Blackberry Z10 : Optisch ähnelt das Blackberry Z10 dem iPhone 5 oder dem HTC One stark, Aufbau und Funktionsweise des Betriebssystems unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Optisch ähnelt das Blackberry Z10 dem iPhone 5 oder dem HTC One stark, Aufbau und Funktionsweise des Betriebssystems unterscheiden sich aber deutlich voneinander.

Blackberry meldet sich zurück. Ähnlich wie Microsoft mit Windows Phone will auch Blackberry (ehemals Research in Motion) nicht nur mit einem neuen Smartphone, sondern zeitgleich mit einem komplett überarbeiteten mobilen Betriebssystem überzeugen. Damit steht nicht nur das Blackberry Z10 im Test, sondern auch das mobile Betriebssystem Blackberry OS 10. Die Hardware kann sich schon mal sehen lassen: Das neue Blackberry Z10 verfügt über einen kapazitiven Touchscreen mit einer Diagonale von 4,2 Zoll und einer Auflösung von 1280 mal 768 Pixeln, der Chipsatz beinhaltet eine Dual-Core-CPU.

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Hardware

Bei der CPU setzt der Hersteller auf den Chipsatz OMAP 4470 von Texas Instruments, der zwei CPU-Kerne bietet und mit 1,5 GHz taktet. Damit liegt das System technisch auf einer Ebene mit dem Nokia Lumia 920, kann aber zumindest auf dem Papier nicht mit aktuellen Quad-Core-Boliden wie dem Samsung Galaxy S3 oder dem HTC One X mithalten. Üppig fällt hingegen der Arbeitsspeicher aus: 2,0 GByte bieten derzeit nicht mal Samsung Ativ S, noch das Samsung Galaxy S3 oder das iPhone 5 – das Z10 liegt in Sachen Arbeitsspeicher mit Android-Schwergewichten wie dem Galaxy S4 oder dem HTC One gleich auf.

Hardware-Spezifikationen beiseite: In unserem Test starten Applikationen sehr schnell, das Z10 reagiert flink auf Nutzereingaben und das Zoomen, etwa auf Webseiten, klappt ohne Probleme, auch in Kombination mit der so genannten Peek-Funktion. Die erlaubt es, schnell von der aktiven Anwendung in den Nachrichten-Eingang zu sehen, ohne dass man die aktive App verlassen muss - ein Tribut an den Business-Kunden, der Nachrichten und Emails stets im Auge haben will und ein gut umgesetztes Alleinstellungsmerkmal von Blackberry OS 10. Auch die restlichen Komponenten gefallen im Test. Das WLAN funkt nach 802.11 a/b/g/n und das sowohl auf 2,4 als auch auf 5 GHz. Für den Zugriff aufs mobile Internet gibt es von GPRS/EDGE über UMTS/HSPA+ bis hin zu LTE alles. Blackberry integriert dazu ein Quadband-Modem für LTE, das weltweit arbeiten soll und nicht wie etwa beim iPhone 5 nur in ausgewählten Netzen.

Blackberry Z10 : Das Blackberry Z10 gibt es auch in weiß, der maximale interne Speicher liegt bei beiden Modellen bei 16 GByte – eine 32 GByte große SD-Karte erhöht bei Bedarf den Speicherplatz. Das Blackberry Z10 gibt es auch in weiß, der maximale interne Speicher liegt bei beiden Modellen bei 16 GByte – eine 32 GByte große SD-Karte erhöht bei Bedarf den Speicherplatz.

In unserem Test klappt die Verbindung in München allerdings nicht (was möglicherweise auch an der Test-SIM-Karte von Vodafone liegt), allerdings in London umso besser. Wenn LTE verfügbar ist, lädt das Z10 Daten rasend schnell aus dem Web. Aktuell lohnt es sich in Deutschland aber noch nicht, den teilweise massiven Aufpreis für LTE zu bezahlen – außer man lebt in einem der Ausbaugebiete und hat garantierten Zugriff auf LTE. Für die weitere Datenübertragung gibt es Bluetooth 4.0 mit Low Energy Profile und NFC. Das Blackberry Z10 bietet 16 GByte Platz für Dateien, unser Testgerät hat nach der Installation einiger Apps noch 10,2 GByte Platz frei. Blackberry bietet aber, anders als etwa die High-End-Geräte von HTC oder Apple einen Steckplatz für Speicherkarten, der interne Speicher lässt sich so um bis zu 32 GByte erweitern.

