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Kolumne: Die E3-Pressekonferenzen

Xbox, go Home

Der Pressekonferenzen-Showdown der beiden großen Konsolenhersteller auf der E3 2013 ist vorüber. André Peschke findet in seiner Kolumne einen eindeutigen Sieger: Sony.

Von André Peschke |

Datum: 11.06.2013


Die E3-Pressekonferenzen : Der Kampf der Konsolen scheint entschieden. Der Kampf der Konsolen scheint entschieden. Nach der Ankündigung neuer Konsolen wird normalerweise aufgerechnet. Journalisten in aller Welt halten während der Pressekonferenzen den Daumen in den Wind um am Ende einen "Sieger" zu küren. In der Regel ist das Ergebnis so handfest belegbar wie bei der Wahl zum "Eis des Jahres". In diesem Jahr jedoch kann man zu keinem anderen Schluss kommen, als diesem: Diese Runde geht mit haushohem Vorsprung an Sony.

Dabei wirkte die PS4-Pressekonferenz eigentlich furchtbar träge und schwerfällig. Der Sony-Boss Jack Tretton tat mir fast leid, wie er da mit seiner fetten goldenen Uhr auf der Bühne stand, und so tun musste, als wären ihm die Namen der Spiele schon mal woanders als auf einer Budgetkalkulation begegnet. Er zeigte hier ein paar PS3-Titel, wegen denen keiner gekommen war und verlor dort ein paar nette Worte über die Vita, von der viele nicht mal wussten, dass sie noch produziert wird. Selbst das PS4-Lineup plätscherte so vor sich hin: Ein paar Rendertrailer, eine Grafikdemo, ein neues Infamous. Dinge, die man eher mit einem Nicken zur Kenntnis nahm, als mit besonderem Enthusiasmus. Aber dann...

Dass Sony im letzten Drittel seiner Pressekonferenz plötzlich anfangen konnte, Microsoft auseinanderzunehmen wie eine Apfelsine, war das Ergebnis einer wochenlangen, akribischen Vorarbeit. Allerdings nicht seitens Sony, sondern größtenteils von Microsoft selber. Seit der Vorstellung der Xbox One vor wenigen Tagen, beherrscht kein anderes Thema die Diskussion über die Konsole derart wie ihr DRM-System. Registrierungszwang, Always-On, Gebrauchtspiele-Sperre: Das sind die großen Schlagworte, denen Microsoft auch mit dem heutigen Stakkato von Spieleankündigungen nicht entkommen konnte.

Zum Thema » Microsoft-Pressekonferenz: Analyse Spieleflut gegen Shitstorm » Alle Infos zur PlayStation 4 Preis, Gebrauchtspiele, kein Online-Zwang, PS Plus Borderlands: Pre-Sequel ab 39,99 € bei Amazon.de Tatsächlich kann ich mich nicht erinnern, wann jemals die Präsentation einer neuen Konsole dermaßen von einem solchen Thema überschattet wurde - sowohl bei Spielern, als auch bei Journalisten. Selbst der Aufschrei über den Einführungspreis der ersten Xbox von 479 Euro war stets mit einem Blick auf die Hardware und ihre Spiele verbunden. Bei der neuen Xbox One stand aber selbst nach Microsofts ausführlichen Erklärungen nur eine Frage im Raum: Wie eingeschränkt ist der Spieler wirklich, wenn es um die Nutzung seiner Spiele geht?

PlayStation 4
Das steckt alles im Karton: Die Konsole, Netzkabel, Headset, HDMI-Kabel, USB-Ladekabel, Controller, Handbuch

Auf diese Frage gab stattdessen Sony heute Abend eine klare Antwort: Keine. Die PS4 wird ihren Käufern von Haus aus keine Einschränkungen bei der Nutzung von Gebrauchtspielen auferlegen. Sie wird nicht regelmäßig online gehen müssen. Und sie kostet nur 399 Euro.

Das sind gleich drei schallende Ohrfeigen für die Konkurrenz, die nun dringend nachdenken muss, ob sie Kurs halten will. Microsofts Preis von 499 Euro ist zumindest nahe an der Schmerzgrenze für Hardware, die diesmal keinen so auf den ersten Blick sichtbaren Grafikfortschritt anbieten kann, wie seinerzeit beim Wechsel auf HD-Fernseher. Die Xbox ist nicht mehr der Technik-Spitzenreiter, wie es die erste Konsole noch war. Sie wird nicht ein Jahr Vorsprung vor der PlayStation bekommen wie einst die 360. Auch wenn Microsofts Idee vom Entertainment-Zentrum gerade in den USA sicher gut ankommen wird: Wie viele Startnachteile kann sich die Konsole leisten?

Größenvergleich der Konsolen. Von links nach rechts: Xbox One, PS3, Xbox 360 und Xbox 360 Slim. Der weiße Aufkleber auf unserer Debug-Konsole fehlt natürlich bei der Retail Xbox. Auf ihm ist ein weg-retouchierter QR-Code.

