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Kolumne: Steam & Co.

Warum wir beim Download-Monopoly verlieren

Günstig wie nie scheinen die Angebote zur Vorweihnachtszeit bei Online-Händlern wie Steam & Co zu sein. Aber sind sie das auch wirklich?

Von Daniel Raumer |

Datum: 26.11.2010


Um das Thanksgiving-Wochenende Ende November (in den USA traditionell der Auftakt ins Weihnachstgeschäft) locken Portale wie Steam, das PlayStation Network oder der Xbox Marketplace wieder mit Preisnachlässen auf ihre Downloads. Das klingt vordergründig nicht schlecht. Was wir Spielekäufer dabei aber oft vergessen: Solche Lockangebote verschleiern, dass die Preise auf Online-Plattformen im Schnitt höher liegen, und zwar auch im Budget-Bereich.

Das klassische verpackte Spiel im Einzel- oder Versandhandel durchläuft in seiner Lebensdauer eine Preisspirale nach unten, je nach Käuferinteresse mehr oder weniger schnell: Nach ein paar Monaten hat sich der Verkaufspreis häufig von 50 auf 25 Euro halbiert, später sinkt er auf 10 Euro und weniger. Durch die bunte Konkurrenz im Handel ist die Angebotsspanne flexibel; dass Händler Kunden fangen oder Restposten loswerden wollen, drückt die Preise zusätzlich.

Steam & Co. : Steam lockt zur Vorweihnachtszeit mit Sonderangeboten. Steam lockt zur Vorweihnachtszeit mit Sonderangeboten. Nun ist es nicht so, dass Online-Plattformen wie Steam nicht auch Preise senken würden. Tatsächlich setzt Steam ältere Titel nach einiger Zeit vom Ursprungspreis auf 30 Euro herunter. Dort können sie lange Zeit verharren, selbst dann, wenn im klassischen Handel längst ganz andere Schwellen gelten. Wer das ein Jahr alte Dragon Age: Origins oder Need for Speed: Shift statt bei Steam im Online-Versand kauft, zahlt (Porto eingerechnet) momentan im Schnitt 25 Euro, für Bioshock 2 sind es 15. Wer etwas sucht, findet noch tiefere Angebote. Modern Warfare 2 kostet als Box derzeit rund 35 Euro. Steam-Kunden können von einem solchen Preis nur träumen: Sie berappen nach wie vor 60 Euro für den Shooter, genauso viel wie für den Nachfolger Black Ops.

Die preiswerten Wochenend-Angebote und Thanksgiving-Specials von Steam sind ohne Zweifel großartige Schnäppchen. Aber sie sind eben nur Brosamen, denn hinterher schnellen die Download-Preise zurück auf das alte Niveau. Das liegt in der Regel deutlich über dem freien Markt.

Bei Downloads scheint der klassischen Marktmechanismus der Preisbildung über Angebot und Nachfrage außer Kraft gesetzt zu sein. Warum? Weil sich die Anbieter über technologische Inseln de facto Monopole schaffen. App-Store, PSN und Xbox Marketplace stehen eben nur scheinbar in Konkurrenz zueinander. Sobald ich die Hardware eines Herstellers benutze, bin ich zumindest bei Downloads auf Gedeih und Verderb auf das damit verbundene digitale Angebot angewiesen. Die Nachteile zeigen sich in höheren Durchschnittspreisen. Und das, obwohl Downloads keinen Lagerplatz kosten, kein Porto anfällt, keine Packungskosten entstehen.

Steam & Co. : Call of Duty: Modern Warfare 2 ist bei Online-Händlern noch immer nur zum Neupreis erhältlich. Call of Duty: Modern Warfare 2 ist bei Online-Händlern noch immer nur zum Neupreis erhältlich. Auf dem PC sieht es nur vordergründig besser aus als auf Monopol-Plattformen. Hier haben wir Spieler zwar momentan neben Steam auch andere Anbieter wie Gamesload, Gamersgate, Impulse oder andere zur Auswahl, aber wer sich für einen davon entscheidet, bleibt diesem in der Regel treu. Denn durch Zusatzservices wie Spielebibliotheken und Freundeslisten binden die Anbieter ihre Kunden an sich, außerdem ist vielen das Jonglieren mehrerer Benutzerkonten zu mühsam. Und sollten sich in naher Zukunft Streaming-Dienste wie OnLive oder Gaikai durchsetzen, so wären auch auf dem PC Monopol-Inseln etabliert.

