CES 2013 : In jedem modernen Fernseher und in jedem Blu-ray-Player steckt einiges an Rechenleistung. Um aus einem Fernseher ein Smart-TV zu machen, nutzen die Hersteller spezielle Chips von Realtek, Broadcom und anderen Chipproduzenten - diese Chips übernehmen De- und Enconding der Videos und bieten Rechenleistung für die grafische Oberfläche sowie Ansteuerungsmöglichkeiten für Netzwerkports und Speicher.

Der nun in Nevada auf der CES vorgestellte Broadcom BCM7445 ist einer der ersten Chips, der die neue Kompressions-Technologie H.265 unterstützt. Dieser auch als MPEG-5 oder HEVC (High Efficiency Video Coding) bezeichnete Codec dient als Nachfolger des aktuell sehr beliebten H.264 und halbiert bei einer vergleichbaren Videoqualität die benötigte Bandbreite. Hochauflösende Filme lassen sich also platzsparender speichern und übertragen, was sich positiv auf die Bildqualität von Online-Videostreaming-Angeboten auswirken dürfte.

H.265 ist zudem für 4K-Auflösungen und die Wiedergabe mit 60 Frames pro Sekunde geeignet und kann Videos mit bis zu 4.096 x 2.160 Pixeln vergleichsweise platzsparend verarbeiten. Außerdem kann der BCM7445 mit Gigabit-Ethernet umgehen, so dass die hohen Netzwerkbandbreiten beispielsweise zur Wiedergabe mehrerer Programme aus dem heimischen Netzwerk gleichzeitig genutzt werden kann.

Broadcom fertigt den Chip in einem modernen 28-nm-Verfahren und setzt auf die ARM-Architektur. Da sich der BCM7445 auch als Application-Prozessor nutzen lässt, können auf entsprechend ausgestatteten Fernsehgeräten auch Apps nachinstalliert werden.

Wer nun aber auf eine baldige Einführung des Chips und damit bestückter TV-Geräte hofft, wird sich noch etwas in Geduld üben müssen - in großen Stückzahlen soll ihn Broadcom erst im kommenden Jahr liefern können, während aktuell nur Muster-Exemplare an interessierte TV-Hersteller gehen.