Mit dem MSI Trident haben wir einen Mini-PC im Test, der äußerlich viel eher an eine Spielkonsole als an einen ausgewachsenen Gaming-PC erinnert. Das Trident-Gehäuse hat nur ein Volumen von 4,7 Liter und ist mit 34,6 cm etwas breiter und mit 7,18 cm etwas höher als eine PlayStation 4 Pro, aber mit 23,2 cm nicht so tief. Der mitgelieferte Ständer erlaubt auch ein vertikales Aufstellen des Trident, der sich mit seiner größtenteils mattschwarzen Optik gut in die meisten Wohnzimmer einfügen dürfte. Einzige Farbakzente sind das kleine MSI-Logo sowie eine konfigurierbare RGB-LED-Leiste an der vorderen Gehäusekante.

Zum Thema » MSI Aegis X Mini-PC mit Geforce GTX 1080 » GTX 1060 G1 Gaming im Test Sind 3,0 Gigabyte VRAM genug? » Spielen in 12K 11.000-Euro-PC mit drei GTX 980 Ti und drei 4K-Monitoren MSI Trident ab 85,45 € bei Amazon.de Als Konfigurationsoptionen bietet MSI beim Trident die Wahl zwischen einem Core i5 6400 (vier Kerne, 2,7 - 3,3 GHz) und einem Core i7 6700 (vier Kerne, acht Threads, 3,4 bis 4,0 GHz) sowie einer Geforce GTX 1060 wahlweise als 6,0-GByte-Modell oder als langsamere 3,0-GByte-Variante. Für unseren Test stellte uns MSI den Trident mit Core i7 6700 und Geforce GTX 1060 mit 3,0 GByte, der Preis dieser Konfiguration liegt bei 1.249 Euro.

Die Variante mit 6,0 GByte VRAM kostet 1.299 Euro, der günstigste Trident liegt bei 999 Euro. Neben dem etwas langsameren Prozessor (Core i5 6400) und der GTX 1060 mit 3,0 GByte VRAM kommt hier außerdem eine kleinere M.2-SSD zum Einsatz (128 GByte).

MSI Trident: Technische Daten

Prozessor

Core i7 6700 / Core i5 6400 Skylake

Betriebssystem

Windows 10 Home

Grafikkarte

MSI GeForce GTX 1060 3G/6G (Special Edition, ITX-Format)

Arbeitsspeicher

8,0 GB DDR4 (erweiterbar auf bis zu 32 GB mit 2x SO-DIMM)

Chipsatz

Intel H110

Festplatten

128 GB / 256 GB SSD (M.2 SATA)+ 1,0 TB HDD (2,5" SATA)

Max. HDD

1x M.2 SATA SSD / 1x 2,5" SATA3

Netzwerk/WLAN

GBit LAN (Intel WGI219V)
WLAN 802.11ac/a/b/g/n (Intel Wireless-AC 3168)
Bluetooth 4.2

Anschlüsse

Front: 1x USB 3.1 Gen 1 Typ-C, 2x USB 3.1 Gen 1 Typ-A (1x mit Super Charger Funktion), 1x VR-Link (Ausgang), Kopfhörer (mit Audio Boost 3 Technik und Nahimic 2 Audio Enhancer), Mikrofon

Rückseite: 1x USB 3.1 Gen 1 Typ-A, 4x USB 2.0, 1x GB LAN, 1x HDMI, Mikrofon, Line-in, Kopfhörer/Line-out+, Anschlüsse der Grafikkarte (HDMI, DisplayPort, DVI-D)

Opt. Laufwerk

-

Netzteil

230 Watt (extern)

Maße

346 x 72 x 232 mm (4,7 Liter) ohne Standfuß

Garantie

2 Jahre Herstellergarantie mit Vor-Ort-Pick-up-&-Return-Service

Eindrücke und Besonderheiten

MSI Trident : Der Trident erinnert optisch eher an eine Spielekonsole wie die PlayStation 4 Pro, die Bedienung von der Couch aus ist aber wie bei allen Windows-PCs von Haus aus etwas weniger komfortabel.

Größenvergleich mit PS4 Pro
Der Trident erinnert optisch eher an eine Spielekonsole wie die PlayStation 4 Pro, die Bedienung von der Couch aus ist aber wie bei allen Windows-PCs von Haus aus etwas weniger komfortabel.

Im Vergleich mit dem Mini-PC Aegis X, den wir vor einiger Zeit getestet haben (siehe auch das Video »Aegis X - Mini-PC mit Geforce GTX 1080«) ist das Design des Trident deutlich schlichter. Das hat er auch seinen sehr kompakten Abmessungen zu verdanken, die auf den ersten Blick tatsächlich eher an eine Konsole als an einen Windows-PC erinnern.

Eine weitere Gemeinsamkeit mit Konsolen: Grundsätzlich versteht MSI den PC laut Marketing Manager Sascha Faber als »vollständiges Komplettsystem, das wie die Spielekonsole von den meisten Anwendern wahrscheinlich nie geöffnet werden muss«. Erfreulicherweise ist es aber dennoch ohne Garantieverlust möglich, das Gehäuse zu öffnen, solange man dabei vorsichtig und »fachmännisch« (O-Ton MSI) vorgeht.

So lässt sich beispielsweise der Arbeitsspeicher (SO-DIMM) einfach von 8,0 auf 16,0 GByte erweitern, eine größere SSD (M.2) oder Festplatte (2,5 Zoll) einbauen und theoretisch auch die Grafikkarte wechseln. Theoretisch deshalb, weil einerseits nur sehr wenig Platz für die Grafikkarte vorhanden ist und weil der Trident andererseits laut MSI explizit für die GTX 1060 designed worden ist.

Auch das externe Netzteil stellt eine potenzielle Hürde beim Wechsel der Grafikkarte dar. Es erreicht laut offiziellen Angaben 230 Watt, wobei wir unter Spielelast Verbrauchswerte von etwa 200 Watt gemessen haben – viel Spielraum ist hier also nicht mehr vorhanden.

In Sachen Anschlüsse muss man mit dem Trident gegenüber einem typischen Desktop-PC praktisch keine Abstriche machen, von ausreichend vielen USB-Anschlüssen (inklusive USB 3.1 Port vom neuen Typ-C in der Front) über alle wichtigen Video- (DisplayPort, HDMI, DVI-D) und Audio-Stecker (inklusive Line In-Buchse) bis hin zu einem zur Front durchgeschleiften HDMI-Anschluss für den Anschluss eines VR-Headsets wie der HTC Vive oder der Oculus Rift (»VR Link«) genannt, ist alles da, was man braucht.

Einziger Wermutstropfen: Während die aktuellen Konsolen alle mindestens ein Blu-ray-Laufwerk besitzen, verzichtet MSI beim Trident komplett auf ein optisches Laufwerk. PC-Spiele werden zwar mittlerweile meist heruntergeladen, für dein Einsatzbereich im Wohnzimmer wäre ein Blu-ray- oder gar ein UHD-Blu-ray-Laufwerk aber eine sehr sinnvolle Ergänzung.

MSI Trident : Um das Gehäuse zu öffnen, muss diese seitliche Abdeckung mit ausreichend Hebelwirkung entfernt werden, außerdem sind noch zwei Schrauben zu lösen.

Öffnen des Gehäuses
Um das Gehäuse zu öffnen, muss diese seitliche Abdeckung mit ausreichend Hebelwirkung entfernt werden, außerdem sind noch zwei Schrauben zu lösen.