Zumindest im Moment deutet alles darauf hin, dass die klassische Disk ein Auslaufmodell ist - Downloads oder gar Streams gehört die Zukunft. Das wäre nicht so problematisch, wenn es auch hier einen vielfältigen Wettbewerb verschiedener Anbieter gäbe. De facto dominieren aber einige wenige Firmen den Markt. Sie bestimmen den Preis. »Sie möchten das neue Call of Duty spielen? Gerne, macht 90 Euro. Wie, das ist Ihnen zu teuer, Sie wollen warten, bis es billiger wird? Viel Erfolg, denn das wird bei uns nicht billiger werden!«

Die Zeche in der »schönen neuen Downloadwelt« ohne Datenträger zahlen bis auf Weiteres wir Kunden. Konkurrenz belebt eben auch hier das Geschäft. Klingt abgedroschen, ist aber wohl wahrer denn je.

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Avatar ferrari2k
ferrari2k
#1 | 26. Nov 2010, 17:12
Das merkt ihr aber früh...
Das wird von den Kritikern doch auch schon seit Jahren gepredigt...
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Avatar LordBelial
LordBelial
#2 | 26. Nov 2010, 17:13
Zwingt mich doch keiner neue Spiele bei Steam zu kaufen, wenn schon, dann eh nur bei solchen Aktionen.
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Avatar Apfelus
Apfelus
#3 | 26. Nov 2010, 17:15
Steam soll Treyarch lieber mal erinnern ein Patch für Black Ops zu machen. -.-
Dauernd stürzt das Game ab...und meist kurz vorm' Rundenende. :\
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Avatar Pholous
Pholous
#4 | 26. Nov 2010, 17:15
Da muss man sich halt in Geduld üben und die Augen offen halten. Ich habe Bioshock vor Kurzem für 4,99€ bei steam gekauft.
Bei Vollpreisspielen oder welchen, die ich unbedigt haben will gehe ich ins Geschäft oder bestelle sie mir nach Hause.
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Avatar Gelbwurst
Gelbwurst
#5 | 26. Nov 2010, 17:16
Aus diesem Grund hab ich über Steam mir nur Games geholt die z.B. während der Weihnachtszeit stark reduziert worden sind.
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Avatar PbVeritas
PbVeritas
#6 | 26. Nov 2010, 17:16
Sehr interessant... Hab das so noch nicht gesehen. Danke!
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Avatar Rox91
Rox91
#7 | 26. Nov 2010, 17:16
wohl wahr! Deshalb hab ich auch erst einmal ein spiel bei einer onlineplattform gekauft, da es das game nur online gab :/

hab in zukunft aber weiter vor meine spiele im eizelhandel zu kaufen.
ohne etwas materielles in der hand ist ein spiel für mich sowieso nur halb soviel wert.
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Avatar yenlowang2010
yenlowang2010
#8 | 26. Nov 2010, 17:17
Einer Analyse der mehr nur voll und ganz zustimmen kann.
Wer immer noch glaubt das man im Netz ALLES günstiger bekommt als im normalen POS hat eh komplett verpeilt.

Ich weiß aus eigener Erfahrung das ich viele Spiele die groß bei Dampf angeboten werden schon lange im klassischen Einzelhandel für gleiches oder sogar weniger bekomme.

Wie immer gilt also: sich vor dem Kauf gründlichst informieren - auch im RL.
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Avatar happyPig
happyPig
#9 | 26. Nov 2010, 17:18
Der Anklagefinger muss eher auf die naiven Käufer zeigen.
Der Konsument ist souverän, da kann auch ein Monopol nicht gegen anstinken.
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Avatar Flo54
Flo54
#10 | 26. Nov 2010, 17:19
ein bisserl Schwarzmalerisch ist das Ganze aber schon gehalten ^^ - keiner zwingt einem die gleich oder gar teureren Teile ausm Steam zu laden ... und auch der klassische retailmarkt wird nicht verschwinden , er wird halt unwichtiger -> war aber zu erwarten , das Geheule darum ist halt groß ^^

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