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Haftstrafen im Pirate-Bay-Prozess - 2,71 Millionen Euro Schadensersatz

Die Gründer von The Pirate Bay sind zu hohem Schadensersatz und zu jeweils einem Jahr Haft verurteilt worden, wollen aber wie angekündigt Berufung gegen das Urteil einlegen.

Von Georg Wieselsberger, Christian Merkel |

Datum: 17.04.2009; 12:59 Uhr


Haftstrafen im Pirate-Bay-Prozess : Pirate Bay Pirate Bay Frederik Neij, Gottfrid Svartholm Warg, Carl Lundstrom und Peter Sunde, die Gründer der Torrent-Seite The Pirate Bay, wurden heute in Schweden in einem weltweit beobachteten Prozess zu einem Jahr Haft und zu Schadensersatz in Höhe von umgerechnet 2,71 Millionen Euro verurteilt. Laut Peter Sunde wird das Urteil jedoch keinen Einfluss auf The Pirate Bay haben, es handle sich nur um ein "Schauspiel für die Medien". Er habe bereits gestern abend erfahren, dass er den Prozess verloren habe. Nicht ohne Ironie merkt er an, dass inzwischen nicht nur Filme, sondern auch Gerichtsurteile vor der Veröffentlichung verbreitet werden.

Eine Allianz aus Musik-, Film- und Spieleproduzenten hat die Betreiber von The Pirate Bay wegen Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen angeklagt. Laut der Argumentation der Kläger habe die Internetseite Millionen Internetnutzern ein Forum für den kostenlosen Download von Musik, Filmen und Spielen geboten. Damit wurden sie direkt ermuntert, Urheberrechte zu brechen. In Schweden können Urheberrechtsverletzungen mit Haftstrafen geahndet werden. Die Strategie der Beklagten ist hinlänglich bekannt: Nach ihrer Auffassung stelle die Website kein copyright-geschütztes Material zum Download zur Verfügung. Sie sei lediglich Vermittler. Nach deutschem Recht wären die Betreiber haftbar, da es im BGB den Begriff der Störerhaftung gibt. Danach sind auch diejenigen haftbar zu machen, die willentlich etwas dazu beitragen, dass jemand ein rechtlich geschütztes Gut verletzt. Das schwedische Recht kennt die Störerhaftung nicht. Sie müsste für das Urheberrecht extra geregelt werden. Deswegen war der Ausgang des Pirates-Bay-Prozess lange Zeit offen.

Dass es sich bei dem Urteil, egal wie es ausgefallen wäre, nicht um das endgültige Urteil handeln würde, war von vornherein klar. Denn beide Seiten hatten für den Fall einer Niederlage Berufung angekündigt. Insgesamt könnte sich das Verfahren also noch Jahre bis zu einem rechtskräftigen Urteil hinziehen.

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(gw/cm)

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#1 | 17. Apr 2009, 13:14
Erst die Providersperren und jetzt das noch.
Ein schwarzer Freitag für die Meinungsfreiheit!
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Avatar Kronpr1nz
Kronpr1nz
#2 | 17. Apr 2009, 13:15
Zum Glück kauf (und vorallen Dingen höre) ich keineMusik von Major Labels.
Ich hoffe immer noch stark, dass Major Labels pleite gehen und aufhören alles gute aufzukaufen und dem Mainstream anzupassen.

Naja, ist meine Meinung.

Ich bin dann mal auf das endgültige Urteil gespannt, obwohl die Raubmordkopierer immer 2 Schritte voraus sind. Diese Prozesse kosten nur und bringen nischt.

Was hat sich die Industrie gefreut als sie Napster dichtgemacht haben, und was hat es gebracht?

Bietet den Kunden doch mehr anreize Musik zu kaufen. Ein großteil des Geldes wird doch eh mit Liveauftritten gemacht, da kann man CD's ruhig günstiger machen.
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Avatar sonycsiss*
sonycsiss*
#3 | 17. Apr 2009, 13:41
Dass die Maßnahmen und Verurteilungen wirklich etwas ändern, halte ich für sehr unwahrscheinlich, aber was haben die Sperrung von kinderpornographischen Websites und die Verurteilung der Betreiber von Pirate Bay mit Meinungsfreiheit zu tun?
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Avatar leecher
leecher
#4 | 17. Apr 2009, 13:51
Zitat von sonycsiss*:
aber was haben die Sperrung von kinderpornographischen Websites und die Verurteilung der Betreiber von Pirate Bay mit Meinungsfreiheit zu tun?


