Lorraine Harling, Mutter des 18-jährigen Stuart Harling, macht Computerspiele wie Manhunt für die Mordtat ihres Sohnes verantwortlich. Das berichtet die Online-Ausgabe der englischen Zeitung News of the World.

Stuart habe ihr und ihrem Mann keinen Grund gegeben zu glauben, er sei gewalttätig, wird Harling zitiert. »Ich wusste, dass er die Videospiele spielt, aber wir ahnten nicht, was in ihnen vorgeht, wie brutal und explizit sie sind.« Lange Zeit habe Sie zudem nicht begriffen, dass die Spiele mit Alterseinstufungen versehen sind, so Harling. »Wir haben ihm einfach die Spiele gekauft, die alle anderen Kinder auch hatten.«

Stuart Harling hatte im April 2006 die Krankenschwester Cheryl Moss im englischen Hornchurch umgebracht. 72-mal stach er mit einem Jagdmesser auf die 33-jährige Frau ein, die vor ihrem Krankenhaus gerade eine Zigarettenpause machte. Inzwischen wurde Stuart zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Die Bluttat habe der Junge an seiner Playstation in seinem Kinderzimmer geübt, schreibt News of the World. Der sanftmütige Stuart sei zwar ein guter Schüler und Pfadfinder gewesen. Jede Nacht habe er sich jedoch - wie Millionen anderer Jugendlicher auch - in sein abgedunkeltes Zimmer zurückgezogen, um sich in die virtuellen Welten voll Sadismus und Tod zu flüchten. Eines von Stuarts bevorzugten Spielen sei das »berüchtigte« Manhunt gewesen, möchte die Zeitung in Erfahrung gebracht haben.

Lorraine Harling fordert unterdessen ein härteres Durchgreifen bei Gewaltspielen. Sie würden von Kindern auf der ganzen Welt gespielt und seien teilweise »wirklich schrecklich«. »Und wenn sie [die Videospiele] einen Schalter im Kopf umlegen können, sollten sie verboten werden.«