Display

Das Blackberry Z10 hat einen kapazitiven Touchscreen mit einem IPS-Panel. Der Blickwinkel gefällt uns sehr gut, da er recht breit ausfällt und Farbverfälschungen erst bei extremen Winkeln auftreten. Selbst wenn das Gerät flach auf dem Tisch liegt, erkenn wir alle Inhalte problemlos. Die Bildschirmdiagonale liegt bei 10,7 cm beziehungsweise 4,2 Zoll, die Auflösung 1280x768 Pixel im Querformat. Daraus ergeben sich 354,3 Pixel pro Inch, mehr als beim iPhone 5 (327,9 ppi) oder dem Galaxy S3 (305,8 ppi) aber weniger als beim HTC One (470,2 ppi). In der Praxis sehen Inhalte, egal ob Text oder Bilder, dadurch gestochen scharf aus. Wie die meisten aktuellen Smartphones so spiegelt auch das Display des Z10 deutlich, durch die hohe Helligkeit des eingesetzten Panels ist aber auch das Ablesen in der Sonne meist kein Problem, außer wir sehen nahezu senkrecht auf das Telefon.

Technik & Handling

Blackberry Z10 : Hinter der recht schnöden Plastikabdeckung der Rückseite verbergen sich die Einschübe für SIM- und Speicherkarte. Hinter der recht schnöden Plastikabdeckung der Rückseite verbergen sich die Einschübe für SIM- und Speicherkarte. Optisch erinnert das Blackberry Z10 stark an das iPhone 5 oder das HTC One: Der große Bildschirm dominiert die Front, eingefasst oben und unten von zwei schmalen Streifen, in denen Mikrofon und Lautsprecher versteckt sind. Trotzdem ist die Sprachqualität des Blackberry Z10 sehr gut, beide Teilnehmer eines Telefonats waren jederzeit gut zu verstehen. Das Gehäuse aus Polycarbonat fühlt sich wertig an. Allerdings rutscht die Abdeckung auf der Rückseite bei unserem Testexemplar leicht hin und her – für ein Telefon der 500-Euro-Klasse eine schwache Vorstellung.

Hinter der abnehmbaren Abdeckung können wir auf SIM-Karte, Speicherkarte und den Akku zugreifen. Vor allem der austauschbare Akku ist mittlerweile eine Besonderheit, denn viele Hersteller verbauen diese mittlerweile fest und bieten keine Möglichkeit, diesen zu wechseln. Im Fall des Blackberry Z10 ist der wechselbare Akku aber auch dringend notwendig, weil dem Z10 desöfteren innerhalb eines Tages die Energie ausging und ein Ersatzakku Not tut.

Während im Samsung Galaxy S3 ein 2.100 mAh starker Akku sitzt und das HTC One sowie das Sony Experia Z gar 2.300 mAh starke Energiespeicher an Bord haben, fasst der Akku des Blackberry Z10 nur 1.800 mAH. Wer also nicht permanent mit dem Ladekabel auf der Suche nach einer Steckdose sein möchte, dem raten wir zu einem Zweitakku. Fummelig fällt auch der Datenaustausch aus, denn das Z10 wird von Windows nicht wie die meisten Android-Telefone als Wechselspeicher erkannt. Daher müssen wir zunächst die Blackberry-Link-Software installieren. In unserem Test mit der beigelegten Programm-Version tauchen immer wieder Probleme auf, die aktuellste Version der Blackberry-Software aus dem Internet arbeitet aber einwandfrei.

Multimedia und Kamera

Blackberry Z10 : Ohne Zoom und bei ausreichend Licht sind die Bilder der eingebauten 8,0-MP-Kamera gut.

Bild ohne Zoom
Ohne Zoom und bei ausreichend Licht sind die Bilder der eingebauten 8,0-MP-Kamera gut.

Beeindruckt sind wir von den Multimedia-Fähigkeiten des Blackberry Z10. Das Smartphone spielte in unserem Test alle getesteten Audio- und Video-Dateien problemlos ab. Egal ob MP3, WMA, AAC, MKA, FLAC, OGG oder AWB, das Telefon versteht alle Musikformate genauso zuverlässig wie die Video-Container AVI, MKV, ASF, MOV oder Xvid. Per HDMI-Anschluss können Sie Videos oder Musik auf externen Abspielgeräten wiedergeben. Außerdem verwandelt sich das Z10 auf Wunsch in einen DLNA-Server, wobei wir Musik, Bilder oder Videos separat freigeben können.

Auch die Kamera des Blackberry Z10 überzeugt uns im Test. Wie die meisten Hersteller bietet Blackberry hierfür einige Zusatzfunktionen. Dazu gehört etwa eine, in der das Smartphone eine ganze Reihe von Bildern aufnimmt. Durch diesen Trick können Sie aus mehreren Bildern das schönste wählen oder aber aus mehreren Bildern eines erstellen lassen, bei dem alle Fotografierten die Augen offen haben. Für Videotelefonate besitzt das Z10 eine kleine Kamera an der Front. Aus Mangel an Apps konnten wir die Funktion aber nur mit dem Blackberry Messenger testen, der problemlos funktionierte.