Praxis

Spiele und Systemanforderungen, Kaufberatung sowie Windows-Ratgeber.

OnLive: Spielen per Videostream

Crysis & Co. auch auf schwachen PCs

OnLive will Spiele auf der eigenen Server-Farm rendern und per Videostream nach Hause schicken. So sollen auch schwache PCs und Laptops in den Genuss von Hardware-hungrigen PC-Spielen kommen.

Von Daniel Visarius |

Datum: 24.03.2009


OnLive: Spielen per Videostream : Der Streaming-Dienst OnLive ist eines der spannendsten Themen auf der diesjährigen Game Developers Conference in San Francisco. Der Streaming-Dienst OnLive ist eines der spannendsten Themen auf der diesjährigen Game Developers Conference in San Francisco. Auf der Game Developers Conference in San Francisco stellen die Rearden Studios ihren Online-Vetriebsweg OnLive vor. Die Besonderheit: Die Spiele werden aber nicht auf dem heimischen PC berechnet, sondern auf der Server-Farm von der Betreiberfirma Onlive Inc. und dann als Video übertragen. Dadurch sollen selbst schwachbrüstige Windows XP-, Vista- und Mac-OS-X-Rechner Hardware-Fresser wie Crysis flüssig auf den Schirm bekommen. Am PC wird die Technik über eine Browser-Erweiterung (Plug-In) realisiert. Alternativ soll die etwa handflächen große OnLive MicroConsole die Signale über eine Netzwerkverbindung entgegen nehmen, den Videostream dekodieren und über HDMI an einen Flachbildfernseher ausgeben. Die MicroConsole soll weniger als Nintendos Wii kosten, vorrausichtlich also maximal 200 Euro. Die Steuerungssignale zum Beispiel vom Gamepad werden direkt zum Server geschickt, um die Latenzzeiten klein zu halten und flüssigen Spielen zu ermöglichen. Schließlich kann die Server-Farm bei OnLive das nächste Bild naturgemäß erst berechnen, wenn die Aktion des Spielers bekannt ist.

720p-Videostream

OnLive: Spielen per Videostream : Über die MicroConsole funktioniert OnLive ganz ohne PC direkt am Fernseher. Über die MicroConsole funktioniert OnLive ganz ohne PC direkt am Fernseher. Die maximale Auflösung des Videostreams beträgt 1280x720 Pixeln bei 60 fps. Dafür veranschlagt OnLive eine 5-MBit-Verbindung. Bei 1,5 MBit pro Sekunde genügt es nur noch für die normale PAL-Auflösung. Gegenüber heutigen PC-Monitoren mit oft mehr als 1680x1050 Bildpunkten dürfte der Videostream qualitativ zurück bleiben - unkomprimiert wären die Datenraten viel zu hoch für aktuelle Breitbandverbindungen.

Spannende Community-Funktionen

OnLive: Spielen per Videostream : Mit dem (optionalen) Controller von OnLive können Sie einige der Community-Funktionen wie die Videoaufnahme direkt aktivieren. Mit dem (optionalen) Controller von OnLive können Sie einige der Community-Funktionen wie die Videoaufnahme direkt aktivieren. OnLive soll weitreichende Community-Funktionen bieten. Dazu gehören eine Freundesliste, Sprachkommunikation per Voice-over-IP oder eine Aufnahmefunktion, mit der Sie bis zu 15 Sekunden lange Videoschnipsel Ihren Freunden zur Verfügung stellen können. Der eigene Spiele-Stream lässt sich auf Wunsch auch für alle User im OnLive-Netzwerk der für ausschließlich für die User auf Ihrer Freundesliste freigeben. Steve Perlman, der CEO von OnLive Inc., skizziert diese Lösung auch für Beta-Tests, in denen Spiele-Publisher den Testern über die Schulter schauen können.

Breites Spiele-Angebot

OnLive soll im nächsten Weihnachtsgeschäft den Betrieb aufnehmen, ein Beta-Test ist für Mitte des Jahres geplant. Laut Perlman wird eine Monatsgebühr fällig sowie zuzüglich Leihkosten oder "Kaufpreise" für einzelne Spiele. Bisher haben folgende Publisher ihre Zusammenarbeit mit OnLive angekündigt (anders als etwa bei Gametap will OnLive aber keinen Archiv-Katalog sondern in erster Linie aktuelle Spiele anbieten):

  • Atari

  • Codemasters

  • Eidos

  • Electronic Arts

  • Epic

  • Take Two

  • THQ

  • Ubisoft

  • Warner Bros.

Das die versammelte Spiele-Industrie auf OnLive aufspringt, verwundert uns nicht weiter. Das Rendering der Spiele auf der Server-Farm von OnLive verhindert zum einen zuverlässig Raubkopien und Cheats. Nur trifft es eben auch die ehrlichen Spieler: Es legt den Gebrauchtmarkt trocken (ein lange gehegter Wunsch der Industrie) - Spiele, die Sie nicht als DVD besitzen sondern nur als Nutzungsrecht bei einem Online-Service lassen sich eben nicht weiterverkaufen. Auch Tuning-Modifikationen, zum Beispiel in den Konfigurationsdateien eines Spiels, sind ausgeschlossen, weil der Zugriff auf die Dateien fehlt.

Ob es OnLive wie versprochen schafft, einen tatsächlich Lag-freien Spielgenuss sicherzustellen (der Hersteller spricht von einem Ping unter einer Millisekunde), kann nur ein Test der fertigen Version des Dienstes zeigen. Gerade für Besitzer älterer Hardware könnte OnLive aber durchaus interessant werden.

