Twitch : Bei Twitch machen sich die ersten Anzeichen der seit längerem kolportierten Übernahme durch YouTube breit. Ab sofort schaltet das Unternehmen Videos mit geschützten Musikinhalten stumm. Bei Twitch machen sich die ersten Anzeichen der seit längerem kolportierten Übernahme durch YouTube breit. Ab sofort schaltet das Unternehmen Videos mit geschützten Musikinhalten stumm.

Seit geraumer Zeit halten sich hartnäckig Gerüchte darüber, dass die vor allem in der Gaming-Szene beliebte Video-Streaming-Plattform Twitch vom Konkurrenten YouTube aufgekauft werden könnte. Nun gibt es erste Anzeichen für die bevorstehende Übernahme.

Wie es nämlich auf dem offiziellen Twitch-Blog unter twitch.tv heißt, wurde die Plattform kürzlich um ein neues Audio-Erkennungs-System erweitert. Mit dieser Technologie lassen sich archivierte Videos auf Audiomaterial untersuchen, das möglicherweise rechtlich geschützt ist. Sollte dies der Fall sein, wird das entsprechende Video automatisch für 30 Minuten auf Stumm geschaltet.

Heißt im Klartext also: Wer während des Streamens seiner Gaming-Session im Hintergrund oder über das Spiel (etwa die Radio-Sender in GTA 5) geschützte Musik laufen lässt, sieht sich im Anschluss an das Archivieren des aufgezeichneten Videos mit einer längeren Komplett-Stummschaltung konfrontiert.

»Wir respektieren die Rechte der Rechteinhaber und unternehmen diese Maßnahmen freiwillig, um sowohl unsere Broadcaster als auch die Copyright-Besitzer zu schützen.«

Twitch betont allerdings, dass es keine Live-Scans bei laufenden Streams geben wird. Das System betrifft also tatsächlich nur archivierte Streams und kommt nicht bei gegenwärtigen Übertragungen zum Einsatz. Zudem werden die Zuschauer bei einer erfolgten Stummschaltung durch eine Einblendung über die Hintergründe dieser Maßnahme informiert.

Zurückzuführen sein dürfte diese Neuerung wohl auf die seit langem kolportierte Übernahme des Streaming-Dienstes durch YouTube. Das zu Google gehörende Videoportal schlägt sich bereits seit geraumer Zeit mit der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) um die Abführung von Gebühren für geschützte Musikstücke herum. Bis heute konnten die beiden Parteien keine Einigung erzielen. Sehr zum Ärger vieler deutscher YouTube-Nutzer: Diverse YouTube-Videos sind hierzulande aufgrund der ungeklärten Rechtesituation nicht aufrufbar.

Übrigens bahnt sich bei Twitch auch noch eine weitere Änderung an: Archivierte Twitch-Streams werden ab sofort nicht mehr unbegrenzt lange gespeichert. Die automatische Speicherung beträgt fortan nur noch 14 Tage. Eine Option zur lebenslangen Speicherung aufgezeichneter Streams ist nicht mehr vorhanden.

Laut Twitch sind 80 Prozent der eigenen Speicherkapazitäten mit Videos gefüllt, die ohnehin niemand mehr anschaut. Die ersten archivierten Medien, die älter als 14 Tage sind, sollen in drei Wochen gelöscht werden. Das Unternehmen empfiehlt seinen Nutzern unter anderem, die fraglichen Aufzeichnungen mit einem speziellen Video-Manager-Werkzeug zu YouTube zu exportieren.