Das französische National Institute for Prevention and Health Education hat eine neue Kampagne gestartet, mit der die Bevölkerung auf die wachsende Gefahr für Kinder und Jugendliche durch Suchtprobleme aufmerksam gemacht werden soll. Neben Alkohol, Cannabis, Kokain, Ecstasy und Tabak rückt die durch zahlreiche Kampagnen-Videos unterstützte Anti-Sucht-Maßnahme allerdings auch Videospiele in den Fokus - und sorgt deshalb aktuell im Internet für reichlich kontroverse Diskussionen.

In einem der Videos wird der Lebenslauf eines exzessiven Computer- und Videospielers karikiert, der bereits im Kindesalter auf einer Handheld-Konsole spielt, dann dem Glücksspiel verfällt und schließlich als übergewichtiger Zocker in einem dunklen Zimmer endet - und damit sämtliche Klischees erfüllt.

Das Video ruft Eltern betroffener Kinder dazu auf, mit ihrem Nachwuchs die regionalen Suchtberatungsstellen des Instituts aufzusuchen und mit den geschulten Ärzten und Psychologen vor Ort über mögliche Lösungen oder Präventionsmaßnahmen zu sprechen.

Insbesondere das hier beschriebene Video gibt vielen Spielern und Internet-Nutzern Anlass zur Kritik, da es Videospiele zu stigmatisieren scheint und die Auswirkungen des Spielens mit jenen von Arzneimittelmissbrauch, Alkohol und anderen Drogen gleichsetzt.

Gleichwohl kann ein zu exzessiver Gebrauch von Videospielen natürlich negative psychische und auch physische Auswirkungen zur Folge haben. Allerdings gelte das auch gleichermaßen für Fernsehen, Internet, Kino sowie andere Spielzeuge und Medien, so der Vorwurf vieler Kritiker. Und die blieben vom National Institute for Prevention and Health Education bei der Kampagne gänzlich unbeachtet.