Oculus-Rift-Shitstorm : Palmer Luckey (rechts) bei der Auslieferung der ersten Oculus Rift. Nun hat der Oculus-VR-Gründer reichlich Ärger am Hals. Palmer Luckey (rechts) bei der Auslieferung der ersten Oculus Rift. Nun hat der Oculus-VR-Gründer reichlich Ärger am Hals.

Palmer Luckey steht schon länger in der Kritik - spätestens seit den Vorwürfen des Bethesda-Mutterkonzerns Zenimax, er habe die dem Virtual-Reality-Headset Oculus VR zugrunde liegende Technologie dort geklaut, ist der Ruf des 24-jährigen Oculus-VR-Gründers leicht angekratzt.

Ausgerechnet seine politische Gesinnung brockt ihm und seiner Firma nun eine erneute Kontroverse ein. Wie The Daily Beast berichtet, hat Luckey nämlich vor Kurzem eine inoffizielle politische Gruppe von Donald-Trump-Supportern finanziell unterstützt.

Das Problem daran: Die Gruppe mit dem Namen Nimble America (sinngemäß: »Schlagfertiges Amerika«) ist verantwortlich für diverse populistische Memes und »Shitpostings« im Internet und auf Anzeigetafeln, die Hillary Clinton als politische Gegnerin von Trump diffamieren sollen.

Luckey verrät sich selbst

Die regelmäßigen Finanzspritzen an Nimble America öffentlich gemacht hat Luckey übrigens selbst: Unter dem Pseudonym NimbleRichMan rief er Mitstreiter im Donald-Trump-Subreddit dazu auf, ebenfalls für die Gruppe zu spenden - und versprach, jeden eingehenden US-Dollar zu verdoppeln.

Und das auf recht arrogant wirkende Weise:

Spendet zehn Dollar, und ich fliege meinen Jet eine Minute weniger. Spendet einen Hunderter und ich werde gleichziehen, indem ich einen Scotch weniger trinke. Spendet einen Tausender, und ich sage den Reifenwechsel für mein Auto ab. Ob ich prahle? Werden sich die Leute angegriffen fühlen? Ja, aber diese Leute hassen Donald sowieso schon. Sie können es nicht ab, erfolgreiche Menschen zu sehen, die stolz auf ihren eigenen Erfolg sind.

Die entsprechenden Beiträge scheinen zwar mittlerweile gelöscht worden zu sein. Allerdings kursieren Screenshots in den sozialen Medien:

Gegenüber The Daily Beast legte Luckey dann noch einmal nach:

Ich habe so viel Geld. Geld ist nicht mein Problem. Ich dachte einfach, dass es nach einem ausgelassenen Vergnügen klingen würde.

Wie der Oculus-VR-Gründer mit Nimble America in Kontakt gekommen ist, erklärte er denn ebenfalls: Über Facebook. Er habe die Leute einfach angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass er eine ganze Menge Geld habe - und gerne mehr dieser Anti-Clinton-Memes sehen würde.

Erste Indie-Entwickler boykottieren Oculus

Der kleine politische Freizeit-Spaß Luckeys scheint nun allerdings ernsthafte Folgen zu haben: Diverse Spielentwickler haben sich einer Boykottbewegung angeschlossen und vorerst die Unterstützung der Virtual-Reality-Plattform in ihren Spielen gestrichen.

Ihre Forderung: Luckey müsse von all seinen Posten bei Oculus VR zurücktreten. Ihr Problem: Große Namen befinden sich bisher nicht darunter. Scruta Games und TomorrowTodayLabs etwa dürften wohl nur den Wenigsten bekannt sein.

Drohendes PR-Desaster?

Dennoch hat das Ganze einen faden Beigeschmack - und der dürfte Facebook als Eigentümer von Oculus VR vermutlich so gar nicht schmecken. Immerhin hat sich der Social-Media-Gigant die Oculus-Übernahme einst zwei Milliarden US-Dollar kosten lassen und wird auf dem umkämpften Virtual-Reality-Markt nicht unbedingt auf ein mögliches PR-Desaster erpicht sein.

Luckey Vermögen wird übrigens auf 700 Millionen US-Dollar geschätzt. Wie viel Geld er Nimble America gespendet hat, ist nicht bekannt.

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