Jugendschutz : Ursula von der Leyen Ursula von der Leyen Der Jugendschutz soll deutlich verschärft werden. Das Familienministerium unter der Leitung von Ursula von der Leyen und ihr Kollege aus Nordhein-Westfalen Armin Laschet, der innerhalb der Bundesländer die USK betreut, haben jetzt ein Sofort-Programm vorgestellt, das die derzeit geltenden Regelungen gehörig auf den Kopf stellt. Von der Leyen kündigte eine entsprechende Gesetzesinitiative noch vor der Sommerpause des Parlaments an.

Folgende Änderungen werden auf den Verbraucher zukommen: Alle ‚gewaltbeherrschten’ und nicht nur 'Gewalt verherrlichende' Medien sollen für Kinder und Jugendliche automatisch verboten werden, ohne dass diese erst lange Prüfverfahren der BPjM durchlaufen müssen. Dieses Verbot entspricht der heutigen Indizierung. Werbung wäre dann verboten. Die betrofffenen Spiele landen wie Pornos in der Schmuddelecke.

Die Definition, was als 'gewaltbeherrschtes' Spiel gilt, wird in den neuen Jugendschutzgesetzen deutlich erweitert: "Spiele, in denen deutlich visualisierte Gewaltanwendung mit 'Leben sammeln' oder Erreichen eines weiteren Levels belohnt wird, oder in denen Mord- oder Metzelszenen detailliert dargestellt werden, kommen auf den Index", sagt von der Leyen.

Damit Eltern besser sehen können, was zu ihren Sprößlingen passt, sollen die Warnhinweise sich in Form und Größe an Zigaretten-Gesundheitshinweisen orientieren. Auch die USK wäre von dieser Neuregelung betroffen: Die Kriterien für ihre Arbeit sollen deutlicher formuliert werden. Außerdem plant Laschet mehr Personaleinsatz bei der USK.

Detaillierte Gesetzestexte liegen uns noch nicht vor. Die wären aber wichtig: Das Zitat der Familienministerin über die Definition der Gewaltspiele lässt viele Deutungen zu. Selbst ein World of Warcraft wäre demnach jugendgefährdend. Den vollständigen Plan der Familienminister geben wir im O-Ton auf Seite 2 des Artikels wieder.