffnen zu können oder ob das Interesse der Gesellschaft gegen solche Rechte schwerer wiegen.

Hier die Balance zu finden sei eine wichtige Gesellschaftsfrage und der technische Fortschritt mache eine Lösung immer dringender. Die Diskussion müsse jedoch unter den Gesetzgebern stattfinden und nicht etwa vor Gericht. Kein Richter dürfe behaupten, dass die Gründer der USA im Jahr 1789 diese Debatte bereits geführt und beendet hätten. Laut TechCrunch sieht Apple in dieser Entscheidung einen wichtigen, wenn auch nicht bindenden Präzedenzfall.

Quelle: TechCrunch

Originalmeldung: Das FBI will erreichen, dass Apple den Behörden Zugang zu den verschlüsselten Daten auf einem iPhone 5c gewährt, das den beiden Attentätern von San Bernadino gehörte. Ein Gericht hatte Apple angewiesen, dem FBI zu helfen, doch Apple weigert sich und hat zu diesem Thema nun einen offenen Brief von Firmenchef Tim Cook veröffentlicht. Die Anweisung des Gerichts habe eine Tragweite, die über den genannten Fall hinausgehe und müsse daher auch öffentlich diskutiert werden.

Smartphones seien inzwischen so wichtig geworden, dass darauf eine große Menge an persönlichen Daten abgespeichert sind, von Fotos über Musik bis hin zu finanziellen Informationen, Fitnessdaten oder auch Aufenthaltsorte. Diese Daten müssten vor dem Zugriff von Hackern und Kriminellen geschützt werden. Apple und andere Unternehmen würden daher große Anstrengungen unternehmen, um die Daten zu sichern. Seit mehreren Jahren habe auch Apple selbst keinerlei Zugriff mehr, weil die Inhalte von iPhones das Unternehmen nichts angingen.

Auch wenn Apple keinerlei Sympathie für Terroristen hege, sich an alle Gesetze halte und das FBI sogar berate, was Ermittlungsmöglichkeiten angehe, verlange die US-Regierung nun etwas, das Apple nicht habe und etwas, das zu gefährlich sei, um es zu erschaffen. "Sie haben uns aufgefordert, eine Backdoor für das iPhone zu schaffen." Apple solle eine neue iOS-Version erstellen, die wichtige Sicherheitsmaßnahmen umgeht und diese während der Ermittlungen auf das iPhone installieren. Damit soll das iPhone beispielsweise Einloggversuche über eine direkte Verbindung in unbegrenzter Anzahl erlauben.

"Diese Software - die heute nicht existiert - hätte in den falschen Händen das Potential, jedes iPhone zu entsperren, wenn man es physisch besitzt", so Cook. Auch wenn das FBI behaupte, es ginge nur um diesen einen Fall, gäbe es keine Garantie dafür, dass solche Software entsprechend kontrolliert werden könnte. Existiere sie einmal, könne sie immer und immer wieder verwendet werden, wie ein Schlüssel, der Millionen Schlösser öffnen könne.

"Die Regierung verlangt von Apple, die eigenen Nutzer zu hacken und Jahrzehnte an Sicherheitsfortschritten zu untergraben, die unserer Kunden schützen." Das Gesetz, das das FBI anwendet, ist der All Writs Act aus dem Jahr 1789. Das könnte bei einem Erfolg des FBI laut Cook dazu führen, dass Apple dazu gezwungen werden könnte, Überwachungssoftware zu erstellen, die alle Nachrichten abfängt, Zugriff auf Gesundheitsdaten und Finanzdaten hat, den Aufenthaltsort verrät oder sogar Mikrofon und Kamera ohne das Wissen des Nutzers aktiviert.

"Wir widersetzen uns den Forderungen des FBI mit tiefem Respekt für die amerikanische Demokratie und Liebe für unser Land. Wir glauben, es wäre im besten Interesse von allen, einen Schritt zurück zu gehen und die Auswirkungen zu betrachten", so Cook. Auch wenn man glaube, dass das FBI gute Absichten habe, wäre es falsch, Hintertüren in Produkte einbauen zu müssen. "Wir fürchten, dass das letztendlich genau die Freiheiten und die Unabhängigkeit untergraben würde, die unsere Regierung schützen soll."

Quelle: Apple