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Wikileaks - Haftprüfung war live auf Twitter

Die gestrige Haftprüfung von Wikileaks-Gründer Julian Assange hat Geschichte geschrieben, was britische Gerichtsverfahren angeht.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 15.12.2010; 09:25 Uhr


Wikileaks : Wohl aufgrund des weltweit riesigen Medieninteresses am Haftprüfungstermin von Julian Assange hatte der Richter den anwesenden Journalisten im Gerichtssaal erlaubt, live per Twitter zu berichten, »solange es leise ist und nicht stört«. Normalerweise sind in Großbritannien weder Telefone noch Aufnahmen im Gerichtssaal erlaubt. Die Erlaubnis von Richter Riddle kam daher recht überraschend.

Dank mehrerer Journalisten wie Alexi Mostrous von der Times konnten die wesentlichen Vorgänge des Prozesses weltweit verfolgt werden. Nachdem die Vertreter der schwedischen Anklage sich gegen eine Freilassung auf Kaution ausgesprochen hatten, konnte der neue zum Assange-Team gestoßene Anwalt und ehemalige UN-Richter Geoffrey Robertson den Richter vom Gegenteil überzeugen.

Ein ehemaliger Captain der britischen Armee, Vaughan Smith, der auch den Frontline Club leitet, in dem Assange vor seiner Verhaftung lebte, stellt sein Anwesen zur Verfügung, das von der Polizei als geeignet eingestuft wurde. Smith entstammt einer in Großbritannien angesehenen Familie. Sein Vater war nicht nur Colonel der Grenadiere, sondern auch ein Kurier der britischen Queen und lebt ebenfalls in der Nähe.

Julian Assange muss laut Kautionsbedingungen eine elektronische Fußfessel tragen und sich jeden Abend um 18 Uhr bei einer nur knapp eine Meile entfernten Polizeidienstelle melden. Das Anwesen darf er zwischen 10 und 14 Uhr sowie 22 und 2 Uhr morgens nicht verlassen. Außerdem müssen 200.000 Britische Pfund in bar hinterlegt werden. Letzteres dürfte laut seinen Anwälten ein oder zwei Tage benötigen, so dass klar war, dass Assange nicht sofort freikommen kann.

Die schwedischen Vertreter nutzten zudem eine zweistündige Frist, um Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts einzulegen, über die innerhalb von 48 Stunden entschieden werden muss. Auch wegen der Berufung wäre es vorerst nicht möglich gewesen, Assange freizulassen. Anwalt Mark Stephens erklärte, die Anfechtung der Freilassung durch Schweden belege, dass es sich um eine Verfolgung von Assange und nicht um eine Untersuchung eines Falles handle. Schweden scheue keine Mühen, um Assange zu schaden.

Die Kaution wird von mehreren prominenten Briten gestellt, die nun das entsprechende Bargeld auftreiben müssen. Aber auch Filme-Macher Michael Moore hatte 20.000 US-Dollar angeboten und öffentlich klärt, alle seine Webseiten, Domains und Server stünden zur Hilfe für Wikileaks bereit.

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Avatar Hadamar
Hadamar
#1 | 15. Dez 2010, 09:44
Ich versteh das sowiso nicht ganz. Haben die Frauen die "angeblich" von ihm vergewaltigt wurden nicht die Klage zurückgezogen?
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Avatar Hochnerd
Hochnerd
#2 | 15. Dez 2010, 09:47
@Hadamar

Zuerst ja aber später .....
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33799 /1.html

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Avatar myblade
myblade
#3 | 15. Dez 2010, 09:48
Soso, Fußfesseln und Meldepflicht wegen einer irgendwie doch nicht so ganz wirklich abgelaufenen Vergewaltigung bzw 2. Und die Zeit zum Angeben hatten sie auch noch...
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Avatar Nabil
Nabil
#4 | 15. Dez 2010, 09:49
Ach? Und ohne Twitter wäre über die Sache nicht berichtet worden? So ein paar Minuten später, wie es sonst üblich ist? Nein? Danke Twitter! DAAANKE!! *Sarkasmus aus*

Man kann doch regelrecht dran fühlen, dass so ein paar angepisste Fies-Knilche der US-Regierung versuchen, Assange ein Ei an die Schiene zu nageln.
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Avatar Wasper
Wasper
#5 | 15. Dez 2010, 09:53
Letztens gerade im Radio gehört, dass der internationale Haftbefehl geschaffen wurde, um Terroristen, etc. weltweit verfolgen zu können aber überhaupt nicht, um jemanden einzubuchten, wo es außer fadenscheinigen Behauptungen (wie in diesem Fall) keinerlei Beweise und co gibt.
Das ist das erste Mal, dass ein internationaler Haftbefehl bei solch einer fadenscheinigen Behauptung ausgestellt worden ist. Da will wohl jemand unbedingt, dass der Assange für 'ne Zeit lang weggesperrt wird.
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Avatar Boro015
Boro015
#6 | 15. Dez 2010, 10:00
Zitat von Wasper:
Letztens gerade im Radio gehört, dass der internationale Haftbefehl geschaffen wurde, um Terroristen, etc. weltweit verfolgen zu können aber überhaupt nicht, um jemanden einzubuchten, wo es außer fadenscheinigen Behauptungen (wie in diesem Fall) keinerlei Beweise und co gibt.
Das ist das erste Mal, dass ein internationaler Haftbefehl bei solch einer fadenscheinigen Behauptung ausgestellt worden ist. Da will wohl jemand unbedingt, dass der Assange für ne Zeit lang weggesperrt wird.



Vor allem wieso ein internationaler Haftbefehl bei einer "Vergewaltigung"! Nicht dass ich dieses Verbrechen in seinem Unrechtsgehalt abwerten möchte... aber ginge es nur darum, dann wäre dies ziemlich überzogen!

Dies zeigt par excellence wie hörig die meisten Staaten dem Amerikanern gegenüber sind...
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Avatar PbVeritas
PbVeritas
#7 | 15. Dez 2010, 10:08
Das war wirklich der letzte Ausweg der Amis Assange mundtot zu machen, wenns schon nicht die CIA geschafft hat...
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Avatar henric
henric
#8 | 15. Dez 2010, 10:09
Berlusconi in Italien, Putin in Russland und die USA gegen die Wahrheit.
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Avatar BGK
BGK
#9 | 15. Dez 2010, 10:10
Zitat von Boro015:
Dies zeigt par excellence wie hörig die meisten Staaten dem Amerikanern gegenüber sind...


Tja traurig aber wahr. USA sind in meinen Augen auch nicht besser als Iran und Co.
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Avatar TainTr
TainTr
#10 | 15. Dez 2010, 10:46
Rede und Pressefreiheit ... einer der Stützsäulen der modernen Demokratie. Doch wenn es manchen Weststaaten plötzlich nicht mehr passt verfallen sie selbst in kommonistische zustände und reden dann von sowas wie Nationale Sicherheit.
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