Hercules 3D Prophet 4500 : Der Kyro 2 mag noch so gut sein -- ohne zugkräftigen Partner wäre er wohl ebenso schnell in der Versenkung verschwunden wie sein Vorgänger. Doch Guillemot war wohl so überzeugt von den Qualitäten des Chips, dass die Franzosen unter ihrem Hercules-Label ab Mitte April ein entsprechendes Modell anbieten. Die 3D Prophet 4500 kostet mit 64 MByte RAM rund 340 Mark. Eine klare Kampfansage an die Geforce 2 MX: Das hauseigene MX-Modell mit der gleichen Speichermenge ist 40 Mark teurer.

Leistung satt

Die Ausstattung der 3D Prophet 4500 ist nur Durchschnitt. Außer einer DVD-Software (PowerDVD) gibt es im Prinzip Grafikkarte pur -- selbst für einen TV-Ausgang müssen Sie rund 30 Mark extra berappen. Positiv fallen hingegen die mitgelieferten, von Hercules stark überarbeiteten Kyro-Treiber auf. Sowohl für Direct 3D als auch Open GL können Sie wichtige Features gezielt (de-)aktivieren. Das hat sowohl auf Performance wie auch Stabilität teilweise erhebliche Auswirkungen. Quake 3 etwa läuft ohne Stencil Buffer deutlich schneller, stürzt aber auch gerne ab.Wie gut das Tile Based Rendering in der Praxis funktioniert, zeigte sich bei den Benchmark-Messungen. Zwar ist das Hercules-Modell von den exorbitanten Werten der Geforce-Reihe bei 640 mal 480 oder 800 mal 600 Punkten ein Stück entfernt. Aber in der Praxis zählt mehr das Verhalten bei hohen Auflösungen und Farbtiefen. Und hier kann sie die Vorzüge ihres technischen Prinzips voll ausspielen. 1280 mal 1024 bei 32 Bit ist in den meisten Fällen ohne größere Einschränkungen spielbar. Kommt Antialiasing ins Spiel, wird aus der sehr guten eine exzellente Vorstellung: Selbst bei der 1024er Auflösung ist es oft noch problemlos einsetzbar.

Makellose Bildqualität

Hercules verwendet beim mit 175 MHz getakteten Speicher 5ns-Bausteine, die bis 200 MHz spezifiziert sind. Da die Kyro-Leistung stark von MHz-Zahlen abhängt, ist mit ein wenig Tuning also noch Spielraum nach oben. Eventuell sind auch beim Chip selbst noch ein paar MHz d (Getestet in Ausgabe 05/01)