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| Dienstag, 09.02.2010 Specials - Kolumnen »Modern Warfare 2 killt die Spielekultur « Unsere Chefredakteure Michael Trier und Markus Schwerdtel nehmen im Kommentar Stellung zur kontroversen Flughafen-Terror-Mission aus Call of Duty: Modern Warfare 2.
![]() In diesem Fall geht es um die so genannte Flughafen-Szene von Call of Duty: Modern Warfare 2, die schon seit einiger Zeit durch das Internet geistert. Wir haben bisher dazu nicht Stellung genommen, weil wir das Spiel bis heute nicht selbst gespielt hatten und unser Urteil nicht von möglicherweise aus dem Zusammenhang gerissenen Video-Schnipseln abhängig machen wollten. Das überlassen wir auch weiterhin »Frontal 21«, »Hart aber Fair« und ähnlichen Politmagazinen. »Killerspiel«-Debatte einfach gemacht Nur werden es die Spielegegner in Zukunft gar nicht mehr nötig haben, Tatsachen zu verdrehen, Bilder sinnentstellend aneinander zu schneiden oder angebliche Gräueltaten hinter von düsteren Kommentaren begleiteten Schwarzblenden zu verstecken. ![]() Doch worum geht es eigentlich? Um diese Szene des offiziell am 10.11.2009 in Deutschland erscheinenden Shooters für Erwachsene, Modern Warfare 2. Einer der Protagonisten des Spiels, in dessen Rolle Sie schlüpfen, wurde undercover in eine russische Terrorgruppe eingeschleust. Auf einem der Einsätze richtet die Gruppe auf einem Flughafen ein Blutbad unter Zivilisten an, schießt auf wehrlose Passagiere, streckt panisch schreiende Verwundete final nieder - ein Massaker. Man muss diese Szene übrigens nicht spielen, sie lässt sich überspringen. Aber wer lässt sich schon freiwillig einen ganzen Abschnitt eines ohnehin sehr kurzen und teuren Stücks digitaler Unterhaltung entgehen? Und vor allem: Warum wurde sie dann überhaupt programmiert, welchen Zweck erfüllt die Terror-Horror-Sequenz? Gewalt, Lügen und Videospiel Für den Publisher Activision Blizzard und den Entwickler Infinity Ward ist die Sache klar: Man wolle die Abscheulichkeiten des Terrorismus zeigen und es dem Spieler ermöglichen, sich in die Gedankenwelt der Verbrecher zu versetzen. ![]() Das sind genau die Szenen, die wir bald bei jeder Diskussion um die sogenannten »Killerspiele« zu sehen bekommen werden. Und wir werden nicht mehr dagegen sagen können: »Halt, das stimmt so nicht!« Denn es ist wahr. Rücksichtslos ohne Kompromisse Viele Spiele verfolgen ähnliche Ziele und zeigen ebenfalls gewalttätige Szenen. Und doch geht uns das russische Flughafen-Attentat besonders nah. Das liegt vor allem am kompromisslosen Ernst der Umsetzung. Hier gibt es keine übertriebenen Physik-Effekte wie in GTA 4, keine trockenen Sprüche wie in Borderlands, keinen ironischen Unterton wie in Fallout 3. In der Flughafen-Szene gibt es nur rücksichtslose Gewalt zur Durchsetzung ideologischer Ziele (nämlich die der Terroristen). Die angeblich angestrebte Empathie bleibt dabei komplett aus: Das Blutbad läuft vergleichsweise steril ab, die Opfer bleiben seltsam gesichtslos, es gibt keine Kinder unter den Passagieren. Es ist ganz einfach, bei diesen lässigen Kerlen mitzumachen und eben auch den Abzug zu drücken. Modern Warfare 2 setzt die Hemmschwelle so weit wie möglich herunter, ordnet zugleich aber die Tat in keiner Weise ein. Es fehlt eine emotionale Reaktion des Spielcharakters, alle Reflektion liegt bei der Person vor dem Bildschirm. Kalkulierter Tabu-Bruch So nachvollziehbar die »wir zeigen euch das wahre Gesicht des Terrors«-Absicht sein mag, für uns ist sie nur ein Vorwand. Die Flughafen-Sequenz ist eine kalkulierte Provokation - ein PR-Gag, wenn man so will. Spielerischen Nährwert hat sie ohnehin nicht. Was bleibt ist Ärger. Ärger darüber, dass es dem Entwickler Infinity Ward offenbar an jeglichem Feingefühl mangelt. Ärger darüber, dass selbst Gamedesign-Profis glauben, auf solche Holzhammer-Methoden zurückgreifen zu müssen, um beim Spieler Emotionen zu erzeugen. Ärger darüber, dass man den fast schon beruhigten »Killerspiel«-Gegnern ohne Not neue Munition liefert. Und vor allem Ärger, weil ein spielerisch so hochqualitativer Titel wie Modern Warfare 2 solchen Müll eigentlich gar nicht nötig hat. Markus Schwerdtel, Chefredakteur GamePro
Michael Trier, Chefredakteur GameStar Mehr zum Thema: Flughafen,
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LeBonChris
#2 | 06. Nov 2009, 18:45
Naja, so einfach werden es die Actionspiel-Gegner nicht haben. In der deutschen Fassung ist das Level geschnitten, wodurch man keine Zivilisten töten darf. Sollte man doch den Terroristen raushängen lassen, ist die Mission gescheitert.
