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Jugendmedienschutz-Novellierung abgelehnt - Internet-Staatsvertrag in NRW gescheitert

Die ab Januar 2011 für Website-Betreiber gesetzlich vorgeschriebene Alterskennzeichnung von Inhalten wird bis auf weiteres nicht in Kraft treten.

Von Michael Obermeier |

Datum: 16.12.2010; 17:58 Uhr


Jugendmedienschutz-Novellierung abgelehnt : Die umstrittene Überarbeitung des Jugendschutz-Staatsvertrags ist in Nordrhein-Westfalen im Landtag gescheitert. Durch die einstimmige Ablehnung im Landtag wird eine Alterskennzeichungspflicht für Web-Inhalte nicht wie zunächst geplant im Januar 2011 in Kraft treten. Die entscheidende Wende hat dabei die CDU-Landtagsfraktion ausgelöst, die gemeinsam mit der FDP und der Linken gegen den neuen Staatsvertrag gestimmt hatte. Grüne und SPD konnten so nicht die für eine Einführung der Novellierung nötige Mehrheit erringen, die Überarbeitung wurde abgelehnt. Dies berichtet die Website heise.de.

Die Haltung der CDU ist in der Debatte überraschend. So hatte der damalige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers noch im Juni dem Gesetzestext zugestimmt, laut Andreas Krautscheid, medienpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion in NRW, gab es für die Fraktion dann aber doch »zu viele Unsicherheiten«. Als Beispiel führt Krautscheid etwa ungeklärte technische Fragen zur Kennzeichung von Webinhalten an. Trotzdem hält die CDU den sogenannten JMStV »in der Tendenz für einen guten Staatsvertrag«.

Bis auf weiteres soll jetzt die Version des JMStV von 2003 im Web gelten, einen rechtsfreien Raum gibt es durch das Scheitern der Novellierung also nicht. Durch die Absage des Landtags von NRW gilt die aktuelle Überarbeitung des JMStV bundesweit als gescheitert. Trotzdem möchten alle Parteien weiter an einem neuen Gesetzesentwurf arbeiten, diesmal aber die beim aktuellen Anlauf zu spät involvierte Netzgemeinde früher beteiligen. Ein neuer Versuch dürfte jedoch frühestens in einigen Jahren anstehen.

Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) dazu: »Wir bedauern die Entscheidung des nordrheinwestfälischen Parlaments, den novellierten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag nicht zu ratifizieren. (…) Es muss so schnell wie möglich eine neue Lösung auf den Weg gebracht werden. Mit Blick auf die sehr lange Verhandlungszeit des JMStV appellieren wir an die Bundesregierung, ein Machtwort zu sprechen und von ihrer Gesetzgebungskompetenz Gebrauch zu machen. Zumindest für die unter dem Jugendschutzgesetz agierenden Selbstkontrollen wie die USK sollten die Kompetenzen auf den Online-Bereich ausgeweitet werden. Eine derartige Novellierung des Jugendschutzgesetzes stellt aus Branchensicht den besten und schnellsten Weg dar, einen weitreichenden Jugendschutz im Internet sicherzustellen. Wir würden diesen Weg ausdrücklich unterstützen«.

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Avatar grasstunger
grasstunger
#1 | 16. Dez 2010, 18:42
Zum Glück.
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Avatar ZuffuluZ
ZuffuluZ
#2 | 16. Dez 2010, 18:50
Erstaunlich, dass das von CDU und FDP ausging. Allerdings wird es wohl trotzdem irgendwann kommen - wenn dann auch in abgewandelter Form.
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Avatar Fisto
Fisto
#3 | 16. Dez 2010, 18:52
allein die tatsache das man 2 Wochen vor geplanten Gesetzesbeginn abstimmt ob man es nun einführt oder nicht ist schon eine lächerlichkeit. Sowas braucht doch auch etwas vorbereitung...

Nunja nun eh egal ^^
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Avatar Junk1e
Junk1e
#4 | 16. Dez 2010, 18:54
Ein Glück... War von Anfang an dagegen! :)
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Avatar SchNiPoSa
SchNiPoSa
#5 | 16. Dez 2010, 18:55
"Mit Blick auf die sehr lange Verhandlungszeit des JMStV appellieren wir an die Bundesregierung, ein Machtwort zu sprechen und von ihrer Gesetzgebungskompetenz Gebrauch zu machen."

gesetzgebungskompetenz.... genau!
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Avatar Haarvieh
Haarvieh
#6 | 16. Dez 2010, 18:59
Hä? Grüne und SPD für den Käse und CDU und FDP dagegen .... hab ich irgendwas verpasst? Naja wenigstens scheint es doch noch Menschen mit Verstand zu geben oder die Regelung war der CDU nur nich hart genug. xD
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Avatar Husker
Husker
#7 | 16. Dez 2010, 19:03
Das Internet ist und bleibt ein rechtsfreier Raum man muss nur wissen wie man es benutzt und es stehen einem allel Mittel und Wege offen da wird auch der xte Staatsvertrag nichts dran ändern ausser man schaltet es ab :D
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Avatar StarGamerAndy
StarGamerAndy
#8 | 16. Dez 2010, 19:03
Das der BIU immer seinen Senf dazugeben muss.
Bald werden mir wohl den Ausweis fortlaufend in die Kamera halten, damit man ins Internet darf;)

Wenn die Ggrünen in der regierung sind, wird der PC mit Strom vom Fahrraddynamo betrieben^^ year. :-)
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Avatar yenlowang2010
yenlowang2010
#9 | 16. Dez 2010, 19:03
Zitat von ZuffuluZ:
Erstaunlich, dass das von CDU und FDP ausging. Allerdings wird es wohl trotzdem irgendwann kommen - wenn dann auch in abgewandelter Form.


Sieh dir erst einmal an wer die Novelle anfangs auf den Weg gebracht hat - hier handelt es sich wie üblich um reine parteipolitische Entscheidung der Art "wenn wir die Macht haben sind wir dafür, ansonsten sind wir dagegen".

Rüttgers hatte schon zugestimmt...
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Avatar P@triot
P@triot
#10 | 16. Dez 2010, 19:13
Wahrlich die richtige Entscheidung.

Es ist nämlich für Seitenbetreiber schlicht unmöglich, alle Inhalte extra von Sachverständigen zu kategorisieren und auch überhaupt auf bestimmte Altersbegrenzungen zu gelangen.
So standen tausende Seiten vor dem Aus, weil sich höchstens die großen Unternehmen so ein Verfahren leisten könnten.
Jede Bloggerseite oder Regionalhomepage müsste so zumachen, da sie sonst strafrechtlich hart belangbar wäre.

Somit kann man sagen, dass dieser Gesetzesentwurf blanker Unsinn ist. Noch dazu hat der Staat erstens nicht den Job der Eltern zu übernehmen und zweitens versucht man dadurch nur mal wieder eine strenge Regulierung des Internets herbeizuführen.
Alles zu durchsichtig. Das ist meine Meinung.
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