Facebook Home : Als erstes Smartphone setzt das HTC First auf Facebook Home als Standard-Oberfläche. Mehr als andere Telefon mit nachträglich installiertem Home kann das HTC aber nicht. Als erstes Smartphone setzt das HTC First auf Facebook Home als Standard-Oberfläche. Mehr als andere Telefon mit nachträglich installiertem Home kann das HTC aber nicht.

Google und Facebook gehören zu den größten Software- und IT-Unternehmen der Welt. Googles Betriebssystem »Android« findet sich mittlerweile auf mehr als zwei Dritteln aller Smartphones weltweit. Das, von Mark Zuckerberg ins Leben gerufene, sozialen Netzwerk »Facebook« zählt über eine Milliarde Mitglieder. Logisch, dass die Verbindung dieser beiden Vormachtstellungen vielen Managern und Aktionären das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.

Zum Thema » HTC One Der Galaxy-Konkurrent » Samsung Galaxy Note 2 Maxi-Smartphone mit Pfiff » LG Google Nexus 4 Das Google-Telefon Nummer 4 Anfang April stellte Zuckerberg »Facebook Home« vor, eine für Android entwickelte Benutzeroberfläche die komplett auf die ständige Nutzung und Kommunikation via Facebook setzt. Während viele Webseiten, Analysten oder Magazine vor der Präsentation noch vermuteten, Facebook würde ein eigenes Telefon vorstellen, überraschte Facebook viele mit dieser einfachen, aber eleganten Lösung. Denn mit einer App schlägt Facebook zwei Fliegen mit einer Klappe, zum einen lässt sich Home auf wesentlich mehr Telefonen verteilen und zum anderen muss der Konzern so nicht in Konkurrenz zu Samsung, HTC und Co. treten. Das einzige was einem dedizierten Facebook-Telefon nahe kommt ist das HTC First. Auf dem Handy ist Home bereits ab Werk installiert und zudem stärker integriert als bei der normalen Download-Variante, so bietet nur das HTC First eine Bündelung von Facebook-, Whats-App- und SMS-Nachrichten in einer Übersicht an.

Über den Google Playstore kann sich jeder die Anwendung herunterladen und kostenlos ausprobieren. Das heißt solange er eines der relativ wenigen Geräte besitzt die Home unterstützt. Zwar will das soziale Netzwerk die Liste in Zukunft noch erweitern, bislang ist der Playstore-Eintrag jedoch nur auf manchen Smartphones überhaupt sichtbar, etwa dem Samsung Galaxy S3 , Samsung Galaxy Note II , HTC One X oder dem HTC One .

Auf den ersten Blick wirkt Facebook Home durchaus interessant und durchdacht. Der Coverfeed ersetzt sowohl Lockscreen als auch Homescreen und versorgt uns auf einen Blick schnell mit den neusten Neuigkeiten und Posts aus dem sozialen Netzwerk. Die neue Funktionen Namens »Chat Heads« ersetzt die Nachrichten-Meldungen von Facebook und SMS mit kleinen Kreisen in denen das Bild des jeweiligen Nutzers liegt. Sobald wir eine Nachricht erhalten ploppen die Kreise auf. Per Druck auf den Kreis öffnet sich anschließend die Konversation. Das Praktische dabei ist, dass wir die Chat Heads beliebig auf dem Bildschirm platzieren können und mit ihnen auch innerhalb von Apps jederzeit Zugriff auf die Chats haben. Home legt sich somit als Benutzeroberfläche über das eigentliche Betriebssystem und macht praktisch jedes Android-Smartphone zum Facebook-Smartphone.

Ob sich die theoretischen Vorteile auch in der Praxis auszahlen oder ob Facebook Home auch Nachteile mit sich bringt, überprüfen wir in diesem Artikel.

Launcher

Facebook Home : Home zeigt neue Facebook-Posts inklusive Foto als Hintergrund an. Home zeigt neue Facebook-Posts inklusive Foto als Hintergrund an.