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Onlive bietet verschiedene Bezugsmodelle an. Sie können viele Spiele auch nur für drei oder fünf Tage testen. Die Preise liegen allerdings zum Teil deutlich über dem Ladenpreis.

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Avatar Hag
Hag
#1 | 24. Mrz 2009, 18:06
Klingt auf den ersten Blick ja ganz nett.

Aber wenn ich wirklich gar nichts mehr von meinem Game zu Hause auf dem Rechner habe, ist das schon beunruhigend.
Von I-Net und Rechenproblemen bei denen auf der Server-Farm mal abgesehen.
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Avatar Hanfblatt93
Hanfblatt93
#2 | 24. Mrz 2009, 18:22
jo wurde schon im gull forum thread aufgemacht^^

kostet sicher verdammt viel -.-
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Avatar mh0001
mh0001
#3 | 24. Mrz 2009, 18:26
Naja, Bugs und Inkompatiblitäten gäbs dann wohl kaum noch, da die ja nur anbieten werden, was auf ihren Servern problemlos und flüssig läuft.

Allerdings fehlt der Grafik dann einfach die Brillianz, mit 5 MBit/s kann man keine hochauflösende Grafik halbwegs verlustfrei übertragen.

Vielleicht wärs ne Überlegung wert, wenn die als Option für z.B. Kabel-Internet-Kunden eine Übertragung mit 30MBit/s anbieten, da wären auch die Pings optimal für (meist <10 ms) und vielleicht sogar FullHD möglich.
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Avatar Rock Lee
Rock Lee
#4 | 24. Mrz 2009, 18:26
Super! Dann läuft ein Spiel zwar auf maximaler Qualität (auf der Server Farm)...
Durch die Videokomprimierung wird sie wiederum schlechter.

Wer soll das also nutzen?
Leute mit starken PC's brauchen es nicht.
Leute mit schwachen PC's sollten ja eigentlich angesprochen werden, weil die Qualität Darstellungsqualität des eigenen PC's mangelhaft ist=> wenn diese aber durch die Bildqualität wieder verhunzt wird, ist der Nutzen gleich Null.

Mal sehn wie sich das entwickelt!
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Avatar NoProff
NoProff
#5 | 24. Mrz 2009, 18:32
Kommt es nur mir so vor oder gibt es in letzter Zeit einen immer größeren drang zur Rezentralisierung der Rechenleistung?

Oder ist das nur die Paranoia, weil man bei Thinclients und Mainframe einfacher zu kontrollieren ist?
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Avatar S!LV@
S!LV@
#6 | 24. Mrz 2009, 19:22
Ich glaube kaum, dass sich das in grossem Masse durchsetzen wird. Die Traffickosten werden den Preis dafuer sicher in die Hoehe treiben.
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Avatar Blutschinken
Blutschinken
#7 | 24. Mrz 2009, 19:41
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar LarsSW
LarsSW
#8 | 24. Mrz 2009, 19:46
Zitat von Hag:
Klingt auf den ersten Blick ja ganz nett.

Aber wenn ich wirklich gar nichts mehr von meinem Game zu Hause auf dem Rechner habe, ist das schon beunruhigend.
Von I-Net und Rechenproblemen bei denen auf der Server-Farm mal abgesehen.

Sieh es mal so: Wenn plötzlich das einfache Aldi-Notebook, was man vor 2 Jahren gekauft hat, genügt um selbst Crysis, Far Cry 2 und künftige Titel mit allen Details flüssig zocken zu können, relativiert sich sowas recht schnell ;-)

Die Idee klingt wirklich gut. Klingt wie der Alptraum von Intel, AMD, Nvidia & Co. ;)
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Avatar LarsSW
LarsSW
#9 | 24. Mrz 2009, 19:50
Oh und die Idee hat natürlich noch einen Vorteil: Es ist sch... egal, ob man seine Kiste unter Windows, MacOS oder Linux laufen hat.

Ich denke außerdem, man wird die Spiele mit bei "OnLive" kaufen, sondern kauft sie ganz normal wie bisher und registriert sich dann mit seinem CD-Key bei "OnLive". Macht doch mehr Sinn, oder?
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Avatar Talaro
Talaro
#10 | 24. Mrz 2009, 20:04
Zitat von LarsSW:
Oh und die Idee hat natürlich noch einen Vorteil: Es ist sch... egal, ob man seine Kiste unter Windows, MacOS oder Linux laufen hat.

Ich denke außerdem, man wird die Spiele mit bei "OnLive" kaufen, sondern kauft sie ganz normal wie bisher und registriert sich dann mit seinem CD-Key bei "OnLive". Macht doch mehr Sinn, oder?


Macht es eben nicht, da man weniger für das Spiel als für den rechnenden Server zahlt. Und damit sich das für den Betreiber lohnt muss es eine Minuten/Stundengenaue oder zumindest eine Monatliche Abrechnung geben.

Ich will gar nicht wissen, wie hoch die Preise sein werden, schließlich lastet ein Titel wie Crysis oder FEAR 2 einen Hochleistungsrechner für über 1.000 Euro Anschaffungskosten und mit einem nicht unerheblichen Stromverbrauch während der Spielzeit voll aus. Natürlich sind deren Computer speziell auf maximale Effizienz in den jeweiligen Spielen ausgelegt und kommen im Verhältnis billiger als ein Privat-PC aber wenn ich mir die Preise für Mittelklasse-Server bei Webhostern ansehe, denke ich nicht, dass die von OnLive für den herkömmlichen Spieler wirklich rentabel sein werden. (Und im Multiplayer schon mal gar nicht da hier auf ein Spiel für einmalig 50 Euro im Laden mehrere hundert Stunden Spielzeit kommen können)
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