Bundesratsinitiative - gegen gewaltverherrlichende Spiele geplant
Es hatte sich bereits nach den
Aussagen 
des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann im letzten ZDF-Fernsehbeitrag zum Thema Jugendschutz bei Computerspielen angedeutet, dass sich die Politik wieder mit Computerspielen beschäftigen wird. Die aktuellen Ereignisse rund um den
Amoklauf in Emsdetten 
scheinen den Tatendrang des Ministers jetzt erst richtig zu entfesseln: So kündigte Schünemann gegenüber der Netzeitung eine Bundesratsinitiative zum Stopp der Herstellung und Verbreitung gewaltverherrlichender Computerspiele an. Da Schünemann die Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle für ungeeignet hält, Einschätzungen zu Spielen zu treffen, strebt er ebenfalls deren Abschaffung an. In Zukunft sollte nach seiner Meinung eine komplett staatlich kontrolliertes Gremium über die Jugendtauglichkeit von Computerspielen entscheiden.
Bereits 2003 hatte Bayern eine Gestzesvorlage zur Verschärfung des Jugendschutzes in den Bundesrat
eingebracht 
. Damals ging es um das Verbot gewaltverherrlichender Spiele sowie um das Verbot von Spielen in der Öffentlichkeit für Jugendliche unter 16. Nach einer Kabinettssitzung der bayerischen Regierung kündigte Ministerpräsident Stoiber heute in München an, dass er bei seinen Länderkollegen für ein Verbot gewaltverherrlichender Spiele in Deutschland werben werde und die damalige Initiative dabei erneut vorlegen wolle. „Killerspiele animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten. Das sind völlig unverantwortliche und indiskutable Machwerke, die in unserer Gesellschaft keinen Platz haben dürfen“, sagt Stoiber in einer Mitteilung der CSU.
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