Jede Firma die ein Android-Smartphone auf den Markt bringt bedient sich dem Standard-Betriebssystem von Google und legt eigene Anpassungen, Designs und Funktionen darüber. Damit dienen die vielen unterschiedlichen Hersteller-Oberflächen wie HTC Sense, Samsung Touchwiz oder Sony UI vor allem der Unterscheidbarkeit von andeen Herstellern, kaum ein Smartphone besitzt die Standard-Oberfläche von Android an. Sense und Co. sollen dem Nutzer zudem mehr Funktionen bieten, schickere Effekte zeichnen und die Bedienung erleichtern. Oft wirken die Launcher-Alternativen jedoch stark überladen und nur die wenigsten Funktionen bieten einen echten Mehrwert, wodurch sie ungenützt bleiben. Ein durchaus nützliches Feature sehen wir hingegen in der »Blinkfeed« getauften Funktion, die HTC mit Sense 5.0 auf dem HTC One einführte. Blinkfeed lässt verschiedenste Nachrichtenquellen, wie Nachrichtenseiten, Facebook oder Twitter ineinander fließen und zeigt die Meldungen anschließend direkt im Lockscreen. Hier hat sich Facebook wohl stark von HTC inspirieren lassen und die Idee für Home übernommen. Vielleicht arbeiten die beiden Konzeren auch schon länger zusammen, schließlich stammt auch das quasi Facebook-Smartphone von HTC.

Wer keine Lust auf die vom Hersteller vorinstallierte Bedienoberfläceh hat, der findet im Play-Stroe von Google jede Menge Alternativen. Nova Launcher, Apex Launcher, AWD Launcher oder eine der unzähligen Alternativen bieten Unmengen an Designs, Zusatzfunktionen oder Widgets an, die sich alle teils deutlich voneinadner unterscheiden.

Facebook Home zählt somit im Grunde ebenfalls zu dieser Kategorie von »Launchern« und ersetzt die normale Anzeige mit Facebook-Posts und Bildern aus dem eigenen Netzwerk. Wer jetzt denkt, dass Home eigentlich nichts anderes als eine neue Facebook-App darstellt, liegt jedoch falsch, zumindest teilweise.

Facebook Home : Unsere Lieblings-Anwendungen legen wir auf einer extra Seite ab. Unsere Lieblings-Anwendungen legen wir auf einer extra Seite ab.

Home soll aber mehr sein als nur eine schicke Bildergalerie des sozialen Netzwerks. Mittels Wischbewegungen wechseln wir durch die einzelnen Neuigkeiten. Dabei zeigt uns die Anwendung neben dem Text auch das gepostete Bild, Nachrichten ohne Bild werden automatisch mit einem Foto aus der Galerie des jeweiligen Nutzers hinterlegt. Das funktioniert in der Praxis einwandfrei, aber nicht immer passen Wort und Bild zueinander. So kann ein verärgertes Posting über die letzten Knöllchen durchaus mal mit launigen Bildern eines Grillabends unterlegt werden. Ein langer Druck auf den Post zeigt dabei das Bild in Orginalgröße an, zweimal mal darauf getippt und schon gibt´s einen »Like« mehr. Zudem lässt uns Home das Gesehene natürlich auch direkt kommentieren. Mittels Zurück-Taste erscheint unsere Facebook-Profilbild in einer kleinen Blase am unteren Rand des Displays. Berühren wir das Bild, blendet Home ein dreigeteiltes Menü ein über das sich entweder zur letztverwendeten App, dem Facebook-Messenger oder den Anwendungen navigieren lässt - zusätzliche Verknüpfungen können wir jedoch nicht hinzufügen.

Am ärgerlichsten fällt bei der Nutzung von Home das Fehlen von Widgets auf. Die praktischen Anzeigen zu Wetter, Musik oder sonstigen Apps lassen sich nicht auf der Facebook-Oberfläche anbringen. In den zahlreichen negativen Kommentaren zu Home im Google Playstore bemängeln die Nutzer neben den nicht vorhandenen Widgets auch falsche oder stark zeitverzögerte Nachrichtenmeldungen. Im Test haben wir davon jedoch nichts gemerkt und auch die Akku-Laufzeit schränkt Home nicht weiter ein als andere, ähnliche Anwendungen. Allerdings sollten Nutzer ohne Daten-Flatrate auf Home verzichten oder es nur nutzen wenn sie per W-Lan verbunden sind. Durch die ständigen Updates und Statusmeldungen verbraucht Home viel Bandbreite. Zwar lässt sich der Datenverbrauch innerhalb der Anwendung etwas regulieren, aber auch auf der niedrigsten Stufe bleibt es dabei, dass Facebook Home eine ständige und am besten schnelle Verbindung benötigt.

Facebook Home : In Googles Playstore wird Facebook Home besonders wegen den fehlenden Widgets stark kritisiert. In Googles Playstore wird Facebook Home besonders wegen den fehlenden Widgets stark kritisiert.