Das weiß er Wahrscheinlich selber nicht so genau.

Das eine Bestrafung nichts bringen wird, aber trotzdem angebracht ist, sollte aber jedem bewusst sein, oder etwa nicht?

@Kronpr1nz: Ich höre was mir gefällt, und achte doch nicht darauf welches Label dahinter steht. Die Preise bei Neuerscheinungen finde ich allerdings auch zu hoch, deswegen kaufen ich gerne ältere Alben. Und wenn die Musik dem "Mainstream" angepasst wird ist der Künstler doch genau so verantwortlich wie das Label.
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Avatar lb
lb
#5 | 17. Apr 2009, 13:56
Zitat von sonycsiss*:
was haben die Sperrung von kinderpornographischen Websites und die Verurteilung der Betreiber von Pirate Bay mit Meinungsfreiheit zu tun?

Wer denkt, dass sich Internetzensur nur auf Kinderpornographieangebote beziehen wird und niemals nicht auf keinen Fall jemals auf etwas anderes, den möchte ich, sorry, einfach mal als naiv bezeichnen.
Wie Dänemark und Australien gezeigt haben, werden diese Listen sowieso früher oder später veröffentlicht, es sind auch zu einem großen Teil eigentlich legale Angebote auf den Listen. Von der leichten Umgehbarkeit, Vorgehen gegen Berichterstattung über die Zensur (Hausdurchsuchung beim Inhaber der Domain wikileaks.de) und dem nicht erfolgenden direkten Vorgehen gegen vermeintliche Kipo-Angebote will ich gar nicht erst anfangen. (Der überwiegende Teil der Angebote auf den Zensurlisten aus Dänemark und Australien steht in westlichen Ländern, wo Kinderpornographie sowieso illegal ist.)

Für weitere interessante Informationen zum Thema empfehle ich mal eine Pressemappe vom Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur:
[url]http://blog.odem.org/2009/04/presseme ldung-ak-zensur.html[/url]
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Avatar chaos_zogger
chaos_zogger
#6 | 17. Apr 2009, 13:57
Zitat von sonycsiss*:
Dass die Maßnahmen und Verurteilungen wirklich etwas ändern, halte ich für sehr unwahrscheinlich, aber was haben die Sperrung von kinderpornographischen Websites und die Verurteilung der Betreiber von Pirate Bay mit Meinungsfreiheit zu tun?


Es geht (den meisten hier :ugly:) nicht um kinderpornographische Seiten an sich, sondern darum, dass die Web-Zensur immer weiter voranschreitet. Wir nähern uns mit traurigen Schritten einer totalen Überwachungsgesellschaft
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Avatar leecher
leecher
#7 | 17. Apr 2009, 14:01
lbtrttdj und chaos_zogger, ihr habt ja größtenteils recht, aber was hat das mit dem Gerichtsurteil zu tun, richtig nichts.
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Avatar Master Windu
Master Windu
#8 | 17. Apr 2009, 14:03
Zitat von sonycsiss*:
Dass die Maßnahmen und Verurteilungen wirklich etwas ändern, halte ich für sehr unwahrscheinlich, aber was haben die Sperrung von kinderpornographischen Websites und die Verurteilung der Betreiber von Pirate Bay mit Meinungsfreiheit zu tun?

Beides stellt einen ersten Schritt auf dem Weg zur Internetzensur dar, besonders die Sperrung von Kinderpornoseiten klingt zwar erst mal großartig, ebnet aber eben auch den Weg zur MeinungsUNfreiheit. Demnächst sind es dann Seiten von Terrororganisationen, dann von fundamental Religiösen und dann ist der Weg zur vollständigen Zensur nicht mehr weit.
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Avatar chaos_zogger
chaos_zogger
#9 | 17. Apr 2009, 14:05
Zitat von leecher:
lbtrttdj und chaos_zogger, ihr habt ja größtenteils recht, aber was hat das mit dem Gerichtsurteil zu tun, richtig nichts.


Nichts ist hart.. . Aber nicht viel. Es ist beides ein sinnloser Kampf gegen Web 2.0
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Avatar crysisheld
crysisheld
#10 | 17. Apr 2009, 14:16
Tja wie schon in der News geschrieben, warten wir mal ab was nach der Berufung rauskommt...
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