Rover
#3 | 06. Nov 2009, 18:51
Also ich kann den Artiekl nur zustimmen. Ich bin ja auch für Uncat Versionen aber diese Szene geht dann doch zu weit. Ich sehe schon die Schlagzeilen in der Bild und anderen Zeitungen.
Ich kann nur hoffen das andere Entwickler nicht die gleichen Fehler machen.
Tomo
#4 | 06. Nov 2009, 18:52
"Das wahre Gesicht des Terrors". Na, gut zu wissen, aber woher eigentlich?
Ich bin exakt der gleichen Meinung der Autoren. Solch einen Schwachsinn hat MW2 einfach nicht verdient. Was soll sowas?
Cherti
#5 | 06. Nov 2009, 18:53
der deutsche markt verlangt, dass man auf polizisten schießen kann? ^^
ne ma ehrlich, die änderung is absolut hirnverbrannt. a) da laufen parrhundert leute und ich soll bzw. darf nun auf polizisten, aber nicht auf zivilisten schießen. na da ma viel spaß beim vorbeizielen. b) ich seh sie doch so oder so am röcheln, kriechen und sterben. ob ich nun "abdrück" oder der neben mir... obs das nun rausreißt? c) zivilisten tabu, ordnungshüter ok? was soll mir das nun vermitteln? sind polizisten wertlose ojekte? wertloser als zivilisten? ist es "eher ok" nen polizisten virteull zu erschießen?
Cube
#6 | 06. Nov 2009, 18:53
Ohne die Szene der deutschen Fassung beurteilen zu können finde ich diese klare Stellungnahme und Kritik seitens der Gamestar bzw. Gamepro sehr bemerkenswert.
Mal schauen, ob die Gamestar eine ähnlich hohe Wertung wie die Gamepro vergibt (dort erreicht das Game 93%)...
gandalf der graue
#7 | 06. Nov 2009, 18:54
Tja, mit MW2 hat es Infinity Ward in sämtlichen Bereichen übertrieben.
In Sachen Inhalt, Multiplayertauglichkeit und in Sachen Benutzerfreundlichkeit. Ein Spiel das in so vielen Bereichen versagt hat, ist mir noch nicht untergekommen.
Fraggla
#8 | 06. Nov 2009, 18:55 Zitat von LeBonChris: Naja, so einfach werden es die Actionspiel-Gegner nicht haben. In der deutschen Fassung ist das Level geschnitten, wodurch man keine Zivilisten töten darf. Sollte man doch den Terroristen raushängen lassen, ist die Mission gescheitert. Aber allein das Mitansehen können, ohne sich dabei wehren zu können, wird dieses Argument vernichten. Ganz abgesehen davon, dass Frontal 21 + co keine Diskussion nötig hat, geschweige denn Tatsachen aufzeigen muss. (WoW-CD). Danke auch den Redakteuren, sehe es ähnlich wie ihr.
theorigin79
#9 | 06. Nov 2009, 18:56
Jetzt fehlt nur noch eine Stellungsnahme zum Rest des Spiels und wir sind wieder einer Meinung liebe Gamestar-Redaktion.
PatriotChefe
#10 | 06. Nov 2009, 18:59
das ist die szene die ich immer überspringen werde wenn ich es mir holen sollte. das ist dann doch ein stück zu extrem. wie die entwickler auf solche ideen kommen bleibt mir ein rätzel. bei cod world at war die anfang szene war noch inordnung. da hat man sofort verstanden worauf der entwickler abzielt. das krieg und folter mit das schlimmste ist was es gibt. aber sowas muss absolut nicht sein. diese szene hätte ruhig aus dem spiel entfernt werden können und dafür ein "normales" level eingefügt werden können.
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