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DRM macht Kunden zu Raubkopierern - Jahrelange Studie einer Cambridge-Professorin

DRM ist auch für viele Käufer ein Ärgernis, die dadurch teilweise an der Ausübung ihrer Rechte gehindert werden - und bei Ausübung dieser Rechte zu Raubkopierern werden.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 01.06.2009; 11:45 Uhr


DRM macht Kunden zu Raubkopierern : Report: Kopierschutz oder Tod Report: Kopierschutz oder Tod Patricia Akester ist Professorin für Recht an der Universität in Cambridge und hat mehrere Jahre lang Lehrer, Verbraucher, Rechteinhaber, Behörden und DRM-Entwickler befragt, um herauszufinden, wie Digital Rights Management (DRM) und Gesetze gegen dessen Umgehung die tatsächliche Nutzung von Medien beeinflussen. Eines der Beispiele für die Probleme von DRM sind Einschränkungen, die die Ausübung anderer Rechte verhindern.

So war eine blinde Frau, die sich bei Amazon die Bibel als E-Book gekauft hatte, letztlich gezwungen, sich eine illegale Version des E-Books zu besorgen, da das DRM das Vorlesen des Buches durch den E-Book-Reader verhinderte. Als Blinde hat sie allerdings das Recht auf eine für sie nutzbare Version und konnte dies nur auf illegale Weise ausüben. Verlag und Amazon verwiesen jeweils auf die Verantwortung des anderen.

Dozenten, die laut englischem Recht Filmausschnitte zusammenstellen dürfen, um sie im Unterricht zu verwenden, dürfen dies gleichzeitig nicht, da es keine legale Möglichkeit gibt, die CSS-Verschlüsselung von DVDs zu umgehen. Die British Library muss für das Archivieren und Duplizieren von DVDs ebenfalls den DRM-Schutz umgehen, um ihr Recht auf Archivierung ausüben zu können.

Doch DRM, das jede legale Nutzung ermöglicht und gleichzeitig sicher ist, ist selbst für die Rechteinhaber undenkbar. Dort nimmt man in Kauf, dass einige Käufer in ihren Rechten beschnitten werden. Wie der Archivar Peter Bright von der British Library betont, erreichen der massive Lobbyismus und all der technische, rechtliche und gesetzgeberische Aufwand so wenig im Kampf gegen illegale Kopien, dass man eigentlich drüber lachen müsste, wenn man nicht bereits deswegen weine.

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Avatar Thoran-Crow
Thoran-Crow
#1 | 01. Jun 2009, 11:55
"Wie der Archivar Peter Bright von der British Library betont, erreichen der massive Lobbyismus und all der technische, rechtliche und gesetzgeberische Aufwand so wenig im Kampf gegen illegale Kopien, dass man eigentlich drüber lachen müsste, wenn man nicht bereits deswegen weine."

Wahre Worte.
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Avatar kylroy
kylroy
#2 | 01. Jun 2009, 12:24
Zitat von :
So war eine blinde Frau, die sich bei Amazon die Bibel als E-Book gekauft hatte, letztlich gezwungen, sich eine illegale Version des E-Books zu besorgen, da das DRM das Vorlesen des Buches durch den E-Book-Reader verhinderte. Als Blinde hat sie allerdings das Recht auf eine für sie nutzbare Version und konnte dies nur auf illegale Weise ausüben.


alleine dieser fall führt das ganze schon ad absurdum, und das ist nur [B]ein beispiel[/B] von vielen.

mehr gibt es dazu nicht zu sagen...
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Avatar Mach10
Mach10
#3 | 01. Jun 2009, 12:25
Jau! Bitte mehr solche Studien! Danke, Ms. Akester!!!
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Avatar Termkiller
Termkiller
#4 | 01. Jun 2009, 12:37
Zitat von Die News:
...Dort nimmt man in Kauf, dass einige Käufer in ihren Rechten beschnitten werden....


Warum ist denn dieses Vorgehen eigentlich nicht illegal?
In meinen Augen sollte sowas definitiv geahndet werden.
Ich kann als Firma nicht einfach die Rechte anderer beschneiden.
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Avatar Necrol
Necrol
#5 | 01. Jun 2009, 12:48
Zitat von Termkiller:

Warum ist denn dieses Vorgehen eigentlich nicht illegal?
In meinen Augen sollte sowas definitiv geahndet werden.
Ich kann als Firma nicht einfach die Rechte anderer beschneiden.


Warum das nicht geahndet wird ?
Die Politik unterstützt doch mit ihrer Gesetzgebung noch DRM, siehe das Verbot einen technisch wirksamen Kopierschutz zu umgehen.

Das ist in meinen Augen schon nen Witz. Wenn nen Kopierschutz technisch wirksam ist sollte man doch ihn nicht ohne bzw mit äußerst geringem Aufwand umgehen können. Trotzdem verwährt mir das Gesetz das Recht auf meine private Sicherheitskopie bzw zwingt mich gewisse CDs unversicht im CD-Wechsler des Autos mitzuführen...

Aber da Lobbyismus schon immer ein Weg war mit dem Unternehmen für relativ wenig Geld Einfluss nehmen können wird das auch weiter bei so schwachsinnigen Regelungen bleiben bis die Firmen einsehen das es so wie sich das vorstellen eben doch nichts wird.
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Avatar Jonock
Jonock
#6 | 01. Jun 2009, 13:10
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?act ion=petition;sa=details;petition=4006
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Avatar 4K.Demo
4K.Demo
#7 | 01. Jun 2009, 13:22
Yep, weg mit DRM. Mehr gibt es dazu nich zu sagen...
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Avatar Sempai02
Sempai02
#8 | 01. Jun 2009, 14:27
Toll. Viele Spieler raubkopieren leider immer, egal ob ein Schutz drauf ist oder nicht. Da könnte ein Spiel für 50 Cent im Briefkasten liegen, trotzdem wäre das noch zuviel.
Avatar Jemisator23
Jemisator23
#9 | 01. Jun 2009, 15:36
Super? Man hat echt so lange gebraucht, bis man das heraus gefunden hat? Dabei stand dieser Verdacht, dass DRM die Raubkopierer nur so anlockt, schon länger im Raum.
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Avatar Necrol
Necrol
#10 | 01. Jun 2009, 16:09
Zitat von BlackSun84:
Toll. Viele Spieler raubkopieren leider immer, egal ob ein Schutz drauf ist oder nicht. Da könnte ein Spiel für 50 Cent im Briefkasten liegen, trotzdem wäre das noch zuviel.


Das war zu C64-Zeiten schon so, und trotzdem hat sich daraus ne recht ansehnliche Industrie Entwickelt. Damals wurden die Spiele zwar überwiegend alleine programmiert, dafür war die Zielgruppe aber auch dementsprechend klein.

Außerdem wirst du die Raubkopierer die aus "Sammelleidenschaft" kopieren eh nicht dazu bewegen sich was zu kaufen, aus genau dem grund den du selber genannt hast.
Als Beispiel das es auch heute noch ohne DRM-Müll geht sei Sins of a Solar Empire genannt. Wurde zwar auch kopiert, trotzdem war man mit den erreichten Zahlen aber zufrieden.
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