Cyberviolence-Report : Die Broadband Commission Working Group on Gender hat sich mit ihrem Cyberviolence-Report in die Nesseln gesetzt. Nach reichlich Kritik zog die Arbeitsgruppe den Bericht wieder zurück. Er soll nun überarbeitet werden. (Fotoquelle: broadbandcommission.org) Die Broadband Commission Working Group on Gender hat sich mit ihrem Cyberviolence-Report in die Nesseln gesetzt. Nach reichlich Kritik zog die Arbeitsgruppe den Bericht wieder zurück. Er soll nun überarbeitet werden. (Fotoquelle: broadbandcommission.org)

Die Broadband Commission Working Group on Gender der Vereinten Nationen hat vor kurzem einen sogenannten Cyberviolence-Report veröffentlicht, der auf nicht allzu viel Gegenliebe stieß: Der offensichtlich auf die Schnelle zusammengeflickte Bericht fiel durch leere Fußnoten, inhaltliche Fehler und falsche Zitate auf, wodurch unter anderem ein völlig falscher Zusammenhang zwischen Videospielen und realer Gewalt hergestellt wurde.

Entsprechend groß war die Kritik an der Veröffentlichung unter dem Titel »Cyber-Gewalt gegen Frauen und Mädchen« - und entsprechend schnell hat die Arbeitsgruppe nun auch reagiert. Mittlerweile ist der Cyberviolence-Report nicht mehr im Internet aufrufbar. Unter dem veröffentlichten Link findet sich nur noch der Hinweis, dass sich der Artikel in einer Überprüfung samt anschließender Überarbeitung befinde und erneut veröffentlicht werde, sobald alle relevanten Rückmeldungen berücksichtigt worden seien.

Anstelle des ausführlichen Reports findet sich nun nur noch eine Übersicht der vermeintlichen »Hightlights« auf der Webseite der Broadband Commission. Im Gespräch mit der englischsprachigen Webseite Vice entschuldigt sich die für die korrigierte Fassung verantwortliche Sarah Parkes zudem und spricht von Termindruck und einem fürchterlichen Gerangel um den Veröffentlichungszeitpunkt. Insbesondere die fehlerhaften Fußboten sollen korrigiert werden.

Es bleibt allerdings zu hoffen, dass die Arbeitsgruppe auch einige der Kernaussagen des Berichts noch einmal überdenkt. Immerhin führte man an, dass Spieler gewalthaltiger Videospiele in »Killer-Zombies« transformiert werden würden - und berief sich dabei auf eine äußerst fragwürdige Quelle.