Gerade weil sich die Geräte in ihrer Hardware vermutlich so wenig unterscheiden werden wie keine andere Konsolengeneration vor ihnen, bewegt sich Microsoft mit seinem DRM-System als negativem Unterscheidungsmerkmal auf dünnem Eis. Sehr wahrscheinlich wurde ihnen im Vorfeld von einigen großen Publishern wie EA eindringlich nahegelegt, deren Feldzug gegen Gebrauchtspiele zu unterstützen. Sony, so dachte ich, würde es sich auch nicht leisten können, die Sympathien dieser lebenswichtigen Produzenten zu riskieren. Irrtum. Falls die Japaner ihren Worten treu bleiben, haben sie nicht nur dem Wettbewerb gezeigt, wo es lang geht, sondern auch bewiesen, dass sie tatsächlich eine Konsole für Spieler machen und nicht für Publisher. Am Ende, so viel steht fest, sind es nicht die Publisher, die Millionen von Konsolen kaufen.

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Avatar NorinRaad
NorinRaad
#1 | 11. Jun 2013, 10:00
Flawless Victory!
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Avatar Bis_Einer_Weint
Bis_Einer_Weint
#2 | 11. Jun 2013, 10:02
Ich hoffe, dass sich die Strategie von Sony als echter Wettbewerbsvorteil heraustellt.Noch viel besser wäre, wenn am Ende was für die PC-Gamer Community dabei herausspringt.Etwa, wenn das ein oder andere Unternehmen zu der Schlussfolgerung kommt, dass sich eine PC-Portierung doch lohnt.Die Sache mit Red Dead Redemption hab ich ja immer noch nicht so richtig verwunden.
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Avatar LyNX-EyED
LyNX-EyED
#3 | 11. Jun 2013, 10:17
Genau das wollte ich hören...Ps4 ich komme!

In allen Punkten, aber wirklich in allen Punkten eine Niederlage für die Xbox One. Ich glaube heute hat MS eine Management Krisensitzung!

Ich liebe Sony dafür das sie eine andere Richtung eingeschlagen haben als MS(die einzig richtige aus Gamer Sicht). Dafür werden Sie von mir 399€ erhalten :)
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Avatar robbery
robbery
#4 | 11. Jun 2013, 10:26
Ist das hier eig. noch die gamestar, die sich mit PC-Spielen und PC-Hardware beschäftigt?

Es dreht sich ja alles nur noch um XBOX vs PS4. Nervig
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Avatar tscherno-bill
tscherno-bill
#5 | 11. Jun 2013, 10:29
Ich persönliche kaufe eh keine Konsole, soviel vorne weg.
Aber die Frage ist: Mit der Antigebrauchtmarkt Strategie macht sich MS unter Spielern natürlich absolut keine Freunde. Aber vermutlich unter den Publishern?! Und wenn die das zurückzahlen mit mehr Produktionen für die xBox, steht die ps4 dann doch doof da. Ich hab kA wie es kommen wird, aber dieser Punkt wird immer vernachlässigt in den Diskussionen hier, daher wollte ich es mal anmerken.
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Avatar Aryko
Aryko
#6 | 11. Jun 2013, 10:31
Sorry MS , you can´t tell the market what it wants . The market tells you !
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Avatar Cycress
Cycress
#7 | 11. Jun 2013, 10:31
Zitat von robbery:
Ist das hier eig. noch die gamestar, die sich mit PC-Spielen und PC-Hardware beschäftigt?

Man liest ja nur noch über die unnötigen Konsolen


Man muss Gamestar aber immerhin zugute halten, dank Multi-Plattform-Entwicklungen im Spielebereich ist es auch als PC-Spieler ja interessant, was da so kommt. Schließlich werden sich viele Publisher dran orientieren.
Aber denke du hast insofern Recht, statt ein Dutzend einzelner News könnte man ja vielleicht ne extra Rubrik einführen oder so. Dann hat jeder die Wahl, ob er sich damit beschäftigt.
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Avatar Aryko
Aryko
#8 | 11. Jun 2013, 10:35
Wenn die Antwort " keine " lautet , hätte die Frage lauten müssen :
" Welche Einschränkungen gibt es für den Spieler " ?
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Avatar Takamisakari
Takamisakari
#9 | 11. Jun 2013, 10:38
Zitat von Bis_Einer_Weint:
Ich hoffe, dass sich die Strategie von Sony als echter Wettbewerbsvorteil heraustellt.Noch viel besser wäre, wenn am Ende was für die PC-Gamer Community dabei herausspringt.Etwa, wenn das ein oder andere Unternehmen zu der Schlussfolgerung kommt, dass sich eine PC-Portierung doch lohnt.Die Sache mit Red Dead Redemption hab ich ja immer noch nicht so richtig verwunden.

Wenn Sony einen Nutzen aus dem angemeldeten Patent für einen Chip auf dem Datenträger zieht und es sich etabliert, dann könnte das auch für PC-Gamer eine Alternative zu den Knastportalen sein. Ich habe mich schon immer gefragt, warum man nicht dahin zurückkehrt. Natürlich wird auch viel digital erworben, aber da kann die Accountbindung weiterhin als Voraussetzung gelten.
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Avatar Starchaser
Starchaser
#10 | 11. Jun 2013, 10:38
Ich hab ne 360 hier stehen. Und ich hab mich auch auf die One gefreut. Aber naja, das Ende des Liedes kennt ihr ja alle. Zeit wieder auf PS umzusteigen. Die PS4 kickt mich jetzt schon mehr als die seinerzeit die PS3. MS muss einfach lernen das der Konsolenmarkt in Europa anders läuft als in Amerika. Hier nennt sich der größte Teil der Kosumenten noch "Gamer" und den ganzen Entertainmentmist brauch kein Mensch. Dafür hab ich meinen Rechner.
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