Hardware-News

Aktuelle Nachrichten rund um PC-Hardware, Grafikkarten, Windows und Internet.

Internet - Kritik an US-Kontrolle über DNS-System

Im Licht der aktuellen Situation von Wikileaks soll eine Arbeitsgruppe zur internationalen Netzpolitik eingerichtet werden.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 16.12.2010; 14:25 Uhr


Internet : Diesen Vorschlag machten Brasilien, Indien und Südafrika auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Die Arbeitsgruppe soll das Internet nicht kontrollieren, sondern im Gegenteil die Kontrolle durch einzelne verhindern und Punkte des öffentlichen Interesses in Sachen Netzpolitik diskutieren. Für Brasilien ist die aktuelle Lage um Wikileaks ein solcher Versuch, das Netz zu kontrollieren.

Da im Jahr 2011 der Vertrag der US-Regierung mit der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) ausläuft, der die Kontrolle der Rootserver des Domain Name Systems (DNS) beinhaltet, hat der Vorschlag der drei Länder besondere Brisanz. Das DNS-System löst Webadressen in IP-Adressen auf, über die der passende Server dann gefunden wird. Aufgrund der US-Kontrolle gab es schon länger Kritik am bisherigen System.

Doch Länder wie die USA oder EU-Mitglieder wie Großbritannien sehen keinen Grund für eine Änderung und lehnen auch die Einrichtung der Arbeitsgruppe ab, da 2005 mit dem Internet Governance Forum (IGF) schon eine Plattform für Diskussionen über eine bessere Zusammenarbeit eingerichtet wurde.

In den USA wird aktuell über ein Gesetz aus dem Jahr 1942 diskutiert, dass es den US-Präsidenten theoretisch auch erlauben würde, in Notfällen das Internet mehr oder weniger »abzuschalten« oder zumindest die Infrastruktur zu kontrollieren. Die aktuelle US-Regierung will das Gesetz gegebenenfalls auch anwenden, wie die BBC meldete.

Außerdem wurde ein Gesetz mit der Bezeichnung Combating Online Infringement and Counterfeits Act (COICA) eingereicht, dass Sperrlisten einführt, die der Bundes-Staatsanwalt durch richterliche Anordnungen erweitern kann. Alle Provider, Finanzinstute und Online-Werbefirmen, also auch PayPal, Visa, Mastercard oder Google, wären dann gesetzlich verpflichtet, jeden Zugriff auf und von den aufgeführten Domains zu blockieren. Offiziell betrifft das Gesetz nur Copyrightverstöße.

Diesen Artikel:   Kommentieren (31) | Drucken | E-Mail
FACEBOOK:
TWITTER:
 
WEITERE NETZE: Weitersagen
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
Avatar Mandaron
Mandaron
#1 | 16. Dez 2010, 14:34
Die Betonköpfe an der Macht haben es wohl immer noch nicht kapiert: don't fuck with the internet!
rate (49)  |  rate (3)
Avatar S1ckn3sZ
S1ckn3sZ
#2 | 16. Dez 2010, 14:36
Ähm ja...das klingt ja nach Meinungsfreiheit total...Wirklich schockiert bin ich aber nicht, dass sowas von den Amis kommt. Und an der Sperrung von Internetseiten scheint die Politik ja sowiso einen Narren gefressen zu haben! Amerika das Land der unbegrenzten (Verbots-)Möglichkeiten...
So richtig verstehen will/kann ich aber nicht wie sich Amerika(s Präsident) erdreistet über das WORLD wide web herschen zu wollen!
rate (35)  |  rate (1)
Avatar FaustinderFresse
FaustinderFresse
#3 | 16. Dez 2010, 14:39
Hmm, gibt's da nicht sowas ähnliches wie DEMOKRATIE/Freiheit?
Oder wurde das schon abgeschafft?
rate (34)  |  rate (0)
Avatar patze86
patze86
#4 | 16. Dez 2010, 14:39
...dass es den US-Präsidenten theoretisch auch erlauben würde, in Notfällen das Internet mehr oder weniger »abzuschalten«
...Die aktuelle US-Regierung will das Gesetz gegebenenfalls auch anwenden...

O.o oh die sollen mal lieber überlegen was die da machen, das gibt sonst mächtig stunk.
rate (18)  |  rate (0)
Avatar Dee-Jay
Dee-Jay
#5 | 16. Dez 2010, 14:40
Natuerlich gibt es fragwuerdige Inhalte im Internet, das bringt Freiheit nunmal mit sich.

Aber das Internet kann nur dann gut funktionieren wenn es grundsaetlich frei und unkontrolliert ist.
rate (23)  |  rate (1)
Avatar XpingwinX
XpingwinX
#6 | 16. Dez 2010, 14:46
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar Gotha Mora
Gotha Mora
#7 | 16. Dez 2010, 14:47
Das gerade USA und GB nichts dagegen haben wundert mich nicht im Geringsten, um den schwindenden Einfluss der USA in der Weltpolitik zu kompensieren bietet es sich doch an chinesische Strukturen zu übernehmen, nur zu die Welt dreht sich auch ohne euch weiter.

Sarah Palin for Prez. *NOT*

Was haben USA, China und Lamebook gemeinsam? Richtig das fehlende Grundrecht auf Meinungsfreiheit
rate (14)  |  rate (3)
Avatar TainTr
TainTr
#8 | 16. Dez 2010, 14:58
Das mit WikiLeaks zeig nicht nur durch die Depetchen wie Amerika handelt sondern auch im Nachhinein, wie sehr Amerika ihre eigenen Gesetze bricht(Meinungsfreiheit,Pressefreiheit, Recht auf Informationen).
rate (19)  |  rate (3)
Avatar Gamma1
Gamma1
#9 | 16. Dez 2010, 15:48
Zitat von TainTr:
Das mit WikiLeaks zeig nicht nur durch die Depetchen wie Amerika handelt sondern auch im Nachhinein, wie sehr Amerika ihre eigenen Gesetze bricht(Meinungsfreiheit,Pressefreiheit, Recht auf Informationen).

Ach, nicht nur die USA. Praktisch die ganze westliche Welt ist doch so.
rate (16)  |  rate (2)
Avatar Ron Taboga
Ron Taboga
#10 | 16. Dez 2010, 15:52
Das Internet ist nun mal vielen Politikern, Großkonzernen und anderen bestimmten Lobbys ein Dorn im Auge. Man kann nun mal im Internet frei seine Meinung äußern, käuflich erwerblichen Content für lau saugen und anonym sein.
rate (14)  |  rate (0)


PROMOTION
Nichts verpassen!
 
Sie sind hier: GameStar > Hardware > News > Vermischtes > Internet
top Top
Suchen
GAMEPRO MEDIA © IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten GAMEPRO MEDIA