Bessere Sprachübertragung

Unter »Crystal Voice« fasst Creative Funktionen zusammen, die für bessere Sprachverständlichkeit sorgen und die es bislang nur für das X-Fi Topmodell Titanium HD (130 Euro) gibt. Bei der Recon-3D-Serie werden diese Funktionen allerdings vom Soundchip beschleunigt. Im »Crystal Voice«-Reiter des Recon-3D-Treibers wählen Sie zum einen ohne Umweg über die Windows-Systemsteuerung bequem zwischen am PC angeschlossenen Mikrofonen beziehungsweise den vorhandenen Audio-Eingängen und die Mikrofonempfindlichkeit sowie den Verstärkungsgrad. Dazu kommt ein Nebengeräuschfilter und eine Echounterdrückung. Hinter »Smart Volume« verbirgt sich ein regelbarer Kompressor, der auf Wunsch dafür sorgt, dass Ihre Stimme stets in etwa gleich laut übertragen wird, egal ob Sie gerade lauter oder leiser ins Mikro sprechen. Dazu kommen 18 voreingestellte Effekte, die Ihre Stimme auf Wunsch von Alien bis Zwerg verändern.

Creative Soundblaster Recon 3D : Die Möglichkeit den Aufnahmewinkel des den Fatal1ty-Modellen beiliegenden Stereomikrofons zu definieren, hilft Rückkoppelungen zu vermeiden, wenn Sie über Lautsprecher statt Headset kommunizieren. Die Möglichkeit den Aufnahmewinkel des den Fatal1ty-Modellen beiliegenden Stereomikrofons zu definieren, hilft Rückkoppelungen zu vermeiden, wenn Sie über Lautsprecher statt Headset kommunizieren.

Die »Focus«-Funktion schließlich dient zum Verändern des Aufnahmewinkels des den Fatal1ty-Modellen beiliegenden Stereomikrofons. Bei engem Winkel müssen Sie direkt vor dem Mikrofon sprechen, dafür werden Nebengeräusche von Klangquellen außerhalb des Winkels effizient herausgefiltert. Bei weiterem Winkel haben Sie dagegen mehr Bewegungsfreiheit. Praktisch ist die Focus-Funktion also vor allem für Spieler, die lieber einen (hochwertigen) Kopfhörer und ein Tischmikrofon statt eines Headsets verwenden. Allerdings muss es zwingend das beiliegende Stereomikrofon sein, das eine klare, wenn auch etwas blecherne Sprachaufnahme bietet, sonst klappt die Focus-Funktion nicht.

Scout Mode

Creative Soundblaster Recon 3D : Der separate Kopfhöhreranschluss vereinfacht den Mischbetrieb mit Headset und Boxen. Der separate Kopfhöhreranschluss vereinfacht den Mischbetrieb mit Headset und Boxen. Ebenfalls neu ist der »Scout Mode«, der für bessere Ortbarkeit von gegnerischen Schritten und leisen Geräuschen sorgen soll, die im Gefechtslärm leicht untergehen. Unserer Meinung nach ist diese Funktion ein simpler Kompressor, der zwar leise Geräusche lauter und laute Geräusche leiser macht, sodass Sie teils tatsächlich leise Schritte leichter wahrnehmen. Allerdings verlieren die Klangkulissen auch spürbar an Dynamik und Räumlichkeit, was unterm Strich keinen Spaß macht und auch keine spürbaren Vorteile bei der akustischen Ortung von Gegnern bringt. Praktisch finden wir allerdings, dass Sie im Treiber eine Tastenkombination definieren können, über die Sie den »Scout Mode« in Spielen nahtlos ein- und ausschalten.

Klang Spiele

Doch nun zur wichtigsten Frage: Wie klingt die Recon 3D in Spielen, Musik und Filmen? Die Klangqualität des im Chip integrierten Wandlers ist im Test gut, wenn auch nicht wirklich hochwertig. Ohne Effekte und zugeschalteten Equalizer klingen alle drei PCI-Express-Modelle der Recon 3D klar differenziert und die Auflösung ist gut. Im Vergleich zu Soundkarten mit hochwertigeren Wandlern fehlt aber das letzte Quäntchen Detailtreue und Dynamik, sodass etwa sehr filigrane Höhen weniger präzise klingen und die Wiedergabe etwas gepresster und weniger luftig wirkt. Allerdings bemerken Sie das nur mit hochwertigen Kopfhörern oder Lautsprechern und bei hochqualitativen Musikaufnahmen. Wer nicht gerade ein absoluter HiFi-Enthusiast (mit entsprechend teurem Equipment) ist, merkt davon nichts. Für Spieler viel wichtiger ist die Qualität der Raumklangsimulation, die sich bei der Recon-Serie jetzt unter »THX Trustudio Pro« statt wie bei der X-Fi unter »CMSS-3D« findet.

Creative Soundblaster Recon 3D : Die exzellente Raumklangsimulation der Recon 3D lässt sich in der Intensität (Regler »Surround«) anpassen und liefert beeindruckend räumliche Klangeindrücke. Die exzellente Raumklangsimulation der Recon 3D lässt sich in der Intensität (Regler »Surround«) anpassen und liefert beeindruckend räumliche Klangeindrücke.

Und da leistet sich die Creative Soundblaster Recon 3D keinerlei Schwächen – eine derart überzeugende Räumlichkeit in Titeln wie Battlefield 3 schaffen bislang nur die X-Fi-Vorgänger. In Verbindung mit einem guten Stereo-Headset (ab 50 Euro aufwärts) entfaltet sich der brachiale Schlachtenlärm in beeindruckendem 3D-Klang um die Spielfigur herum. Selbst Höhenunterschiede wie etwa beim Überflug eines Helikopters setzt die Raumklangsimulation im Test glaubhaft um, und wir fühlen uns akustisch mitten ins Geschehen versetzt. Im Vergleich zur bereits sehr guten Surround-Simulation der X-Fi kann die Recon 3D subjektiv hier sogar noch wenig mehr überzeugen, der Unterschied ist aber marginal.

Unterm Strich scheinen die Algorithmen von THX Trustudio Pro und dem CMSS-3D der X-Fi-Serie jedenfalls sehr ähnlich zu sein, denn der räumliche Eindruck liegt bei beiden Verfahren auf ähnlichem, sehr hohen Niveau. Für Spieler ohne ausreichend Platz und Budget für ein ausgewachsenes 5.1-System oder mit lärmempfindlichen Nachbarn ist die Kombination aus Soundblaster-Karte (egal ob X-Fi oder Recon 3D) sowie einem guten Stereo-Headset unserer Meinung nach jedenfalls absolut empfehlenswert.

Klang Filme und Musik

Ähnlich verhält es sich bei Filmen, die Raumklangsimulation funktioniert bei entsprechender Tonspur ebenfalls sehr gut. Das Problem der vor allem bei 5.1-Lautsprechern häufig zu leisen Stimmen entschärft die »Dialog Plus«-Funktion meist spürbar, indem es die entsprechenden Frequenzbereiche stärker in den Vordergrund rückt. Auch beim Musikhören macht die Recon 3D eine gute Figur, vor allem die bereits von der X-Fi-Serie bekannte »Crystalizer«-Funktion verhilft dem in der Standardeinstellung etwas flachen Eindruck zu spürbar mehr Brillanz und Dynamik, ohne die Klangcharakteristik zu verändern. Ob man die Funktion mag, ist allerdings Geschmackssache. Musikliebhaber mit Anspruch verschmähen den Crystalizer in der Regel, die meisten Probehörer aus der Redaktion und dem Bekanntenkreis empfinden das Resultat allerdings als positiv.